Drei Säulen für Gilchings Zukunft
Bürgermeisterkandidat Roland Schrafstetter strebt ein starkes, soziales und lebenswertes Gilching für alle Generationen an
Gilching – Beim Neujahrsempfang der CSU-Gilching, der traditionell im „Oberen Wirt“ im Altdorf stattfand, setzte Bürgermeister-Kandidat Roland Schrafstetter am Samstag auf solide Finanzen, maßvolle Wohnbebauung und eine gesunde Gewerbeentwicklung – und warb für Transparenz, Dialog und ein gemeinsames Anpacken unter Einbeziehung der Bürger.

Die Erwartungen in Punkto Besucher wurden am Samstag weit übertroffen. Trotz eisiger Kälte und weiterer Neujahrsempfänge am Wochenende, drängten sich im Saal des „Oberen Wirt“ gut 200 Gäste. Unter ihnen auch Bundestagsabgeordneter Michael Kießling sowie die Unternehmer Manfred Herz und Peter Kramer, wie auch Georg Zerhoch, CSU-Gemeinderat in Andechs, Matthias Vilsmayer, Vorsitzender der örtlichen Freien Wähler wie auch Willi Boneberger, der die FDP vertrat. Wie berichtet, haben sich die Liberalen bereits für eine breite Unterstützung des CSU-Bürgermeisters bei der Kommunalwahl am 8. März ausgesprochen. Stargast aber war selbstredend Ilse Aigner, die nicht nur einen fast 40Jährigen Rückblick hielt, ja, man glaubt es kaum, sondern auch eine gehörige Portion Humor mitbrachte.
Ein Heimspiel hatte Roland Schrafstetter, der nicht erst in die Klamottenkiste greifen musste, um glaubhaft darzustellen, dass er ein gebürtiger Gilchinger ist. Wer den Statiker kennt, zweifelt keine Sekunde daran, dass er mit seiner Heimat das ist, was man in Bayern schlechthin „tief verwurzelt“ bezeichnet. Gleichwohl – so ganz einverstanden zeigte sich der engagierte Stammtischbruder und Mitglied vieler Vereine in einem früheren Interview bezüglich seines Geburtsortes Gilching anno 1967 dann doch nicht.
„Nein, stopp“, reklamiert Roland Schrafstetter seinerzeit seine Angabe. „Ich bin zwar gebürtiger Gilchinger, aber geboren wurde ich im Krankenhaus Seefeld, das damals noch von Nonnen geleitet wurde.“ Okay, geboren in Seefeld aber schon als Säugling dann nach Gilching gezogen…? „Da muss ich leider noch einmal einhaken und erklären, warum mir mein Geburtsort – also, zugegeben das Krankenhaus in Seefeld – so wichtig ist. Ich weiß nämlich noch, dass mich damals Schwester Hedwig zur Welt brachte. Das war die erste Frau in meinem Leben, die ich sah und die war sehr, sehr sympathisch. Weshalb ich heute auch einen sehr guten Umgang mit der Damenwelt pflege.“
Angekommen, nun zurück zum Neujahrsempfang. Nach den üblichen Begrüßungsritualen präsentierte Schrafstetter ein umfangreiches Programm, dass er sich und sein Team vorgenommen haben, nicht nur auf dem Wahlprogramm zu hinterlassen, sondern auch so viel als möglich umzusetzen.
Der 59Jährige Vater von zwei Kindern und Gassigeher einer schwarzweißen Hündin namens Juno will ein Bürgermeister zum Mitmachen sein: offen, transparent und zum Dialog mit den Menschen bereit, betonte er. Was Erfahrungen in Bezug auf Personalführung und Verwaltung angeht, „da verfüge ich über reichlich Erfahrung im öffentlichen Dienst wie auch in der Privatwirtschaft.“
Die drei zentralen Säulen seiner Politik sind:
1. Solide Gemeindefinanzen
- Klare Prioritäten statt pauschaler Kürzungen
- Transparente und faire Entscheidungen
- Investitionen in Infrastruktur, Umwelt, Vereine und soziale Projekte
- Jeder Euro soll gezielt der Zukunft der Gemeinde dienen
2. Maßvoller Wohnungsbau auf der „Glatze“
- Wohnraum schaffen, ohne Fehler der Vergangenheit zu wiederholen
- Sozial, ökologisch und kinderfreundlich planen
- Lebensraum statt Flächenverbrauch
- Offener Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, keine Entscheidungen hinter verschlossenen Türen
3. Gewerbegebiet Nord – Teil 2
- Stärkung des Wirtschaftsstandorts
- Sicherung von Arbeitsplätzen und Gemeindeeinnahmen
- Bedarfsorientierte Entwicklung im Einklang mit Natur und Gemeindeinteressen
- Klare Konzepte statt Schnellschüsse
Diese drei Punkte bilden laut Schrafstetter das wirtschaftliche Fundament für alle weiteren Vorhaben der Gemeinde.
Weitere Projekte, die auf der so genannten „To do“-Liste stehen sind:
- Fertigstellung des neues Feuerwehrhaus in Gilching sowie ein neues Projekt für Geisenbrunn
- Fernwärme („Gilchinger Holz für Gilchinger Wärme“) und Geothermie
- Dritter Hochbehälter für die Trinkwasserversorgung
- Straßenausbau nach dem „Gilchinger Modell“
- Senkung der Friedhofsgebühren
- Realschule in Gilching
- Sport- und Mehrzweckhalle
- Mehr Raum für Vereine
Zum Abschied überreichte Schrafstetter an Ilse Aigner eine Kiste ausgesuchter kulinarischer Leckerbissen, die aber zwecks der Schwere CSU-Gemeinderat Harald Schwab während der Abschieds-Zeremonie tragen durfte. Mit auf dem Foto auch noch Michael Kießling sowie Ute Eiling-Hütig (MdL).

Schrafstetter verwies außerdem auf seine Homepage buergermeister-fuer-gilching.de und das dortige Gästebuch. „Es gibt darin die Möglichkeit weitere Idee vorzuschlagen. Schreibens rein, was sie sich vorstellen könnten, was Gilching unbedingt noch braucht und auch verträgt“, ermunterte er zu einer ersten gemeinsamen Aktion. Ein dickes Lob sprach der den vielen jungen und auch engagierten CSU-Mitgliedern sowie der Gruppe der Jungen Union aus. „Ohne ihre Mithilfe und das Engagement, das einige an den Tag legten, wäre alles nicht so reibungslos über die Bühne gegangen. Mit beigetragen haben sie außerdem durch Video-Clips und einen selbst komponierten Song auf den Sieg von Schrafstetter. „Bei so einer Jugend kann eigentlich nichts mehr schief gehen“, stellte Schrafstetter fest.
Als Kernaussage hinterließ er seinen Gästen: „Ja, fest steht, dass wir erst einmal solide wirtschaften müssen, um dann kraftvoll gestalten zu können. Im Fokus aber muss ein starkes, soziales und lebenswertes Gilching für alle Generationen stehen – getragen von Zusammenhalt, Transparenz und wirtschaftlicher Vernunft.“
Uli Singer



