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Stellungnahmen zur Podiums-Diskussion Fluglärm

Stellungnahmen der Kandidaten Matthias Vilsmayer (FW) sowie Britta Hundesrügge (FDP), die aus terminlichen Gründen absagten. Ute Eiling-Hüttig hatte keine Stellungnahme abgegeben. Hier geht es zurück zur Hauptseite: AfD mit im Boot der Fluglärm-Gegner – Stanet.de


Matthias Vilsmayer, Landtagskandidat der Freien Wähler:

Vorneweg möchte ich auf die Historie des Sonderflughafens in Oberpfaffenhofen und in Folge auf die in Ihrem Papier aufgestellten Forderungen eingehen:

Eröffnet wurde der Flughafen 1936. Das Unternehmen des Flugzeug-Ingenieurs Claude Dornier sowie der Flughafen im Besonderen prägten die Entwicklung Gilchings maßgeblich. Gut, vielen Gilchingern sowie Gilchingerinnen ist Claude Dornier heute kein Begriff mehr. Seinen Namen trägt aber immer noch die sogenannte „Dornier-Siedlung“ entlang der Sonnenstraße, die für viele Menschen noch heute eine Heimat ist. 1939-1941 entstanden dort über 100 Wohnungen und mehr als 50 Einzelhäuser.

Es ist unstrittig: unsere Region profitiert bis heute von der Ansiedlung des Flughafens, den damit verbundenen Firmenansiedlungen sowie vieler damit verbundener Arbeitsplätze.

Auf den Punkt gebracht: Am Wirtschaftsstandort Campus Oberpfaffenhofen arbeiten heute rund 12.000 Beschäftigte, vorwiegend bei luft- und raumfahrtaffinen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Auf dem Air Tech Campus selbst sind es rund 4.000 MitarbeiterInnen, im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. rund 2.000 und bei den Unternehmen in den vier Gewerbegebieten rund um den Flughafen (Technologiepark Weßling / Oberpfaffenhofen, Gewerbepark Gilching Süd, Gewerbepark Gilching West und im Gautinger Gewerbegebiet Galileopark) sind weitere rund 6.000 Menschen beschäftigt. Deshalb halte ich den Flughafen und die damit verbundenen Unternehmensansiedlungen für unsere Region für einen enorm wichtigen Wirtschaftsfaktor.

Sicher ist es notwendig, die Belange der Anwohner und die des Flughafens möglichst so zu regeln, dass ein friedliches Miteinander, wie schon die letzten 90 Jahre, auch für die Zukunft möglich ist. Die Forderungen des Fluglärm e.V. aber – so wie ich Punkt 1 Ihres Fragenkatalogs verstehe – würden notgedrungen eine Schließung des Flughafens zur Folge haben. Nicht auszudenken, was dies für die angesiedelten Unternehmen, generell aber für unsere Region bedeuten würde. Diese Forderung kann ich, bei allem Verständnis für Ihren Wunsch nach mehr Ruhe, in keiner Weise unterstützen.

Die aktuelle Lösung wurde im Jahr 2008 nach langwierigen Verfahren, vielen Diskussionen und Gerichtsverhandlungen als Kompromiss-Lösung zwischen Flughafenbetreiber und allen anliegenden Gemeinden gefunden und beschlossen. Aktuell liegen die Flugbewegungen innerhalb der damals vereinbarten Kontingente, vielmehr werden sie derzeit sogar unterschritten. Die in Ihrem Papier angesprochenen Umweltaspekte bekommen explizit durch den Forschungsstandort Oberpfaffenhofen ein besonderes Augenmerk. Wird doch die vertikale Mobilität bekanntlich weltweit zunehmen, und da ist es doch wünschenswert, dass die gesamte Wertschöpfungskette von Forschung, Lehre und Entwicklung, Produktion, Logistik und Vertrieb in unserer Region angesiedelt bleibt und Deutschland so in die Lage versetzt wird, weltweit passende technisch umweltfreundliche Lösungen anzubieten. Stichwort: E-Fuels und Solarantriebe.

Kurzstreckenflüge lassen sich leider aus verschiedenen nachvollziehbaren Gründen nicht verhindern: Es gibt das Sonntagsflugverbot in Oberpfaffenhofen, das ist bekannt. Die Flugzeuge weichen deshalb unter anderem auf den Flughafen Erding aus und kommen zu den erlaubten Flugzeiten wieder nach Oberpfaffenhofen zur Wartung und zu geplanten Umbaumaßnahmen zurück.

Zum Abschluss noch eine gute Nachricht: Durch leisere Maschinen gehen die Lärm-Emissionen stetig zurück: so nimmt der Fluglärm insgesamt ab. Das bestätigen mir bei meinen Spaziergängen mit Hund durch die Waldkolonie übrigens auch AnwohnerInnen, die dort seit langem leben.

Zum Punkt Förderung: EDMO ist nach meinem Kenntnisstand vom Freistaat nie gefördert worden.

Zusammengefasst: Es handelt sich beim „Campus Oberpfaffenhofen“ zweifelsohne um einen der wichtigsten Wirtschaftsstandorte in Bayern und kommt insgesamt unserer Region und den Menschen, die hier leben und arbeiten, zugute.

Die Abrundung des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen durch weitere Forschungs- und Lehreinrichtungen begrüße ich sehr. Wichtig ist mir, dass die in Oberpfaffenhofen angesiedelten Unternehmen weiterhin Planungssicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten haben, zumal wir ja weiterhin mit den Standorten Ottobrunn und Manching konkurrieren müssen. Ich unterstütze außerdem die Reaktivierung der S-Bahn-Station Weichselbaum (neu: Campus Oberpfaffenhofen) und werde mich dafür einsetzen, damit wir die Erreichbarkeit durch den ÖPNV noch verbessern.


Stellungnahme Britta Hundesrügge (FDP)

Stellungnahme Britta Hundesrügge (FDP)

Uli Singer

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