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Nackte in Springerstiefeln störte einst in Gilching die Sonntagsruhe

Frauen wunderten sich über ihre Ehemänner, die plötzlich freiwillig Semmeln holen gingen

Eine wunderschöne Geschichte zum Schmunzeln… );-)))

Unvergessen bleibt eine der skurrilsten Geschichten, die in Gilching vor etwa 20 Jahren für einen größeren Polizeieinsatz sorgte. Aufgebrachte Bürger riefen seinerzeit bei der Polizeiinspektion Germering an, damals gehörte die Gemeinde Gilching polizeilich noch zu Germering, um einen „ungeheuerlichen Vorfall“ zu melden. Um Hilfe baten die Anrufer, weil regelmäßig am Sonntagvormittag eine nackte junge Frau in Springerstiefeln aus Richtung Waldkolonie über die Landsberger Straße am damaligen Autohaus Opel entlang flanierte, um dann seelenruhig beim Semmeleck am Bahnhof Neugilching ihre Frühstückssemmeln zu holen. Für die Polizei eine knifflige Sache. Dennoch erbarmte sich der damalige Polizeichef Klaus Frank und schickte an einem Sonntagmorgen seine Beamten mit dem Auftrag los, in Gilching wieder für Sitte und Ordnung zu sorgen. Zumal sich einige Ehefrauen bitterlich darüber beklagten, dass plötzlich ihre Ehemänner Wert darauflegten, sonntags den Frühstückseinkauf zu übernehmen. Dachten sie sich anfangs nichts dabei, wurden sie jedoch misstrauisch, als sich das Gerücht der splitterfasernackten Frau  verbreitete.

„Oiß wos Recht is, Herr Frank. Kenna Sie des wirklich verantworten, wenn mia uns jetzt olle zwecks der Nackatn scheidn lassen?“, meinte eine Anruferin. Nein, diese Verantwortung wollte der rührige Polizeichef nicht auf sich nehmen. Seine Beamten, die er losschickte, bat er aber inständig, nicht zu rabiat mit der nackten Frau umzugehen und sie auch nicht auf Gedeih und Verderb nach Papieren untersuchen zu wollen. Die zuständigen Beamten taten, wie ihnen geheißen.

Im nachrichtlichen Polizeibericht, der nach dem sonntäglichen Einsatz an die Presse ging, hieß es pflichtgetreu: „Die Personalien der jungen Frau konnten vor Ort nicht überprüft werden, weil sie wegen ihrer Nacktheit keine Möglichkeit hatte, einen Personal-Ausweis mitzuführen. Einer Nackten kann man eben nicht in die Tasche greifen. Unseren Beamten blieb nur, Name und Anschrift zu notieren und die nackte Frau aufzufordern, mit ihren Papieren in die Inspektion zu kommen. Angezogen.“ In Gilching aber kehrte wieder Frieden ein, auch deshalb, weil die Nackte ihren Wohnsitz nach Berlin verlegt hatte.

Uli Singer

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