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Die Veeh-Harfe kann ohne Vorkenntnisse gespielt werden

Wer Lust dazu hat, ist herzlich Willkommen

Gilching – „Das wollten wir uns wirklich einmal anschauen“, sagt Hanka Schmitt-Luginger, Vorsitzende des Seniorenbeirats in Gilching. „Ein Instrument, das man ohne Noten und ohne Vorkenntnisse spielen kann, wo gibt’s den so etwas?“ Ja, so etwas gibt es. Die so genannte „Veeh-Harfe“, deren Entwickler Hermann Veeh insbesondere ältere wie auch Menschen mit Handicap im Fokus hatte.

Dass die „Fränkische Tischharfe“ einmal seinen Namen tragen wird, war nicht Ziel des vor gut zwei Jahren verstorbenen Erfinders. Hermann Veeh dachte erst einmal an seinen Sohn Andreas, der musikalisch zwar sehr interessiert gewesen sei, jedoch durch das Down-Syndrom auch lernbehindert. Also galt es, ein Musikinstrument zu erfinden, dass er spielen konnte. Veeh arbeitete und experimentierte unermüdlich an seiner Erfindung, bis ihm 1992 der Durchbruch gelang. Sein Instrument erfüllte alle Eigenschaften, die sich der Erbauer vorgestellt hatte. Die Anleitung wird als Schablone mit einem Punktesystem versehen schlichtweg unter die Saiten gelegt und von oben nach unten mit etwas Taktgefühl gezupft. Im Jahr 1997 baute Veeh als Ein-Mann-Unternehmen 365 Instrumente, 18 Jahre später unterstützten bereits 12 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit die Produktion. Dafür erhielt er im Juli 2017 den Bayerischen Verdienstorden. 

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Mittlerweile hat das Instrument einen kleinen Siegeszug angetreten. Unter anderem entdeckte Sabine Hoisl-Rausch von der Musikschule Gilching das Instrument und hat bereits zwei Damen als Mitspielerinnen unter Obhut genommen. „Wir bräuchten aber noch mehr Nachwuchs. So ab 50 Jahre wäre wünschenswert, damit wir auch etwas anspruchsvollere und voluminösere Stücke spielen könnten“ sagt Hoisl-Rausch. Um an die Quelle potentieller Kandidaten zu kommen, wurde seitens der Musikschule kurzerhand der Seniorenbeirat eingeladen, sich das Ganze mal live anzuschauen. Johanna Stempfle sowie Harriet Jonas demonstrierten, was sie bereits gelernt hatten. „Wir haben jetzt gerade einmal sieben Stunden hinter uns und können schon einige Lieder spielen“, erklärte Stempfle.

An den Harfen Michael Wolfschlag, Hanka Schmitt-Luginger sowie Johann Schraufnagel… Harriet Jonas, Bernhard Feilzer sowie Johann Stempfle unterstützte das Trio singend… Den Takt gab Sabine Hoisl-Rausch unter den aufmerksamen Blicken des Schulleiter Dr. Bernhard Huber an.

Zwar noch etwas zaghaft, dennoch durch das fröhliche Spiel des Damen-Trios mutig geworden, setzten sich nun auch Schmitt-Luginger sowie ihre Vorstandskollegen Johann Schraufnagel und Michael Wolfschlag an die Veeh-Harfe und spielten tatsächlich auf Anhieb und unter Leitung von Hoisl-Rausch ihre ersten Stücke – und dies fast fehlerfrei. Gesanglich unterstützt wurden sie von Stempfle, Jonas, Bernhard Feilzer (Seniorenbeirat) sowie Musikschul-Leiter Dr. Bernhard Huber. „Ich hoffe sehr, dass wir nun mit Unterstützung des Seniorenbeirats ein kleines Ensemble zusammen bekommen, um auch mal ein Konzert zu geben“, unterstützte Huber das Ansinnen von Hoisl-Rausch. „Nachdem wir jetzt selbst ausprobiert haben, wie einfach die Veeh-Harfe zu bedienen ist, können wir auch die Werbetrommel rühren“, versprach Schmitt-Luginger.   

Ein Tipp zum Schluss: am Freitag, 18. November, 19 Uhr, gibt das Veeh-Harfen-Ensemble der „Lebenshilfe Starnberg“ im Konzertsaal der Musikschule Planegg-Krailling im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Inklusion im Würmtal“ ein einstündiges Konzert.

Kartenreservierungen  unter Telefon 089-857 38 73.                

Uli Singer

KURZVITA zu mir, als Initiatorin der Online-Zeitung: Geboren 1946 in München, Untergiesing war für viele Jahre meine Heimat. Wir hatten einen Zooladen an der Humboldstraße, was für mich bedeutete, sieben Tage die Woche neben der Schule auch "meinen Mann" im Laden zu stehen. Naja, geschadet hat es nicht. Seit etwa 30 Jahren bin ich als Journalistin und Fotografin unterwegs, schreibe Bücher und bin außerdem Vorsitzende des Vereins Kinderinsel. Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt eines aufregenden Lebens... Mehr dazu kommt demnächst in meiner Biografie unter dem Titel "Madl, laß da net ins Hirn scheißen". Ein Tipp, den mir der bayerische Volksschauspieler Hans Brenner mal mit auf den Weg gab. Hier noch eine kleine Bitte: Die neue Online-Zeitung macht zwar unheimlich viel Spaß, aber auch ganz viel Arbeit. Beteiligt ist ein Team von rund fünf Mitarbeitern. Die wollen zwar alle kein Gehalt, aber es sollte wenigstens ein Obolus für durchgearbeitete Nächte, Fotos und sonstige Dienstleistungen drin sein. Dafür haben wir gut versteckt - nein, es kommt auf das Endgerät an - einen Spenden-Button eingerichtet. Da steht bewusst keine Summe drauf, damit jeder, der uns unterstützen will, spenden kann, was möglich ist. Und wenn's nur ein Euro ist und diesen rund eine Millionen Menschen überweisen, Juhuuu, nicht auszudenken. Vielen Dank und viel Spaß beim Schmökern...

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