Preisgebundener Wohnraum steht unter anderem im Fokus von Wolfgang Scherbaum
Er steht auf der CSU-Liste für den Gemeinderat auf Platz 20
Gilching – Nein, ein ganz und gar braves Kind war Wolfgang Scherbaum nicht. Der Familienvater von drei Buben (8, 16 und 17) probierte schon als Schüler eigene Wege zu gehen. „Leider war ich ein sehr schwieriges Kind und bin auch zweimal von der Schule geflogen“, räumt der 45Jährige Bauunternehmer ein. Längst aber weiß er, wo es lang geht und was der Gemeinde entwicklungsmäßig noch gut täte. Deshalb hofft er, obwohl auf einem nicht sehr aussichtsreichen Platz 20 gesetzt, den Einzug in den Gemeinderat zu schaffen.
Aufgewachsen auf einem großzügigen landwirtschaftlichen Anwesen zwischen Altdorf und Wiesmath stand Wolfgang Scherbaum und seinen zwei Geschwistern die Welt offen. „Undenkbar in der heutigen Zeit, aber wir waren stundenlang alleine unterwegs. Mit unseren Nachbarn, den Zankl-Buam, ham mia uns im Saustoi gsuhlt oder mia warn im Woid und ham Räuber und Gendarm gspuit. Das kennen die heutigen Kinder gar nicht mehr. Was ich sehr schade finde.“

Nach dem Flegelalter gings aufwärts
Doch wie so viele andere Kinder auch, die sich im so genannten Flegelalter austobten – „ich fand einfach das Feiern schöner und das Nachtleben viel spannender, als die Schule – fand auch Scherbaum zurück aufs richtige Gleis. Er schaffte das Abitur, studierte Betriebswirtschaft und fing als Diplom-Kaufmann beim Logistik-Unternehmen Reichhart an. „Das war das Beste, was mir passieren konnte. Meine Zeit bei Reichhart war prägend für meinen weiteren beruflichen Werdegang.“
Heute kümmert er sich als Ein-Mann-Betrieb darum, Grundstücke zu entwickeln und zu versuchen, so viel als möglich Wohnraum zu schaffen. Weshalb ihm das Thema „Bezahlbarer Wohnraum“ auch am Herzen liegt. „Wir brauchen in Gilching dringend preisgebundenen Wohnungsbau unter Federführung der kommunalen Verwaltung. Es gibt auch noch viele Grundstücke zwischen bebauten Flächen, die dafür geeignet wären. Und, es muss die Gemeinde auch den Mietpreis festzurren und die Hand darauf halten, um Familien, die sich teure Wohnungen nicht leisten können, eine menschenwürdige Unterkunft zur Verfügung zu stellen.“

Der Stillstand muss ein Ende haben
Generell aber bedauert Scherbaum den seit Jahren anhaltenden Stillstand in der Gemeinde. „Die letzten Jahre ging nichts vorwärts. Alles was entstanden ist, war schon durch die vorigen Bürgermeister angeschoben und wurde lediglich fertig gestellt. Als echter Guichinger geht es mir aber darum, dass meine Heimat nicht unter dem Stillstand leidet sondern dass endlich wieder Projekte angepackt werden, die längst schon auf der Agenda standen. Unter anderem der Vorplatz am Bahnhof Gilching-Argelsried, der attraktiver gemacht werden sollte, das Ortszentrum , das schön langsam verödet oder aber auch der lange zugesagte Bewegungspark für Senioren.
Auch das für die Gemeinde so wichtige Mobilitätskonzept stehe seit vielen Jahren auf der To-Do-Liste, bedauert Scherbaum. „Um jedoch für alle Verkehrsteilnehmer wie auch für den Einzelhandel und die fußläufigen Menschen gleichermaßen eine umsetzbare Lösung zu finden, muss eine Planung in Angriff genommen werden, die nicht von einem auswärtigen Büro der Gemeinde übergestülpt wird, sondern an der alle Betroffenen mitarbeiten. Wir haben schon so viel Geld für Gutachter, Workshops und nicht sehr erfolgreiche Bürgerdialoge ausgegeben, so dass endlich mal ein umsetzbares Ergebnis her muss.“
Ja, und dann müsse auch endlich der Dauerbrenner „Gewerbegebiet Nord“ angepackt werden, so Scherbaum. „Um weiterhin auf die bisher florierenden Steuer-Einnahmen durch unsere Gewerbetreibenden bauen zu können, die notwendig sind, um unsere sämtlichen sozialen Aufgaben und freiwilligen Leistungen finanzieren zu können, muss Nord erweitert werden. Erstens gibt es viele Anfragen von neuem Gewerbe, das sich in Gilching ansiedeln will, aber auch von bestehenden Gewerbetreibenden, die expandieren wollen. Dringend notwendig ist außerdem die Gründung eines so genannter „Handwerkerpark“, wo sich alle miteinander vernetzen und voneinander profitieren.“
Uli Singer



