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Die Schäffler kommen nach Tutzing

Am 30. Januar treten sie ab 17 Uhr an der Akademie für politische Bildung auf

Der Schäfflertanz in München entstand 1517. ,,Da wütete die Pest auf grauenhafte Weise, wie schon in den Jahren 1463, 1515 und selbst noch 1643, als sie die ungeheure Zahl von 15.000 Menschen wegraffte. Es waren damals in München nur zwei Tore offen, das Neuhauser und das Isartor. Niemand durfte ohne Gesundheitspass und genaue Untersuchung herein. Briefe wurden geräuchert, das Geld mit Essig gewaschen, mit eisernen Ketten sperrte man Straßen bei Ansteckungsgefahr.


Weil die Leute aber zu den Pestkranken durchschlüpften, verrammelte man die Straßen mit Brettern, schürte Feuer und verbrannte Wacholdersträucher. Außer Totengräbern und Pesträucherern wagte sich niemand auf die Straße; Landleute trauten sich nicht in die Stadt, Lebensmittel waren Mangelware. Das Elend hatte die höchste Stufe erreicht und selbst nach dem Verschwinden der Pest stockte lange Zeit aller Verkehr.

Da hatte ein Bürger – sein Name ist nicht überliefert – den Gedanken, die Leute durch ein Schauspiel aufzuheitern. Er gehörte zur Zunft der sogenannten Schäffler, also der Fassmacher. Seine Mitstreiter schlossen sich mutig an und während die Münchner bleich und abgemagert, vom Elend zusammengekauert in verschlossenen
Stuben saßen, erschallte draußen auf einmal fröhliche Musik. Die Schäffler zogen aufgeputzt zum Marktplatz, wo sie mit grünbelaubten Reifen einen Rundtanz aufführten. Bald wurde es wieder lebhaft in den Straßen. Da die Schäffler ihren Zweck erfüllt hatten, durchzogen sie nach dem Tanz feierlich zur Musik die Stadt. Danach sprangen die Metzgerlehrlinge in den Fischbrunnen, um zu zeigen: Luft und Wasser sind rein.



Das ist der Ursprung des Schäfflertanzes, der damals vom Haus des sogenannten Himmelschäfflers – Am Färbergraben 20 – loszog. 1631 wurde es neu erbaut. Auf der Fassade war das Bild zweier Schäffler zu sehen, die ein Fass binden, und darunter die Inschrift:


Uli Singer

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