Die Umnutzung des ehemalige Gestüts Isarland wird zur endlosen Geschichte
In der jüngsten Starnberger BA-Sitzung lehnte das Gremium das Bauvorhaben erneut ab
Von Thomas Lochte
Percha – Das ehemalige „Gestüt Isarland“ im Starnberger Ortsteil Percha beschäftigt seit vielen Jahren nicht nur die Gerichte, sondern seit Übernahme durch einen neuen Besitzer auch den Starnberger Stadtrat. Unter anderem forderte die Stadt für die neu geplanten Bauvorhaben auf dem Gestüt eine ausführliche Betriebsbeschreibung. In der jüngsten Sitzung nach Weihnachten wurde das Vorhaben erneut mit zehn zu drei Stimmen abgelehnt. Generelle Kritik: die Vorgehensweise des Bauwerbers, weshalb gewisse Bedenken gegen das Projekt hinsichtlich Größe und Nutzungsart auch nach anderthalb Jahren nicht ausgeräumt werden konnten.
Die Stadtverwaltung beschäftigt das aus vielen Einzelbauvorhaben bestehende Projekt bei Heimathshausen schon seit einiger Zeit – eine zuletzt ausgesprochene Veränderungssperre, so der Tenor in der letzten Bauausschusssitzung des alten Jahres, könne in Teilen nur gelockert werden , wenn in einer Betriebsbeschreibung „eine klare Abgrenzung zu Freizeit, Sport, Veterinärwesen, Reitschule und Gewerbe“ erfolge und die spätere Nutzung der ehemaligen Gestütsflächen so zweifelsfrei definiert sei.
In der Gesamtschau geht es bei den verschiedenen Einzelanträgen des Eigentümers um eine Bergehalle samt Heu- und Strohlager, einen Bewegungsplatz für Pferde, eine Reithalle nebst Reiterstüberl, ein Wohngebäude und einen Hofladen. Nach Aufstellung eines Bebauungsplanes und erfolgter Veränderungssperre verständigten sich Bauwerber und Stadt darauf, weitere geplante Gebäude nur noch östlich der dort vorhandenen Allee und südlich der Bestandsgebäude zu konzentrieren – eine inzwischen überarbeitete Antragsversion des Bauwerbers zielt nun auf eine Reithalle mit zwei Ställen, eine Longierhalle samt Führanlange, einen Bewegungsplatz, eine landwirtschaftliche Bergehalle, eine Mist-Ablagestelle und ein „Betriebsleiterwohnhaus“ (fast 400 Quadratmeter Grundfläche) vor, welches Betriebsleiterwohnung, Altenteil-Wohnung (Austrag) und zwei Ferienwohnungen aufweisen soll.
Nach Einschätzung der Stadtverwaltung sind Größe und Ausmaß der geplanten Gebäude und beanspruchten Flächen „nach wie vor immens“ und gehen über das Plankonzept vom August hinaus. Da der Eigentümer es auch nicht ausschließen mochte, das Bestandsgebäude in Teilen als „tiermedizinisches Zentrum“ und Reha für Pferde zu nutzen, machte sich bei den Stadträtinnen und Stadträten eine gewisse Sorge breit, das Gesamtvorhaben könnte auf einen Freizeitbetrieb mit „großen Turnieren“ (Franz Sengl/Grüne) hinauslaufen – größere Veranstaltungen und Gastronomie wollten aber die Wenigsten dort zulassen.
Eine Flächenversiegelung von „ein paar tausend Quadratmetern“ war Sengl ebenfalls ein Dorn im Auge. Ratskollege Otto Gassner (UWG) hatte sich als Jurist sogar die Mühe einer fünfseitigen persönlichen Stellungnahme gemacht, in der er vorbuchstabierte, dass eine Reitsportanlage, Reitunterricht in einer Extra-Halle und eine Tierarztpraxis (für Pferde) nebst Reiterhof im Gesamtbild keinen zu privilegierenden landwirtschaftlichen Betrieb mehr darstelle und deshalb dort so nicht gebaut werden dürfe. Gassner schlug daher vor, sich „Klarheit zu verschaffen über die Art und Weise des Reiterbetriebs“. Dem folgte eine deutliche Ausschussmehrheit.



