Die Gilchinger Tafel räumt die Keck-Villa – wer bekommt nun den Zuschlag
Geht es nach den Freien Wählern, soll eine Übernahme durch die Jugend geprüft werden
Gilching – Bisher gab es viele Pläne, die historische „Keck-Villa“ in Gilching zu nutzen. Von Abriss bis Aufwertung als Bürger-Treff gab es etliche Vorschläge. Das Rennen machte ursprüngliche die „Gilchinger Tafel“ die nach ihren ersten Anfängen in der Sonnenstraße kurz nach der Gründung im Jahr 1999 in die Räumlichkeiten an der Pollinger Straße umzog. Doch nun ist die Tafel unter Federführung der AWO dabei, in die ehemalige Radiologie am Römerstein zu wechseln. Bis Ende Juli soll der Umzug vollzogen sein.
Nun stellt sich die Frage, wer künftig in der Keck-Villa einzieht. Interessenten gibt es einige. Mit einem Antrag an den Gemeinderat setzen sich nun die Freien Wähler für eine Nutzung für die Gilchinger Jugend ein. Laut Matthias Vilsmayer, Fraktionssprecher der Freien Wähler, sollen folgende Punkte zur Diskussion kommen und bestenfalls beschlossen werden:
- Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit Vertretern des Jugendbeirats,
Vertretern der Fraktionen (politische Gruppierungen) sowie den zuständigen
Fachbereichen (insbesondere Jugend, Liegenschaften und Bauamt) die Keckvilla zu
besichtigen und zu prüfen, in welcher Form das Gebäude oder Teile des Gebäudes
künftig als Jugendtreff genutzt werden können. - Dabei ist insbesondere zu untersuchen,
o welche Räumlichkeiten sich für eine Nutzung durch Jugendliche eignen,
o welche baulichen oder organisatorischen Voraussetzungen hierfür geschaffen
werden müssten,
o welche Nutzungsformen (offener Jugendtreff, selbst verwaltete Räume,
Veranstaltungsräume o. Ä.) realisierbar sind. - Die Verwaltung wird ferner beauftragt zu prüfen,
o in welchem Umfang sich Jugendliche bzw. der Jugendbeirat bei Renovierung,
Ausstattung, Organisation und Betrieb aktiv einbringen können,
o welche rechtlichen und versicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen
hierfür gelten,
o ob die Gründung eines Fördervereins „Jugendhaus Gilching“ oder einer
vergleichbaren Trägerstruktur sinnvoll und möglich ist, um das Projekt mit
Unterstützung der Verwaltung sowie örtlicher Unternehmen,
Handwerksbetriebe und Sponsoren eigenverantwortlich mitzugestalten und
dauerhaft zu begleiten. - Die derzeit in der Keckvilla tätigen Streetworker sind frühzeitig in die Planungen
einzubeziehen. Es ist zu prüfen, ob deren Arbeit mit einem zukünftigen Jugendtreff
sinnvoll verknüpft werden kann, ohne den Wunsch vieler Jugendlicher nach
eigenverantwortlich nutzbaren Räumen auszuschließen. - Die Ergebnisse der Prüfung sind dem Gemeinderat mit einer Empfehlung und einem
Umsetzungsvorschlag zur Entscheidung vorzulegen.
Begründung:
Die Ergebnisse der Prüfung sind dem Gemeinderat mit einer Empfehlung und einem
Umsetzungsvorschlag zur Entscheidung vorzulegen.
Seit der Schließung des Jugendhauses an der Weßlinger Straße besteht in Gilching weiterhin
ein deutlicher Bedarf an Räumlichkeiten für Jugendliche. Insbesondere fehlen Orte, an
denen sich junge Menschen eigenständig treffen, Veranstaltungen organisieren oder einfach
Zeit miteinander verbringen können.
Durch den Auszug der Arbeiterwohlfahrt mit der Gilchinger Tafel sind in der Keckvilla
Räumlichkeiten frei geworden. Der Standort ist aufgrund seiner zentralen Lage am Bahnhof
hervorragend erreichbar und bietet grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Nutzung
durch Jugendliche.
Viele Jugendliche wünschen sich ausdrücklich einen Treffpunkt, der nicht ausschließlich
pädagogisch begleitet wird, sondern ihnen auch eigenverantwortliche
Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung vieler Gemeinden, dass
eine Mitwirkung der Jugendlichen bei Planung, Renovierung und Betrieb die Identifikation
mit dem Projekt stärkt und Verantwortung fördert.
Deshalb soll frühzeitig geprüft werden, in welchem Umfang sich der Jugendbeirat und
weitere Jugendliche aktiv einbringen können. Ebenso soll untersucht werden, ob ein
Förderverein oder eine vergleichbare Organisationsform geeignet wäre, das Jugendhaus
gemeinsam mit der Gemeinde, örtlichen Unternehmen und ehrenamtlich Engagierten
langfristig zu unterstützen.
Mit dem Prüfauftrag werden zunächst alle relevanten fachlichen, rechtlichen und
organisatorischen Fragen ergebnisoffen untersucht. Auf dieser Grundlage kann der
Gemeinderat anschließend über das weitere Vorgehen entscheiden.



