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A scheene Gschicht aus dem Leben der Starnberger Bauern

Helmut Wagner erzählte, wie es anno dazumal war

Landkreis – Fast wäre das Jubiläum untergegangen. Immerhin feierte die Starnberger Bauern heuer 50 Jahre Kreisbauerntag. Und nach einer Unterbrechung – für ein Jahr wich man zum „Alten Wirt“ in Gilching aus – dem folgten zwei Jahre Corona-Pause – feierten die Bauern den traditionellen Lichtmesstag heuer wieder im Klostergasthof in Andechs. Erstmals mit Trixi Scheitz als neue gewählte Kreisbäuerin sowie Georg Holzner, der als Nachfolger von Georg Zankl die Nachfolger als Kreisbauer angetreten hat. Ehrengast beim diesjährigen Lichtmesstag war unter anderem der neue BBV-Präsident Günther Felßner, der seinen Besuch auf dem „Heiligen Berg“ es als einen „ganz besonderen Moment“ bezeichnete, dass er hier an diesem besonderen Ort eine Rede halten dürfe. Gezeigt wurde außerdem ein Video-Clip aus dem Jahre 2013. Damals feierten die Starnberger Bauern 40 Jahre Kreisbauerntag. Eine launige Rede hielt seinerzeit der damalige Kreisbauer Helmut Wagner:


Ein kleiner Rückblick zum Nachlesen

Vor zehn Jahren, im Februar 2013, feierten die Starnberger Bauern 40 Jahre Kreisbauerntag im Klostergasthof in Andechs. Als Festredner wurde seinerzeit Helmut Wagner verpflichtet. Der passionierte Landwirt und ehemalige Kreisobmann war es auch, der die Traditionsveranstaltung 1973 ins Leben gerufen hat. Es war mehr ein Zufall, als dass sich Helmut Wagner im Jahr 1972 um den Posten des Kreisobmanns der Starnberger Bauern gerissen hätte. „Mein Wunschkandidat war der Heinrich Will aus Gilching. Er wollte es auch machen. Doch zwei Tage vor der Wahl erklärte er mir, dass er nun in Gilching für das Amt des Bürgermeisters kandidieren wird und deshalb nicht mehr zur Verfügung steht“, erinnerte sich Wagner. Nachdem er Ehefrau Maria um Erlaubnis gefragt und die nichts dagegen hatte, erklärte sich damals der heute 79Jährige sofort bereit, den verantwortungsvollen Posten zu übernehmen. „Wir waren a junge Mannschaft, mir ham a richtige Aufbruchsstimmung ghabt, es waren viele aktive Leute dabei und ich muss sagen, es hod richtig Spaß gmacht. Und, es is relativ guad glaffa.“


Mit 28 Jahren war er seinerzeit der jüngste Kreisobmann Deutschlands. In enger Zusammenarbeit mit dem seinerzeit neu gegründeten Maschinenring sei man dann von Dorf zu Dorf gezogen, um Vorträge zu halten, sagte Wagner. „I hob zwar no wenig Ahnung ghabt, aber gredt hob i trotzdem.“ Dem wortgewandten Landwirt aus Hadorf kam zugute, dass er keinerlei Hemmungen davor hatte, bis zu den höchsten politischen Stellen vorzudringen, um dort die Sorgen seiner Bauern vorzutragen. Als zum Beispiel unter Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle der Milchpreis im Keller angekommen war, schrieb er an Ministerpräsident Franz Josef Strauß, ein Förderer von Kiechle: „… die Bauern fühlen sich gekennzeichnet von Unverständnis und Resignation und Wut auf die CSU. Wenn Sie in Bayern die absolute Mehrheit verlieren wollen, können Sie ruhig die Zügel schleifen lassen. Wenn sie diese Mehrheit aber behalten wollen, dann versuchen Sie, dass die Sünden von Bonn und Brüssel wieder gut gemacht werden.“ Namentlich unterschrieben etliche CSU-Mitglieder die signalisierten, auszutreten, wenn sich nichts bessere. Was laut Wagner zur Folge hatte, dass Strauß persönlich bei Bundeskanzler Helmut Kohl vorgesprochen und innerhalb weniger Tage nicht nur die Mehrwertsteuer erhöht wurde, „was zum Ausgleich der niedrigen Preise für uns wichtig war“, sondern auch etliche andere Wünsche der Bauern erfüllt wurden. Um aber noch mehr politisches Gewicht zu bekommen und auch öffentlich an Ansehen zu gewinnen, regte Wagner an, 1973 den Kreisbauerntag ins Leben zu rufen. „Wennst politisch was erreichen willst, dann brauchst die öffentliche Meinung hinter dir.“ Kreisobmann war Helmut Wagner bis 1987. Er wurde von Georg Schwojer abgelöst. Von 1986 bis 2001 war Wagner außerdem Vorsitzender des Verbands landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen.

Uli Singer

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