„Bürger für Gilching“ – Wir sind immer da – wenn’s zählt – bei allen Sitzungen
Oliver Fiegert von BfG legte einmal mehr die Finger in die gemeindlichen Wunden
Gilching – Es war offensichtlich die letzte Gruppierung, die kurz vor dem angesetzten Wahltermin 8. März für den Wiedereinzug ins Gilchinger Ratsgremium durch eine Infoveranstaltung unter dem Motto „Fakten. Hintergründe. Klartext.“ warb. In den Rathaussaal hatten die Bürger für Gilching (BfG) eingeladen, rund 50 Besucher kamen – die nach der Wahl eine Wiederholung des informativen Vortrages wünschten.
Die Begrüßung übernahm Myriam Keller – sie kandidiert auf der BfG-Liste auf Platz 10. Explizit wies die Ernährungsexpertin auf die „sachliche und ideologiefreie“ Arbeit der zwei bisherigen BfG-Vertreter – Oliver Fiegert und Rosmarie Brosig – im Ratsgremium hin. „Es ist zwar sehr mühsam, etwas durchzubekommen. Man muss erst mal mit allen reden, um sie zu überzeugen, dass ein Antrag oder Beitrag unserer Fraktion durchaus Sinn macht.“ Als Beispiel zählte sie das Engagement von Rosmarie Brosig auf, „die nicht lockergelassen hat, um die drei Bäume beim neuen Edeka an der Römerstraße zu retten. Und, sie hat es geschafft“, betonte Keller unter Applaus des Auditoriums. „Unsere Chance ist, nachdem wir im Team gute Arbeit leisten, dass wir dieses Mal vielleicht sogar drei Vertreter ins Gremium schicken können.“
Großes Lob erntete Oliver Fiegert, von Beruf Bauphysiker, der wie gewohnt den Finger in die gemeindlichen Wunden legte. Er hielt Wort, was er unter dem Motto „Fakten. Hintergründe. Klartext.“ versprochen hatte und ging kritisch auf diverse Projekte ein. Projekte, die unter der jetzigen SPD-Regierung schnell noch durchgeboxt werden sollten, jedoch so, wie präsentiert, laut Fiegert nicht umsetzbar sind.

Unter anderem nahm er sich ausführlich das so genannte „finale Mobilitätskonzept“ vor. Als eins der nicht nachvollziehbaren Beispiele führte er an, dass laut Planer auf der Landsberger Straße zwischen dem Starnberger Weg und Anschlussstelle Autobahn sämtliche Parkplätze zugunsten von beidseitigen Fahrradstreifen gestrichen werden. Gleichwohl stadtauswärts ein breiter Radweg Sicherheit für die Radfahrer bietet. Fiegert: „Wo aber sollen dann die Autos parken? Hat sich da schon mal jemand Gedanken gemacht oder einfach nur mal schnell etwas aufs Papier gebracht?“

In Punkto Herbststraße, die jetzt auf Antrag der Grünen-Fraktion komplett für den Autoverkehr gesperrt wird, sagte Fiegert: „Das habe ich bis heute nicht verstanden. Es ist nichts durchdacht, es wird lediglich der Verkehr von einer Ecke in die andere verschoben.“
Weitere Themen waren unter anderem die Glatze, die Skateranlage, die Wärmeplanung, die Windkraftanlagen sowie die Rekultivierung der Kiesabbaugruben. Im Übrigen bemängelte Fiegert, dass bei sämtlichen Projekten ortskundige Experten beziehungsweise die Bürger außen vorgelassen wurden.
Warum also „Bürger für Gilching“? Unter anderem, „weil wir persönlich ansprechbar sind, Mut zur Verantwortung haben, gründliche Recherche betreiben, auf schnelle Parolen verzichten und ehrenamtliches Engagement für Gilching aus Überzeugung betreiben.
Anschließend stellten sich die 24 Bewerber auf der BfG-Liste persönlich vor und blieben auch da, um noch über den einen oder anderen Punkt zu diskutieren. Bei einem gemeinsamen Gespräch im Foyer wurde außerdem der Wunsch an die BfG geäußert, nach der Wahl noch einmal zu diesem Vortrag einzuladen, um alle Bürger mitzunehmen. Näheres auch auf der Homepage von Bürger für Gilching (KLICK zur Seite!).

Auf den ersten Plätzen der BfG-Liste stehen Oliver Fiegert (1), Jörg Lager (2), Kerstin Lenze (3) sowie Richard Brosig (4) – und nicht zu vergessen, Rosmarie Brosig die als „wilde 13“ kandidiert.
Fotos/Text: Uli Singer



