Gilching wählt bunt: Acht Fraktionen im neuen Gemeinderat
Die Bürgermeister-Stichwahl zwischen Siegl (FW) und Schrafstetter (CSU) findet am Sonntag, 22. März statt
Stabile Mehrheit für die „Mitte“?
Gilching – Der neue Gilchinger Gemeinderat wird deutlich vielfältiger, aber auch zersplitterter. Während die CSU als klarer Wahlsieger hervorgeht, ziehen mit der AfD (zwei Sitze) und der Linken (ein Sitz) neue Kräfte ins Ratsgremium ein. In Punkto Bürgermeisterwahl kommt es am Sonntag, 22. März, zu einer Stichwahl: im Rennen Stefan Siegl von den Freien Wählern sowie der CSU-Kandidat Roland Schrafstetter.
Gleichwohl es im neu zusammen gesetzten Gemeinderat in Gilching nach einer Zersplitterung aussieht, könnte es dennoch zu einer stabilen Arbeitsbasis kommen. Kommt doch die sogenannte „bürgerliche Mitte“ (CSU, FW, BfG und FDP) gemeinsam auf 13 Mandate. Da der künftige Bürgermeister – entweder Stefan Siegl (FW) oder Roland Schrafstetter (CSU) – (die Stichwahl ist am 22. März) ebenfalls aus diesem Lager kommt, steht eine rechnerische Mehrheit von 14 zu 11 Stimmen im 24-köpfigen Ratsgremium. Eine generell gute Basis, gestärkt durch die gemeinsame Linie unter anderem bei der Debatte um die „Gilchinger Glatze“ zu gehen.
Im Gemeinderat sind ab dem 1. Mai die CSU mit sieben Sitzen (plus ein Sitz) vertreten, die Freien Wähler mit vier, ebenfalls plus einem Sitz, die Grünen wie auch die SPD mit jeweils vier, beide minus zwei Sitze, neu die AfD mit zwei, sowie die Bürger für Gilching, die FDP sowie die Linke mit je einem Sitz.
Dass die SPD so Federn lassen musste, während die CSU ihre Schlappe von vor sechs Jahren ausbügelte, ist schon eine klare Ansage. Jetzt bleibt abzuwarten, wer in der Stichwahl das Rennen um den Rathaussessel macht.
Die Ausgangslage für die Stichwahl
• Der 49Jährige Stefan Siegl (FW) schaffte 33,2 Prozent der Wählerstimmen), geht mit einem hauchdünnen Vorsprung von 2,6 % in die Stichwahl. Er punktet vor allem in seiner Rolle als „Macher“ aus dem Ehrenamt und seinem Fokus auf eine ideologiefreie, pragmatische Politik.


• Der 58Jährige Roland Schrafstetter (CSU) kam in der Gunst der Wähler auf 30,6 Prozent. Er setzt auf seine fachliche Expertise als Bauingenieur, was bei den anstehenden Großprojekten (Ortskern, Mobilität) ein gewichtiges Argument ist. Die CSU im Rücken gibt ihm zudem die stärkste Hausmacht im Gemeinderat.
Woher kommen die Stimmen?
Die große Preisfrage für die Stichwahl: Wo wandern die 36,2 % der Stimmen hin, die im ersten Wahlgang an Steffi Weller (SPD, 21,8 %) und Melanie Kude (Grüne, 14,4 %) gingen?
• Inhaltlich liegen SPD und Grüne bei Themen wie Mobilität oft näher an den Freien Wählern, während die CSU traditionell eher konservative Wähler bindet.
• Andererseits hat die CSU im Rat angekündigt, mit der „bürgerlichen Mitte“ (zu der auch die FW gehören) zusammenarbeiten zu wollen. Es bleibt also ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen.
Uli Singer




