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Franz Tausend – der Alchimist von Gilching wird als Theaterstück aufgeführt

Die unrühmliche Geschichte eines genialen Blenders - Premiere ist im Oktober

Gilching – Wer von uns hat nicht schon einmal davon geträumt, aufzuwachen und einen Berg Gold vor seinem Bette vorzufinden? Man wäre alle Sorgen los. Leider bleibt das ein Traum, wenn auch ein sehr schöner. Doch Gold lässt sich nicht durch ein paar beschwörende Worte herstellen. Auch wenn dies einer der größten Betrüger Anfang der 20iger Jahre im vorigen Jahrhundert braven Bürgern wie auch geldgierigen Spekulanten weismachen wollte. Franz Tausend hieß er, ja, wirklich. Er erklärte überzeugend, Gold aus dem Nichts herstellen zu können. Sein Labor befand sich am Steinberg 16 in Gilching. Heute erinnert noch der Goldmacherweg an diese eher unrühmliche Zeit. Tausend soll ein richtiger Charmeur gewesen sein, der nicht nur Frauen um den Finger wickelte, sondern auch „gstandne Mannsbilder“ für sich gewinnen konnte. Fragt doch mal in Gilching nach. Ältere Bewohner können sich bestimmt noch an den Hochstapler erinnern. Zumindest aus Erzählungen.   

Also, dieser Franz Tausend hat um 1925 herum sein Unwesen getrieben. Er war ein ganz geschickter Blender. Das sind Menschen, die andere ohne mit der Wimper zu zucken, einen Bären aufbinden können. Er hat nicht nur Gilchinger Bürger dazu gebracht, ihr Geld bei ihm zu lassen. Auf ihn sind auch berühmte Leute rein gefallen, wie beispielsweise der einstigen Tutzinger General Erich Ludendorff und der Industrielle Alfred Mannesmann, die im Hinblick auf einen in Aussicht gestellten Reichtum viel Geld in Tausends Idee investierten. Der Wahrheit zuliebe aber muss gesagt werden, dass sich Zeitgenossen wie Berichterstatter anfangs alle darüber einig waren, dass Tausend zumindest zu Beginn der Gilchinger Zeit noch fest an sich und sein goldiges Geheimnis geglaubt hatte. Unter ihnen waren Ludendorffs Stiefsohn, Franz von Rebay, und der Gilchinger Oberstleutnant Otto Fuchs. Fuchs war es auch, der Tausend nach Gilching geholt hatte. Seine Mitarbeiter glaubten an den charismatischen Sohn eines Spenglers und nannten ihn den „Meister mit den Christusaugen“.

Doch es kam wie es kommen musste. Da Tausend auch andere Betrügereien begangen hatte, flog der Schwindel auf. 1929 wurde er verhaftet und vor Gericht gestellt. Man verurteilte ihn wegen „versuchten und in sich fort gesetzten Betruges“ zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnis. Im Februar 1933 wurde Tausend entlassen. 1938 steckte ihn das Hitler-Regime ohne viel Federlesens ins Zuchthaus. Dort soll er 1945 noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges gestorben sein.


Anlässlich der 1200 Jahr-Feier anno 2004 in Gilching wurde auch ein Theater-Stück über diesen so genannten Goldmacher Tausend sowohl in der Waldbühne wie auch im Foyer des CPG aufgeführt. Und weil dies genau 20 Jahre her ist, ist eine neu gegründete Theatergruppe gerade dabei, den Goldmacher Tausend ins Jahr 2024 zu versetzen. Mit dabei ………. wird noch nicht verraten. Premiere ist am Sonntag, 27. Oktober, 15 Uhr, im Rathausaal an der Pollinger Straße.  



Uli Singer

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