Straftaten im Landkreis Starnberg um 14 % angestiegen
Gautings Polizeichef Andreas Ruch präsentierte die Kriminalstatistik 2025
Die Straftaten im Dienstbereich der PI Gauting – dazu gehören auch die Gemeinden Gilching und Krailling – stiegen um 14 % auf 1.284 Fälle (Höchstwert). Dieser Anstieg ist primär auf die neue Zuständigkeit auch für die Gemeinden Krailling mit Stockdorf zurückzuführen, betonte Gautings Inspektionsleiter Andreas Ruch. Auch die Einsatzzahlen seien um 15 % auf knapp 4.600 gestiegen
Die besagte Steigerung von 14 Prozent bei den Straftaten ist primär auf die im letzten Jahr erfolgten Übernahme der polizeilichen Zuständigkeit für die Gemeinde Krailling und für den Ortsteil Stockdorf zurückzuführen, die bislang beide von der PI Planegg betreut wurden, erklärte Andreas Ruch, Leiter der PI Gauting (Foto). Durch die dadurch bedingte Vergrößerung des Dienstbereiches der PI Gauting, die nun für insgesamt 49.140 Einwohner (Stand: 31.12.2025) zuständig sei, war von einem deutlichen Anstieg der Gesamteinsatzbelastung und einem entsprechend adäquaten sowie vorhersehbaren Anstieg der Kriminalitätsbelastung geprägt

Ermittlungserfolg und Sicherheit
• Aufklärungsquote: Steigerung auf 62,1 %.
• Tatverdächtige: 729 Personen wurden ermittelt (+33,8 %).
• Vergleich: Trotz des Anstiegs bleibt die Kriminalitätsbelastung in Gauting, Gilching und Krailling deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt; die Region gilt weiterhin als sehr sicher.
Einzelschicksal: Femizid in Krailling
Überschattet wurde die Statistik durch einen brutalen Femizid am 14. Juni 2025 in Krailling, bei dem ein 36-jähriger Mann seine Ehefrau trotz bestehenden Kontaktverbots ermordete.
Entwicklung in den Gemeinden
• Gauting: Leichter Anstieg auf 599 Taten (+2 %).
• Gilching: Erfreulicher Rückgang auf 508 Taten (-3,2 %).
• Krailling: 182 Taten mit der höchsten Aufklärungsquote (65,9 %).
Deliktsbereiche im Fokus
• Diebstahl: Insgesamt leicht rückläufig, aber massiver Anstieg bei Ladendiebstählen (+123 %). Fahrraddiebstähle konzentrieren sich auf den Bahnhof Gauting.
• Betrug & Internet: Zunahme um 30 %. Besonders „Schockanrufe“ verursachten hohen Schaden (allein in Krailling über 160.000 €).
• Gewalt & Sachbeschädigung: Rohheitsdelikte stiegen um 14,4 %; Sachbeschädigungen (oft mit Bezug zur Fußballszene oder an Kfz) bleiben auf hohem Niveau.
• Wohnungseinbrüche: Ein positiver Trend mit nur noch 5 Fällen im gesamten Gebiet (-16,7 %).
• Drogen & Jugend: Die Rauschgiftkriminalität stieg um 21 %. Sorge bereitet zudem die Zunahme von Kinderpornografie in jugendlichen Chatgruppen, weshalb die Polizei verstärkt auf Prävention an Schulen setzt.
Im Bereich der Rauschgiftdelikte kam es im Jahr 2025 zu 29 Fällen, was einer Steigerung um 21 Prozent mit 25ermittelten Tatverdächtigen (8 weiblich, 17 männlich) entspricht. Bei den sichergestellten Rauschgiften ist traurigerweise auch nahezu das gesamte Spektrum von illegalen Drogen von Kokain, Amphetamin bis Crystal vertreten.
Im Zuständigkeitsbereich der PI Gauting wurden 38 Fälle der Verbreitung pornographischer Schriften zur Anzeige gebracht. Insbesondere in Chatgruppen von Jugendlichen unter anderem durch das Versenden von Nacktfotos von Minderjährigen treten diese Fälle sehr häufig auf, und nehmen auch weiter zu. Die Gautinger Polizei setzt bei diesem Deliktsfeld auf Prävention insbesondere durch ihre beiden Jugendbeamten in den Gautinger und Gilchinger Schulen, aber auch auf Ermittlungsmaßnahmen zu digitalen Spuren. In der Folge gehören richterlich angeordnete Wohnungsdurchsuchungen bei Tatverdächtigen und Sicherstellungen der digitalen Endgeräte zu den obligatorischen Folgemaßnahmen.




