Gefahr unter Wasser: Jetzt sollen Pilsensee und Wörthsee geschützt werden
Landkreis – Die „Quagga-Muschel“ breitet sich aus – und die Folgen können gravierend sein. Während der Starnberger See und der Ammersee bereits von der invasiven Muschelart betroffen sind, gelten der Pilsensee und der Wörthsee bislang noch als frei von einem Befall. Damit das möglichst lange so bleibt, appelliert das Landratsamt jetzt eindringlich an Badegäste und Wassersportler, die sogenannten „KLAR-Regeln“ einzuhalten.
„Spätestens wenn Badegäste mit zerschnittenen Fußsohlen aus dem Wasser kommen oder der Zugang zum See kaum noch möglich ist, wird deutlich, welche Folgen die Quagga-Muschel haben kann“, warnt Landrat Stefan Frey. Ein Blick an den Bodensee zeige bereits heute, wie massiv sich die Muschel ausbreiten könne.
Bereits im vergangenen Jahr wurden im Starnberger See und Ammersee genetische Untersuchungen durchgeführt. Das Ergebnis: Unter den Muscheln befanden sich auch Exemplare der Quagga-Muschel. Für die Fachleute ein ernstes Warnsignal. „Die Quagga-Muschel gilt als eine der invasivsten Süßwassermuscheln Europas und kann Gewässer innerhalb weniger Jahre massiv verändern“, erklärt Sascha Scharpff (Foto rechts) von der Unteren Naturschutzbehörde.

Die Muschel vermehrt sich rasend schnell und verursacht dabei zahlreiche Probleme. Sie setzt sich an Bootsrümpfen, Bojen und Stegen fest, verstopft Wasserleitungen und Motorkühlungen, beschädigt Fischernetze und verdrängt heimische Tierarten. Auch Badegäste bekommen die Folgen direkt zu spüren: Die scharfkantigen Muschelschalen können schmerzhafte Verletzungen verursachen.
Besonders tückisch: Die Larven der Muschel sind mit bloßem Auge nicht sichtbar. Sie treiben frei im Wasser und können über Luftmatratzen, SUPs, Boote oder andere Wassersportgeräte in bislang unbelastete Seen eingeschleppt werden. Auf feuchten Oberflächen überleben sie bis zu fünf Tage, in Restwasser sogar noch deutlich länger.
KLAR-Regeln sind zu beachten
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, setzt das Landratsamt auf einfache Vorsichtsmaßnahmen:
K – Kontrollieren
War die Ausrüstung in den vergangenen fünf Tagen in einem anderen Gewässer?
L – Leeren
Restwasser vollständig entfernen – aber nicht am Seeufer ausleeren.
A – Abspülen
Boote, SUPs und Zubehör gründlich reinigen.
R – Ruhen lassen
Die Ausrüstung mindestens fünf Tage trocknen lassen.
Ist das Trocknen oder Reinigen nicht möglich, empfehlen die Fachleute spezielle Desinfektionstücher auf Wasserstoffperoxid-Basis. Diese sollen an den Kiosken rund um die Seen erhältlich sein.
Am Pilsensee und Wörthsee werden derzeit Hinweisschilder angebracht, die Badegäste und Wassersportler über die Gefahr informieren und die KLAR-Regeln erklären.
Kleine Muschel – große Wirkung
Die Quagga-Muschel stammt ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum und wird nur bis zu drei Zentimeter groß. Ihre gestreifte Schale erinnert an das Muster eines Quagga-Zebras – daher der Name. Von der bereits bekannten Zebra-Muschel ist sie für Laien kaum zu unterscheiden.
Für die Seen im Fünfseenland könnte ihre weitere Ausbreitung allerdings alles andere als harmlos werden. Deshalb gilt jetzt: aufmerksam sein, Ausrüstung reinigen – und gemeinsam dafür sorgen, dass Pilsensee und Wörthsee möglichst lange verschont bleiben.
Foto/Text: Landratsamt Starnberg/Titelfoto: Manrico KI generiert




