„Wir sind guter Dinge, dass der Bund auch weiterhin hinter dem Starnberger Tunnel steht“
Mario Pulc vom Staatlichen Bauamt Weilheim sieht Licht am Horizont
Starnberg – „Es gibt keine Alternative zum B 2-Tunnel.“ So lautet das Fazit des zuständigen Referenten beim Staatlichen Bauamt Weilheim, Mario Pulc. Er berichtete am Montagabend im „Tutzinger Hof“ in Starnberg zusammen mit seinen Behördenleitern anlässlich einer gut besuchten Informationsveranstaltung des Vereins „Umweltgerechte Verkehrsentlastung Starnberg“ einmal mehr zum Thema „Realisierungschancen und Baufortschritt“.
Zu Beginn der Veranstaltung hatte Jürgen Busse, der Vorsitzende des Vereins und Gastgeber des Abends, die wechselvolle Historie des Vorhabens resümiert und festgestellt: „Wenn es ein Projekt gibt, das beweist, dass wir hier in Deutschland gründlich arbeiten, dann ist es dieser Tunnel.“
Mario Pulci und Kollegen wiederum traten mit detailreich unterlegten Aussagen einigen zuletzt aufgekommenen Spekulationen entgegen, der Tunnel könne in Anbetracht der auf mindestens 660 Millionen Euro hochgeschnellten Kosten eventuell doch nicht gebaut werden. „Auch wenn man zwischendurch mal den Glauben verlieren konnte“, so Pulci mit Verweis auf knapp 40 Jahre Diskussion rund um das in Starnberg durchaus umstrittene Großprojekt, 2026 werde mit dem sogenannten „Haupt-Los“, dem eigentlichen Tunnelbau, sowie dem die Grundwasserströme am Almeidaberg lenkenden „Düker 3“ begonnen. Formale Voraussetzungen dafür sind die Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums zur Kostenfortschreibung (in Kürze erwartet) sowie die abschließende Behandlung der noch anhängigen Klagen gegen den Planänderungsbeschluss – auch da sei man praktisch auf der Zielgerade, habe bereits Einigungen mit den Klage Führenden erreicht, so der Referent. „Wir sind guter Dinge, dass der Bund auch weiterhin hinter dem Projekt steht“, betonte Pulci.
Die frühere CSU-Stadträtin Hannelore Hartmann, ursprünglich eine Tunnel-Skeptikerin, befand: „Es ist eigentlich ein Segen, dass der Tunnel so lange gebraucht hat, denn sonst hätte es nicht diese zahlreichen Verbesserungen gegeben“, welche aus ihrer Sicht gegenüber der ersten Planfeststellung unbedingt notwendig gewesen seien. Hubert Philipp aus Pöcking, wie auch manch anderer Gast, prophezeite mit Blick auf die weitere Kostenentwicklung: „Wir werden wohl bei einer Milliarde rauskommen“, und rechnete seinerseits vor, dass bei einem geplanten „Verbau von 170.000 Tonnen Stahlbeton“ die in die Bewertung einfließende CO-2-Einsparung „gleich Null“ sein dürfte. Angelika Wahmke, für die UWG als Stadträtin kandidierende Starnbergerin, regte an, dass das Staatliche Straßenbauamt Weilheim wieder sein regelmäßiges Infocenter aufnehmen möge: Insbesondere ältere Mitbürger „gehen nicht so locker-flockig ins Internet“, um sich über den Stand der Dinge zu informieren, erklärte Wahmke.
Unter den Anwesenden hielten sich an diesem Abend die Tunnelgegner und Befürworter in etwa die Waage – in jedem Fall hätte der Verein „Umweltgerechte Verkehrsentlastung Starnberg“ auch den kompletten Versammlungssaal füllen können, statt nur den Nebenraum. Fragen zum Projektstand stellten naturgemäß fast nur die Kritiker, doch als jemand wissen wollte, warum man nicht auch das Nutzen-Kosten-Verhältnis einer Nord-Umfahrung habe berechnen lassen, erhielt er die wohl deutlichste Antwort: „Weil sie niemals gebaut werden wird.“



