Was gibt es Neues in Sachen Starnberger Seeanbindung und Bahnhofsumbau?
Zu einer kurzen Stippvisite schaute Staatssekretär Ulrich Lange am Bahnhof See vorbei
Starnberg – Die nächsten sechs Jahre wird sich in Sachen „Seeanbindung“ und Bahnhofsumbau wohl nichts (Er-)Bauliches tun, war das Fazit ein Art „Pressekonferenz“, die am heutigen Dienstag auf dem nach wie vor dachlosen Bahnsteig am See stattfand. „Wir haben Glück, dass heute die Sonne scheint“, stellte Bürgermeister Patrick Janik angesichts des desolaten Zustandes des Daches frotzelnd fest.
Mit bei dem Pressegespräch dabei der kurzfristig eingeladene Ulrich Lange, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Er gab bekannt, dass der Gesprächsrahmen demnächst um den Bund sowie den Freistaat Bayern erweitertet werden soll. Lange metaphernstark: „Wir möchten alle Beteiligten an einen Tisch bringen, um etwas, sozusagen vom Abstellgleis zu holen, und wieder langsam in Fahrt zu bringen.“ Laut Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik haben sich möglicherweise die Chancen erhöht, so dass die Stadt in ihren schon eine ganze Weile laufenden Gesprächen mit der Deutschen Bahn zu einer allseits befriedigenden Lösung kommen könnte. Was genau, das steht noch in den Sternen.
Rückblickend stellte Ulrich Lange fest, dass er den „Bahnhof See“ laut eigener Aussage zuletzt erlebt habe, „als unsere Kinder klein waren“, nahm jedoch beim Termin mit dem Bürgermeister die Gelegenheit wahr, den „Stein des Anstoßes“ (Janik) bzw. den casus belli, also den ewigen Zankapfel zwischen Bahn und Stadt, kurz in Augenschein zu nehmen. Allzu große Erwartungen an sein leibhaftiges Erscheinen in Starnberg dämpfte der Staatssekretär jedoch postwendend: „Wir sind uns der Komplexität der Angelegenheit sehr wohl bewusst“, so der Ministeriale, aber man möge doch bitte nicht denken, „da kommt einer aus Berlin, und das Problem ist gelöst“.
Lange betonte einmal mehr, dass der Bund derzeit „nicht unmittelbar Verfahrensbeteiligter“ sei, gab jedoch einen kleinen Hinweis, in welche Richtung er die schon länger anhaltenden Gespräche zwischen der Stadt Starnberg und der Deutschen Bahn zur Vermeidung einer Schadenersatzklage gegenüber der Stadt in Höhe von 177 Millionen Euro sinnvollerweise lenken würde: „Jeder Vergleich ist am Ende besser als ein vollumfängliches Urteil, auch wenn man meint, vollständig im Recht zu sein.“
Patrick Janik präzisierte auf Fragen der bei dem Gespräch ebenfalls anwesenden FDP-Bürgermeister-Kandidatin und FDP-Stadträtin Anke Henniger, dass die mögliche Klage der Bahn keineswegs vom Tisch sei: „Hätte die Bahn die Absicht, uns aus unseren Verpflichtungen aus den Bahnverträgen zu entlassen, hätte sie das längst getan.“
Zu weiteren Fragen an den Staatsekretär, ob denn nicht auch eine „kleinere Lösung“ als die momentan verfolgte beim Umbau des Bahnhofs möglich sei, mochte dieser sich nicht äußern: „Das ist nicht Sache des BVM, sondern der DB-Abteilung InfraGo“, betonte Lange. Und Janik ergänzte: „Entgegen manch öffentlichen Darstellungen gibt es noch immer eine große Mehrheit in Starnberg für die von uns favorisierte „Variante 7e“ der Seeanbindung.“ Und schon war der kurzfristig einberufene Termin auch schon wieder zu Ende – der Staatssekretär musste zum nächsten, und eilte schleunigst die nicht barrierefreie Bahnhofstreppe hinab.



