Acker im Hitzestress – Blick auf die Ernte 2026
Als Landwirt weiß man trotz Hitzewellen und Sorgen am Abend immer, etwas Sinnvolles geleistet zu haben
Landkreis – Das Getreide reift zu früh, Weizen bleibt zu klein, Soja kommt erstaunlich gut zurecht. Für die Landwirte, die sich bei sommerlichen Temperaturen auf die traditionelle Ernte-Presse-Fahrt machten, stand angesichts der ungewöhnlichen Hitzewellen der Wert der diesjährigen Ernte in Fokus.
Das Wetter spielt verrückt. Das merken nicht nur die Menschen, die unter der Hitze stöhnen – vor allem die Bauern bekommen die Wetterkapriolen hautnah und mitunter auch finanziell zu spüren. „Oft reicht schon ein Hitze-Tag, um alle Pläne über den Haufen zu werfen“, erklärte Georg Holzer, Kreisobmann im Bayerischen Bauernverband (BBV). Gemeinsam mit weiteren Vertretern des BBV sowie der heimischen Presse informierten sich die Besucher auf den Feldern von Gut Hüll – Gastgeber war Landwirt Max Stürzer – wie es generell mit der Ernte 2026 so aussieht.

Diese sei längst im Gange, betonte Stürzer. Was unter anderem an der jüngsten Hitzewelle gelegen habe. Für sein Getreide sei dies viel schlimmer gewesen, als der immer noch zu geringe Regen. „Temperaturen um die 38 Grad sind für die Pflanzen schlichtweg tödlich“, bedauerte Stürzer. Vor den jüngsten drei Hitzetagen sei auf den Feldern noch alles normal und grün gewesen. „Als ich nach drei Tagen nachschaute, war nichts mehr grün. Dabei hätte das Korn noch zwei Wochen stehen müssen.“ Zum Foto: Max Stürzer baut mit dem Oberkulmer Rotkorn eine seltene Urdinkel-Sorte an.
Dennoch hofft Stürzer auf einen guten Ertrag. Die Schlussrechnung machen die Bauern ohnehin nicht direkt nach der Ernte, sondern erst, wenn alles verkauft ist. Hier habe es in der Vergangenheit schon manche Überraschungen gegeben – positive wie negative – denn die Preise könnten nie genau vorher gesagt werden. Zumal sich auch globale Krisen auf den Markt auswirkten. Umso wichtiger sei es laut Stürzer deshalb, dass Deutschland bei der Ernährungssicherheit so unabhängig wie möglich von anderen Ländern werde.
Der Hof und die bewirtschafteten Felder der Familie Stürzer liegen zwar teilweise auf Gilchinger Flur. zählen aber zur Gemeinde Krailling. Auf den Feldern wachsen Raps, Weizen, Urdinkel, Sojabohnen und Braugerste. Vor allem auf den Urdinkel der Sorte Oberkulmbacher Rotkorn zeigte sich Stürzer stolz. „Eine Bäckereikette hat dafür einen großen Auftrag erteilt“, freute sich der 60Jährige Vater von zwei erwachsenen Töchtern. Dieser Dinkel gelte als gesunde Alternative zu Weizen und lasse den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen. Zwar seien die Körner etwas rauer und säßen auch fester in ihren spitzigen Spelzen. Doch dafür haben die Stürzers eine extra konzipierte Maschine, um das Rotkorn zu Dreschen. Die Körner landen dann zum Jahlen in der so genannten Off-Mühle in Sindelsdorf.

Soja wiederum komme mit der Hitze deutlich besser zurecht. Die Sojabohnenpflanzen auf dem Stürzer-Acker sind derzeit saftig grün und haben bereits erste kleine Schoten gebildet. Erntereif seien sie erst im Herbst, erklärte Sara Stürzer. „Die Pflanze benötigt wenig Pflege und bildet über die Wurzeln selbst Stickstoff. Die Abnehmer schätzen regionales, garantiert gentechnikfreies Soja, das zu eiweißreicher Sojamilch oder Tofu verarbeitet werden kann.“
Soja wiederum komme mit der Hitze deutlich besser zurecht. Die Sojabohnenpflanzen auf dem Stürzer-Acker sind derzeit saftig grün und haben bereits erste kleine Schoten gebildet. Erntereif seien sie erst im Herbst, erklärte Sara Stürzer. „Die Pflanze benötigt wenig Pflege und bildet über die Wurzeln selbst Stickstoff. Die Abnehmer schätzen regionales, garantiert gentechnikfreies Soja, das zu eiweißreicher Sojamilch oder Tofu verarbeitet werden kann“, betont Sara Stürzer.
Sorgen jedoch bereit der Weizen, so Max Stürzer. Die Ähren und Körner fielen heuer etwas kleiner aus als sonst. sind kleiner als sonst. Schon mal ans Aufhören gedacht? „Nein!“ versichert der Landwirt. Denn trotz Hitze, Preisdruck, unsicheren Märkten und gelegentlicher Sorgen möchten er und seine Familie mit keinem anderen Beruf tauschen. Stürzer: „Ich weiß jeden Abend, wenn der Tag vorbei ist, dass ich stets etwas Sinnvolles gemacht habe.“
Text/Fotos: pst



