Weiter so? Nein, danke! 18 Jahre SPD-Regierung sind genug.
Gilching – Nach 18 Jahren SPD-geführter Rathauspolitik stellt sich in Gilching eine ganz einfache Frage: Wollen wir wirklich ein „Weiter so“ – nur mit neuem Namen auf dem Türschild? Steffi Weller, Erzieherin aus Tutzing und Fachbereichsleiterin für „Kinder und Jugend“ im Rathaus Gilching möchte für die SPD die Nachfolge von Bürgermeister Manfred Walter antreten. Ein Generationswechsel vielleicht. Ein Politikwechsel? Das darf bezweifelt werden.
Achtzehn Jahre sind eine lange Zeit. Lange genug, um Spuren zu hinterlassen. Manche davon sind sichtbar – Projekte, Entscheidungen, Entwicklungen. Andere hinterlassen eher das Gefühl, dass vieles auf der Stelle trat, während der Ton rauer wurde und Bürgeranliegen oft als Störgeräusch empfunden wurden.
Wer nach so einer Ära kandidiert, muss mehr anbieten als Kontinuität. Er oder sie muss glaubwürdig für einen Neuanfang stehen.
Szene im Jugendzentrum: kleine Begebenheit, große Wirkung
Kürzlich durfte ich – wie bei jeder Neuwahl – über den neuen Jugendbeirat berichten. Für den Starnberger Merkur, den Amper-Kurier und natürlich für stanet.de. Die Jugendlichen wissen das inzwischen. Sie begrüßen mich herzlich. Wertschätzung funktioniert nämlich in beide Richtungen.
Erstmals leitete Steffi Weller die Wahl. Wahlkampfzeit.
Als es – wie immer – um das Gruppenfoto ging, wurde die Sache plötzlich kompliziert. Zwei 17-Jährige hatten keine schriftliche Einverständniserklärung ihrer Eltern dabei. Beide versicherten aber souverän, die Eltern seien einverstanden und wollten kurzerhand zuhause anrufen.
Frau Weller verbot es. Mein Hinweis, dass ich ohne Foto schlecht berichten könne, wurde mit einem knappen: „Dann schreiben Sie es halt ohne Foto“ beantwortet. Formal korrekt? Vielleicht. Politisch klug? Eher nicht.
Denn es ging hier nicht um Paragrafenreiterei, sondern um junge Menschen, die sich engagieren. Um Motivation. Um Vertrauen. Um Fingerspitzengefühl. Politik zeigt sich nicht nur in Haushaltsreden, sondern im Umgangston.
Die eigentliche Frage
Es geht auch nicht um Herkunft. Steffi Weller kommt aus Hannover und lebt jetzt in Tutzing, Es geht nicht um Nord oder Süd. Es geht um Haltung. Gilching braucht keinen Verwaltungsstil, der auf Distanz setzt. Gilching braucht jemanden, der Brücken baut – auch zwischen Rathaus und Bürgerschaft. Nach 18 Jahren derselben politischen Handschrift darf man fragen: Reicht ein neuer Name, wenn das Verhalten das gleiche bleibt? Frischer Wind bedeutet nicht, dass jemand jünger ist. Frischer Wind bedeutet, dass sich Denkweisen ändern. Und genau das wünschen sich viele Bürgerinnen und Bürger:
Transparenz. Offenheit. Dialog. Mut zu neuen Wegen. Ein „Weiter so“ mag bequem sein. Aber bequem ist selten mutig und vor allen Dingen tut es nix für eine moderne Gemeinde.
Ach ja, und was wurde aus meinem Bericht? Mit oder ohne Foto? Werfen Sie einen Blick darauf… wir trafen uns zum Pizzaessen und hatten sehr viel Spaß – klar, ohne Steffi Weller );-))).
HIER GEHT ES ZUM ARTIKEL ….
https://stanet.de/wir-sind-ein-teil-der-neuen-jugendvertreter-in-der-gemeinde-gilching
Uli Singer



