Markus Söder zu Gast in Andechs – Rückenwind für die CSU im Landkreis
Kurz vor den Kommunalwahlen traf man sich zu einem launigen Treff am Vormittag
Andechs – Defiliermarsch, viel Applaus und ein Ministerpräsident im Gesprächsmodus: Der Besuch von Markus Söder im Florianstadl in Andechs setzte am Wochenende – wenige Tage vor der Kommunalwahl – ein sichtbares Zeichen. Eingeladen hatte die Kreis-CSU unter Federführung der Landtagsabgeordneten Ute Eiling-Hütig. Manfred Herz, Vorsitzender der Mittelstandsunion, kam für das Catering auf. Rund 500 Bürgerinnen und Bürger genossen die gute Stimmung – gekommen waren unter anderem Mandatsträger, Kandidaten für die Kommunalwahl am 8. März, Vertreter aus der Wirtschaft, dem Ehrenamt und den Vereinen.
Thema im Laufe der Gespräche war unter anderem die derzeit innerhalb vieler Landkreise diskutierte Idee des – „Einfach-mal-machen-Gesetzes“, wie es Landrat Stefan Frey bezeichnete. So sei geplant, dass künftig so genannte „Modellregionen“ befristet von bestimmten landesrechtlichen Vorgaben abweichen dürfen, um Verfahren schneller und unbürokratischer zu gestalten. Der Landkreis Starnberg habe Interesse signalisiert, als Modellregion mitzuwirken, betonte Frey. Eine feste Zusage habe es zwar nicht gegeben – doch die Signale aus München seien „vielversprechend“.
Doch was wäre schon ein Treffen auf dem Heiligen Berg, ohne dass auch kulinarisch für das Wohlbefinden der Gäste gesorgt wird? „Eine deftige Brotzeit und das Drumherum gehört einfach dazu“, erklärte Herz auf Anfrage. Er hatte einmal mehr das Sponsoring dafür übernommen. Ihm ginge es aber nach eigenen Worten weniger um eine parteipolitische Inszenierung, denn mehr um die persönliche Begegnung zwischen Menschen aus vielen Bereichen, mit denen man bei einem Glaserl Wein oder einem Glas Bier halt besser ins Gespräch komme. „Politik darf nicht nur über Schlagzeilen stattfinden“, betonte Herz. Gerade in schwierigen Zeiten sei es wichtig, den für Bayern verantwortlichen Ministerpräsidenten mal jenseits medialer Zuspitzung kennenzulernen – was aber generell ein wichtiger Aspekt sei, der untereinander in den Kommunen mehr noch gepflegt werden müsse.
Dass das Konzept aufging, zeigte sich im Verlauf des Vormittags: Zwei Monate nach seiner Hüft-OP nahm Söder zwar im Sitzen Platz – beantwortete Fragen zu wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen aber gewohnt, wo angebracht, mit Augenzwinkern. Klare Kante zeigte er unter anderem bei der Erbschaftsteuer („mit mir keine Erhöhung“), bei der Automobilindustrie („Hightech-Verbrenner gehören zur Wertschöpfung unseres Landes“) und in der Migrationsdebatte („Zuwanderung in Arbeit ja – bei Straftätern klare Regeln“). Auch zur Diskussion um Leistungsbereitschaft fand er deutliche Worte.
Doch Söder überzeugte nicht nur durch klare politische Positionen, sondern kam auch als humorvoller Redner an, der sich zur Freude des Auditoriums durchaus selbst ironisch aufs Korn nehmen konnte.
Fazit: Kommunalwahl, Modellregion, Fußball, bayerische Seen, politische Nachtsitzungen, Bier und Leberkas – Bayerns Ministerpräsident präsentierte sich auf allen Ebenen empathisch und nahbar. Zudem nahm er sich anschließend auch viel Zeit, für persönliche Gespräche und für gewünschte Selfies – eine Geste, die von vielen Anwesenden als positiv aufgenommen wurde. Der Applaus im Saal zeigte deutlich: Das Konzept ging auf – die Mischung kam an.
Titelfoto: Andrea Jaksch/Text: Leni Lehmann



