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Benedikta Padberg mit 92 noch fit am Klavier

Sie ist bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund: Benedikta Padberg, Spross aus der Gilchinger Gärtnerfamilie Wurm, feiert in zwei Tagen ihren 92. Geburtstag.

Gilching – Schon als Kind stand für Benedikta Padberg fest, ihre berufliche Zukunft in der Musik zu suchen. Mentor war kein Geringerer als der berühmte Kapellmeister Josef Horn. Die Musik ist und war für sie Lebenselixier und Jungbrunnen gleichermaßen. Weshalb sie auch mit 92 nicht ans Aufhören denkt und wie ehedem beim „Gilchinger Salon-Ensemble“ im Einsatz ist. Zwar brach sie sich kürzlich an der linken Hand ein paar Finger. Doch es wäre nicht „die Benedikta“, hätte sie klein beigegeben. „Aufgeben kennt sie nicht“, erzählt Franz Grimmel, Gitarrist des Ensembles. „Sie hat trotz gebrochener Finger beim letzten Auftritt mitgespielt.“ Weiter mit dabei Hans Hartmann an der Klarinette sowie Günther Blum am Kontrabass.

Das „Gilchinger Salon-Ensemble“ mit Franz Grimmel (Gitarre), Günther Blum (Kontrabass),
Benedikta Padberg sowie Hans Hartmann an der Klarinette.

Geboren wurde Benedikta Padberg als Zweitjüngste von insgesamt elf Mädchen und zwei Buben. Im Alter von 45 Jahren starb der Vater, die jüngste Tochter war da gerade einmal drei Monate alt. Für die Kinder bedeutete der frühe Tod des Ernährers, in die Hände zu spucken und die Mama in der Gärtnerei zu unterstützen. Als Ausgleich zum harten Arbeitsleben durften die Kinder Musikunterricht in der angrenzenden Rosenburg nehmen. „Ich erinnere mich noch gut daran, als wir sonntags den großen Tisch in den Hof trugen und gemeinsam gesungen und musiziert haben“, erzählt Benedikta Padberg. „Spaziergänger blieben oft am Zaun stehen und haben uns zugehört.“

Da ihr zudem das Talent mitgegeben wurde, nicht nur zu singen, sondern auch Orgel, Zither sowie Klavier zu spielen, setzte sich der Gilchinger Josef Horn, Komponist und Hofkapellmeister im Bayerischen Hof, für sie ein, das Konservatorium zu besuchen. Nach zwei Jahren jedoch musste sie es wieder verlassen – es gab viel Arbeit in der heimischen Gärtnerei und wenig Verständnis für eine Karriere als Pianistin.

1956 heiratete sie Franz Padberg. Das Paar bekam sieben Kinder, fünf Buben und zwei Mädchen. Trotz viel Arbeit blieb Zeit für Hausmusik. Die junge Mutter übernahm zudem den Posten als Organistin in St. Nikolaus, später auch in St. Vitus und St. Sebastian. Zudem leitete sie Kirchen- und Jugendchöre sowie den Männergesangverein. „Wichtigster Mann im Männergesangverein ist eine Frau mit sieben Kindern“, titelte der Journalist Paul Sahner 1971 anlässlich ihres 40. Geburtstage in einer Münchner Lokalzeitung.

In Erinnerung ist Padberg ein Auftritt nach Kriegsende bei den Amerikanern auf dem Flughafen Oberpfaffenhofen geblieben. „Ich leitete damals schon einen Kinderchor, mit dem sollten wir an Weihnachten ´Stille Nacht`auf Englisch singen. Den Text kann ich noch heute.“

Die Feiertage sind vorbei, man schreibt das Jahr 2023. Doch für Benedikta Padberg steht ein weiteres Fest bevor, der Anlass zum Feiern gibt. Am kommenden Mittwoch, 11. Januar, feiert die Trägerin der Gilchinger Verdienstmedaille ihren 92sten Geburtstag. Um Gratulanten braucht sie sich nicht sorgen. Zählen zur engsten Familie doch sieben Kindern, 13 Enkel und fünf Urenkeln sowie unzählige Fans und Freunde. Uli Singer

Uli Singer

KURZVITA zu mir, als Initiatorin der Online-Zeitung: Geboren 1946 in München, Untergiesing war für viele Jahre meine Heimat. Wir hatten einen Zooladen an der Humboldstraße, was für mich bedeutete, sieben Tage die Woche neben der Schule auch "meinen Mann" im Laden zu stehen. Naja, geschadet hat es nicht. Seit etwa 30 Jahren bin ich als Journalistin und Fotografin unterwegs, schreibe Bücher und bin außerdem Vorsitzende des Vereins Kinderinsel. Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt eines aufregenden Lebens... Mehr dazu kommt demnächst in meiner Biografie unter dem Titel "Madl, laß da net ins Hirn scheißen". Ein Tipp, den mir der bayerische Volksschauspieler Hans Brenner mal mit auf den Weg gab. Hier noch eine kleine Bitte: Die neue Online-Zeitung macht zwar unheimlich viel Spaß, aber auch ganz viel Arbeit. Beteiligt ist ein Team von rund fünf Mitarbeitern. Die wollen zwar alle kein Gehalt, aber es sollte wenigstens ein Obolus für durchgearbeitete Nächte, Fotos und sonstige Dienstleistungen drin sein. Dafür haben wir gut versteckt - nein, es kommt auf das Endgerät an - einen Spenden-Button eingerichtet. Da steht bewusst keine Summe drauf, damit jeder, der uns unterstützen will, spenden kann, was möglich ist. Und wenn's nur ein Euro ist und diesen rund eine Millionen Menschen überweisen, Juhuuu, nicht auszudenken. Vielen Dank und viel Spaß beim Schmökern...

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