AktuellAllgemeinLandkreis Starnberg

A scheene Gschicht vom Mann am Mond, der einst den Heiligen Berg besuchte

Gastgeber im Kloster Andechs, der 1970 unter anderem Neil Armstrong und weitere Astronauten empfing und sie durch die klösterlichen Räume mit ihren Schätzen führte, war seinerzeit der verstorbene Pater Coelestin. Begeistert erzählte der Geistliche immer wieder, von seiner Freundschaft zu den Astronauten und davon, dass sich Armstrongs Augenmerk insbesondere auf ein kaiserliches Szepter richtete, das er unbedingt einmal in der Hand halten wollte. Anschließend gibt es einen Einführungstext, im Anschluss daran einen einmaligen Original-Film-Mitschnitt, in dem der Geistliche über den Besuch aber auch über weitere Begegnungen erzählte. Viel Spaß…!


Neil Armstrong, der erste Mann, der nachweislich den Mond betreten hat, besuchte im Juli 1970 Deutschland. Nein, nicht weil er als Ziel einen Besuch auf dem Heiligen Berg hatte. Vielmehr kam er wegen eines für einen Apollo-Astronauten ziemlich anachronistischen Hobbys, der Segelfliegerei. Sinnig einquartiert in einem Hotel, das „Peterchens Mondfahrt“ hieß, frönte Armstrong damals seinem Sport auf der Wasserkuppe in der Rhön. Nach den sportlichen Aktivitäten fuhr er weiter nach München, besuchte die Bölkow-Werke in Ottobrunn. Nach anstrengenden Vorträgen und Besichtigungen stand nachmittags Kultur auf dem Programm. Der Mann, von dem man sich auch erzählt, er könnte mit dem lieben Gott höchstens dann etwas anfangen, wenn dieser ein Flugzeug wäre, besuchte Bayerns berühmtestes Kloster Andechs.

Gastgeber war kein geringerer, als der inzwischen verstorbene Pater Coelestin Stöcker (1927 bis 2016). Er führte Armstrong und weitere Astronauten, die ihn begleiteten, durch das Kloster. Unter anderem ging es in die Schatzkammer mit den wertvollen Kunstschätzen. In einwandfreiem Englisch berichtete er den Gästen, woher die Schätze kommen und warum sie im Kloster aufbewahrt werden. Lediglich beim Übersetzen von „Szepter“ und „Kupferstich“ stellten sich beim sprachgewandten und weit gereisten Mönch kleinere Probleme ein.

Armstrong und das kaiserliche Szepter

Aber lassen wir ihn selbst erzählen: „Damals zeigte ich den Astronauten das Szepter, das Kaiser Maximilian im 16. Jahrhundert für die Heilige Kapelle stiftete“, erinnerte sich der Geistliche. „Ob sich nun unser hoher Gast an der historischen Geschichte erbaute, weiß ich nicht zu sagen. Kaum aber vernahm er, dass es sich bei dem Relikt um ein kaiserliches Original-Szepter handelte, wurde Armstrongs Geist lebhaft beflügelt.“ Armstrongs Worte waren damals: „Ich habe zwar als erster Mensch den Mond betreten. Aber ich habe noch nie ein Kaiser-Szepter in der Hand gehabt.“ Pater Coelestin hatte verstanden, dass Armstrong das Szepter gerne selbst halten wollte. Weil es aber im Kloster Andechs keineswegs üblich ist, so wertvolle Kunstgegenstände berühren zu lassen, zögerte er ein klein wenig. Erst als Armstrong gar nicht mehr locker ließ, wurde der Pater schwach. „Ich hab‘ mir gedacht, wenn er schon als erster Mensch den Mond berührt hat, dann kann er auch das Szepter des letzten Ritters des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation berühren.“ Seit jener Zeit aber wurde das Kloster auf Empfehlung von Mister Armstrong relativ häufig von Astronauten heimgesucht. „Nur mit meinem Englisch hat es nicht mehr so geklappt“, bedauerte Pater Coelestin.

Uli Singer

KURZVITA zu mir, als Initiatorin der Online-Zeitung: Geboren 1946 in München, Untergiesing war für viele Jahre meine Heimat. Wir hatten einen Zooladen an der Humboldstraße, was für mich bedeutete, sieben Tage die Woche neben der Schule auch "meinen Mann" im Laden zu stehen. Naja, geschadet hat es nicht. Seit etwa 30 Jahren bin ich als Journalistin und Fotografin unterwegs, schreibe Bücher und bin außerdem Vorsitzende des Vereins Kinderinsel. Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt eines aufregenden Lebens... Mehr dazu kommt demnächst in meiner Biografie unter dem Titel "Madl, laß da net ins Hirn scheißen". Ein Tipp, den mir der bayerische Volksschauspieler Hans Brenner mal mit auf den Weg gab. Hier noch eine kleine Bitte: Die neue Online-Zeitung macht zwar unheimlich viel Spaß, aber auch ganz viel Arbeit. Beteiligt ist ein Team von rund fünf Mitarbeitern. Die wollen zwar alle kein Gehalt, aber es sollte wenigstens ein Obolus für durchgearbeitete Nächte, Fotos und sonstige Dienstleistungen drin sein. Dafür haben wir gut versteckt - nein, es kommt auf das Endgerät an - einen Spenden-Button eingerichtet. Da steht bewusst keine Summe drauf, damit jeder, der uns unterstützen will, spenden kann, was möglich ist. Und wenn's nur ein Euro ist und diesen rund eine Millionen Menschen überweisen, Juhuuu, nicht auszudenken. Vielen Dank und viel Spaß beim Schmökern...

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Vielleicht interessiert Sie auch
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner