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Paul Mentis – eine regionale Erfolgsstory

Gilching – Fällt in der Gemeinde Gilching der Name Paul (Pavlos) Mentis, zeugen die Bürger allgemein Anerkennung. Es wird sich schwerlich eine Familie finden, die nicht irgendwie schon mit ihm Kontakt hatte. Als Fitnesstrainer, als Bodybuilder, als Osteopath, als Trauma-Therapeut, als Hypnotiseur, als Personal-Coach, als Fernsehgast oder aber als Freund.  


Nach Deutschland kam der gebürtige Grieche im Alter von sieben Jahren. „Als der Papa im Jahr 1962 als Gastarbeiter nach Deutschland kam, musste er sich erst sieben Jahre lang bewähren, bevor er uns als Familie nachholen durfte“, erinnert sich Paul Mentis. 1970 war es dann so weit. Für den Siebenjährigen war die Ankunft in Puchheim Horror pur. „Aus unserem idyllischen Dorf ohne Straßen, ohne Autos, ohne Luxus kam ich plötzlich in eine andere für mich komplett fremde Welt mit Schnee, Kälte, keine Freunde und mit einer Sprache, die sich komisch anhörte. Alles, was mir vertraut war, war auf einmal weg. Ich war in einem Land angekommen, in dem ich komplett isoliert war.“ Erschwerend sei hinzugekommen, so Mentis, dass die Eltern ganztags arbeiteten und er als so genanntes „Schlüsselkind“ versuchen musste, alleine zurecht zu kommen. „Ich hat zwar zwei Geschwister. Aber die waren bedeutend älter und gingen bereits ihre eigenen Wege.“ Für ihn, seiner Meinung nach ein etwas zu klein geratener Junge, habe nun eine Zeit der Selbstfindung begonnen und rückblickend auch der Start in eine vorgegebene Zukunft, was er viel später auch so erkannte. „Alt Achtjähriger spürte ich nur einen unheimlichen Schmerz darüber, meine alte Welt verloren zu haben. Ich lernte, was Melancholie heißt und wusste nur, da muss ich durch.“ War es das Schicksal oder der berühmte Zufall, dass dem damals Elfjährigem ein Buch über Hypnose in die Hände fiel? „Ich war begeistert und bin komplett in die Welt der Hypnose eingetaucht. Ich war sogar fähig, mich selbst zu hypnotisieren. Mir wurde auch schnell klar, dass es nicht viel braucht, um Großes zu erreichen. Ich wusste aber auch, wie die Welt da draußen für mich mal ausschaut, hängt ganz alleine von mir ab“, erklärt Mentis.

Zumindest wusste er relativ schnell, dass das von den Eltern vorgesehene BWL-Studium nichts für ihn ist. Mehr reizte den damaligen Teenager, zu welch‘ Leistung der Körper in der Lage ist und wie man durch richtiges Training und bewusster Ernährung zu einem gesunden Leben beiträgt. „Im Jahr 1983, an meinem zwanzigsten Geburtstag, fing ich mit Bodybuilding an. Ich gewann von nun an sämtliche Meisterschaften, egal ob in Deutschland, Bayern oder Griechenland. Höhepunkt war 2001, da holte ich in Akita in Japan den Weltmeistertitel.“

2001 holte sich Pavlos Mentis den Weltmeister-Titel in Akita in Japan.

Beruflich aber hatte sich Mentis längst als Personal-Coach einen Namen gemacht. Zudem gründete er einen Vertrieb für Sportnahrung, eröffnete 1994 das Sportstudio Gilching und übernahm die Organisation diverser Bodybuilding-Meisterschaften. Wichtig war Mentis aber auch sein soziales Engagement. Unter anderem unterstützten er und seine Bodybuilding-Freunde unter dem Slogan „Starke helfen Schwachen“ eine Merkur-Aktion zugunsten der MS-Klinik in Berg. Weit über zehntausend Mark sind seinerzeit im Rahmen einer Show zusammengekommen. Außerdem sponserte er dem Verein FortSchritt in der Einrichtung in Niederpöcking einen „Paul-Mentis-Fitnessraum“ (siehe Zeitungsartikel Starnberger Merkur).



Längst war auch das Fernsehen auf ihn aufmerksam geworden. Gast war er unter anderem bei Schuhbecks Kochstudio, sowie bei TV-Total, wo er Stefan Raab mit viel Humor die Funktionen der Körperregionen erklärte.

 

Doch Mentis wäre nicht er, hätte er nicht längst neue Herausforderungen gesucht und gefunden. Ab der Jahrtausendwende studierte er sechs Jahre lang das Fach Osteopathie, machte zeitgleich seinen Heilpraktiker, verkaufte 2008 seinen Vertrieb und auch das Sportstudio und beendete zudem seine Body-Building-Karriere. „Kaum hatte ich alles aufgehört, 2009 ein Haus in Gilching gekauft und am Zwinger meine Praxis eröffnet, wurde meine Frau Caroline, mit der ich seit 1993 verheiratet bin, schwanger. Heute haben wir drei Kinder im Alter von sechs, zehn und 13 Jahren“, freut sich Mentis, der am 2. Februar seinen 60igsten Geburtstag feiert. Sein Fazit: „Das Leben verläuft in Wellen. Wichtig ist, dass man immer oben bleibt.“ Uli Singer

  

Uli Singer

KURZVITA zu mir, als Initiatorin der Online-Zeitung: Geboren 1946 in München, Untergiesing war für viele Jahre meine Heimat. Wir hatten einen Zooladen an der Humboldstraße, was für mich bedeutete, sieben Tage die Woche neben der Schule auch "meinen Mann" im Laden zu stehen. Naja, geschadet hat es nicht. Seit etwa 30 Jahren bin ich als Journalistin und Fotografin unterwegs, schreibe Bücher und bin außerdem Vorsitzende des Vereins Kinderinsel. Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt eines aufregenden Lebens... Mehr dazu kommt demnächst in meiner Biografie unter dem Titel "Madl, laß da net ins Hirn scheißen". Ein Tipp, den mir der bayerische Volksschauspieler Hans Brenner mal mit auf den Weg gab. Hier noch eine kleine Bitte: Die neue Online-Zeitung macht zwar unheimlich viel Spaß, aber auch ganz viel Arbeit. Beteiligt ist ein Team von rund fünf Mitarbeitern. Die wollen zwar alle kein Gehalt, aber es sollte wenigstens ein Obolus für durchgearbeitete Nächte, Fotos und sonstige Dienstleistungen drin sein. Dafür haben wir gut versteckt - nein, es kommt auf das Endgerät an - einen Spenden-Button eingerichtet. Da steht bewusst keine Summe drauf, damit jeder, der uns unterstützen will, spenden kann, was möglich ist. Und wenn's nur ein Euro ist und diesen rund eine Millionen Menschen überweisen, Juhuuu, nicht auszudenken. Vielen Dank und viel Spaß beim Schmökern...

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