UP-Date: Gilchinger BA entscheidet sich für umstrittene Neuorientierung an der Römerstraße
Gilching (BR) – Mit sechs zu fünf Stimmen entschied sich der Gilchinger Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung pro Neuorientierung der Straßenführung Römerstraße (näheres dazu im Artikel weiter unten). Was bedeutet, dass Radfahrer nun ausschließlich die Unterführung an der Römerstraße nutzen müssen. Sind sie in Richtung Ortsteil Argelsried unterwegs und zeigt die Ampel an der Kreuzung Landsberger Straße Rot, bleibt den Radfahrern nichts anderes übrig, als an der Steigung anzuhalten. Dafür stimmten stimmten die Freie Wählern, Bürgermeister Stefan Siegl, die Fraktion der Grünen und die SPD Plus. Dagegen waren die Afd, die CSU und die Bürger für Gilching.
Wichtig für die Entscheidungsträge wäre gewesen, sich vor einer Abstimmung die Straßenführung vor Ort genau anzuschauen. Eine Vertagung dazu und eine Vor-Ort-Besichtigung beantragte Roland Schrafstetter (CSU), was jedoch mehrheitlich abgelehnt wurde. Oliver Fiegert (BfG) schüttelte mehrfach den Kopf und mahnte außerdem, dass bei der Neuorientierung dann auch zehnjährige Kinder mit ihren Fahrrädern auf die dicht befahrene Römerstraße verbannt würden. Er stellte Antrag, die so genannte Neuorientierung ad acta zu legen und statt dessen eine sinnvolle Beschilderung anzubringen. Seiner Meinung nach müsse der parallel zur und über der Straße führende Fußweg auch für Radfahrer frei gegeben werden. Fiegert: „Dann könnten Kinder wie auch erwachsene Radfahrer guten Gewissens den ungefährlichen Weg nutzen.“ Den mutigen Fahrradfahrern, vorwiegend auf E-Bikes unterwegs, stünde es dann immer noch frei, auf die Straße auszuweichen.
Anm. der Redaktion: Der Fußweg wird bereits von den Radfahrern mit genutzt, ohne dass es ausdrücklich erlaubt ist, es aber bisher zu keinen nennenswerten Problemen gekommen sei.
Klimaexpertin Dr. Lisa Bock (Bündnis 90/Die Grünen) wiederum lobte explizit den Vorschlag der Verwaltung, zumal bei der Planung auch der ADFC mit integriert worden sei. Im Übrigen monierte sie, dass sich im Gremium so manch‘ Räte einbildeten, klüger als die Planer zu sein.
Dagegen wetterte wiederum Schrafstetter, der anführte, dass sowohl er wie auch Fiegert den Planern an Erfahrungen in nichts nachstünden – vielmehr über entsprechende berufliche Studien, lange Berufserfahrung, wie auch örtliche Kenntnisse verfügten. Einen Schlusspunkt setzte Stefan Siegl (FW), der ein Ende der Debatte einläutete und erklärte, entsprechende Diskussionen zwischen den Gemeinderäten nicht zuzulassen.
Der Beschluss sorgte allgemein für Unverständnis. Bei einer anschließenden Diskussion am Rathaus meinte eine Besucherin: „Für Kinder bis acht Jahren und für ihre Begleitpersonen auf Fahrrädern gilt ja generell laut StVO, dass sie einen Gehweg nutzen müssen. Kinder bis zehn Jahren, dürfen ihn benutzen. Wäre also überlegenswert, sich künftig nur noch mit kleinen Kindern auf Fahrrädern durch Gilching zu bewegen.“
Radfahrer sollen bei der Gilchinger Unterführung Römerstraße künftig die dicht befahrene Römerstraße nutzen
Gilching – Seit Jahrzehnten doktert die Gemeinde Gilching nun schon an einem umsetzbaren Mobilitätskonzept herum. Gutachter wurden befragt, externe Büros zur Erstellung diese Mammutwerkes gewechselt. Dennoch scheint es, als sei die Kommune wieder am Nullpunkt angelangt. Nun soll unabhängig vom Mobilitätskonzept ein längst angeprangerter Gefahrenpunkt für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer entschärft werden. Dazu lädt die Gemeinde am kommenden Montag, 13. Juli, 18.30 Uhr zur Sitzung des Bauausschusses in den Sitzungssaal im Rathaus ein.
Wie die Gemeinde mitteilt, wurde vom Bayerischen Staatsministerium des Innern explizit die rechtswidrigen Beschilderung des benutzungspflichtigen Fuß- und Radweges an der Ecke Römerstraße/Landsberger Straße gerügt und um Mitteilung über die Erledigung gebeten. Laut Vorlage, müsste der Radfahrer beim Überqueren der Kreuzung absteigen. Zudem ist der Weiterlauf des Fuß- und Radweges nicht klar erkennntlich.
Des Weiteren entspreche das Geländer entlang der Unterführung des Fuß- und Radweges nicht den vorgegebenen Sicherheitsvorgaben. Das Geländer müsste demnach 1,30 m hoch sein, tatsächlich sei es aber nur 0,85 m bis 1,25 m hoch.
Nach Inaugenscheinnahme durch die Verwaltung sei nun festgestellt worden, dass die derzeitige Verkehrsführung mit freigegebenem Rechtsabbiegen während der Rot-Phase der Ampel erhebliche Konflikt- und Gefahrenpotenziale für den nicht motorisierten Verkehr darstelle. Insbesondere im Bereich der Unterführung, der steilen Rampenführung und der schmalen Gehweg- bzw. Mischverkehrsflächen sei die Verkehrssicherheit eingeschränkt.
Eine vorgeschlagene Lösung liege nun vor, heißt es in der Beschlussvorlage. Sie sei gemeinsam mit Radverkehrsexperten während des von der AGFK („Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V.“) organisierten Planungsworkshops erarbeitet worden. Die Lösung des Problems sieht vor, dass im Bereich der Unterführung von „Am Bahnhof“ bis zur Kreuzung mit der Landsberger Straße Fahrradschutzstreifen sowie Piktogramm-Ketten mehr Sicherheit für Radfahrer biete.
Im Kreuzungsbereich sind des Weiteren eine frühere Grünphase für den Radverkehr sowie eine Aufstellfläche für die Radler vorgesehen. Auf dem Abschnitt von der Landsberger Straße bis zur Münchener Straße werde der Radverkehr ebenfalls auf beiden Seiten mit den Piktogramm-Ketten (auf der Südseite bis zur Shell-Tankstelle)ausgestattet .
Für die Umsetzung dieser Maßnahmen ist außerdem eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h erforderlich. Geschätzte Gesamt-Kosten: 22.600 Euro.



