Sinnlos bis lebensgefährlich?
Heftige Proteste gegen Entscheidung im Gilchinger Verkehrsausschuss
Selten schaffte eine Entscheidung des Gemeinderates – explizit des Verkehrsausschusses in Gilching – eine derartige Flut von verärgerten Zuschriften und entsetzten Facebook-Eintragungen. Mit 6 zu 5 entschied das Gremium, wie berichtet, dass künftig Radfahrer an der Unterführung Römerstraße nicht mehr über den höher gelegenen und sicheren Geh- und Radweg fahren dürfen, sondern sich in die stark frequentierte Römerstraße einreihen müssen.
Gut, ein roter Fahrradstreifen soll den Autofahrern signalisieren, dass hier auch Radfahrer unterwegs sein könnten. Die Straße ist aber gefühlt viel zu eng, um den beidseitigen Auto-Verkehr, inklusive Radfahrer, sicher aneinander vorbeizulassen.
Wer die Strecke schon einmal gefahren ist, egal ob mit Auto oder per Rad, fragt sich allen Ernstes, hä, geht’s noch? Da radelt dann demnächst eine 70Jährige schwer atmend die etwa siebenprozentige Steigung Richtung Argelsried hoch und muss anhalten, weil vorne an der Querung Landsberger Straße die Ampel rot anzeigt. Schaltet die Ampel auf Grün um, muss die alte Dame dann per Muskelkraft starten und sich die Steigung empor kämpfen. Für einen E-Biker und geübten Rennradler kein Problem. Doch für die ältere Bevölkerung – es gibt rund 6000 Bürger über 60 Jahre in Gilching, die durchaus auch noch radelnd unterwegs sind – ein lebensgefährliches Unterfangen.
Da fragt sich Otto Normalbürger dann schon, wieso ohne Anlass – seit 1987 lief die Regelung gleichberechtigter Geh- und Radweg einwandfrei – viel Geld für Baumaßnahmen ausgegeben werden muss, nur um…? Ja, um was eigentlich?
Hier geht es zum Artikel https://stanet.de/eine-fuer-nicht-motorisierte-verkehrsteilnehmer-als-gefaehrlich-dargestellte-kreuzung-soll-nun-entschaerft-werden



