Abgewählt bleibt Bernhard Feilzer dennoch den Senioren treu
Der neu gewählte Gemeinderat in Gilching erteilte dem langjährigen Seniorenbeirat eine glatte Absage
Gilching – Überraschend und nicht nur für Bernhard Feilzer schwer nachvollziehbar: Bei der Wahl zum neuen Senioren-Beirat wurde der langjährige Stellvertreter von Hanka Schmidt-Luginger – die Vorsitzende der letzten zwölf Jahre kandidierte nicht mehr – schlichtweg abgehängt. Nach dem Verdauen des ersten Schocks signalisierte der 77Jährige dennoch, auch als Externer den Senioren zur Seite zu stehen.
Das, was die letzten zwölf Jahre seitens des Seniorenbeirats geleistet wurde, trägt maßgeblich die Handschrift der ehemaligen Vorsitzenden sowie ihres Stellvertreters. Während sich Hanka Schmidt-Luginger bei Anstößen neuer Projekte mehr auf ihr diplomatisches Verhandlungsgeschick verließ, war Feilzer stets ein Vertreter klarer Worte. „Das könnte dazu beigetragen haben, dass mich der neue Gemeinderat nicht mehr ins neue Gremium gewählt hat“, mutmaßt Feilzer. Auffallend war es schon, dass die neuen und relativ unbekannten Bewerber 16, 15 und 14 Stimmen bekamen, Feilzer brachte es gerade einmal auf sechs Befürworter. Es wird ein Geheimnis bleiben, denn gewählt wurde geheim.
Ganz nach dem Motto „Schwamm drüber“ hat Feilzer nun den „Neuen“ angeboten, seine über Jahre betreuten Projekte vorerst weiterzuführen und sie nach Einarbeitung des neuen Gremiums auch peu a peu abzugeben.
Darunter fallen unter anderem das „Senioren-Kino“, das „Offene Singen für Senioren“ – nächster Termin ist am 23. Juli, 16 Uhr, im Café Andechser und die Einzelhilfestellung für Senioren am traditionellen Stammtisch, der jeweils am ersten Mittwoch im Monat im Café Reis stattfindet.
Doch langweilig werde es dem Versicherungskaufmann auch dann nicht, fällt das eine oder andere – wenn auch liebgewordene – Projekt weg. Seit 2021 nämlich ist Feilzer unter Schirmherrschaft des Landratsamtes Starnberg ein so genannter „Nature-Guide“, der regelmäßig seine Runden dreht, Kontakt zu den Bürgern sucht und darauf achtet, dass der Frevel in der Natur nicht überhandnimmt. Momentan betreut er drei Haupttouren, die entlang des Ammersees zwischen Herrsching und Stegen liegen. „Im Landkreis Starnberg sind wir mittlerweile zehn „Nature-Guides“, die auch Beschwerden über Müllentladungen im Wald und ähnlichen Umweltverschmutzungen von Bürgern nachgehen.

Eine Herzensangelegenheit in der Gemeinde Gilching aber sei nach wie vor die Einrichtung eines Ortsbusses. „Dieses Projekt steht seit 2017 auf unserer Agenda und war auch schon mal kurz vor Umsetzung. Dann fehlte plötzlich das Geld. Ich hoffe sehr, dass der Ortsbus auch vom neuen Seniorenbeirat aufgenommen wird und unsere Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, endlich mal innerhalb der Gemeinde sich bewegen können.“
Dem Interview im gemütlichen „La Terza“ an der Landsberger Straße schloss sich spontan Ulrike Glasbrenner an. „Ich bin ein Fan des Senioren-Kinos und fände es schade, wenn es nicht mehr stattfände“, appellierte die 73Jährige Sozialpädagogin an Feilzer, es weiterzumachen beziehungsweise dafür zu sorgen, dass es weiter geht. „Insbesondere die Diskussionen im Anschluss an den Kinobesuch im „KultCafe“ am Bahnhof sind interessant und tragen auch dazu bei, im Gespräch zu bleiben.“
Der neu gewählte Seniorenbeirat für die Legislaturperiode 2026 bis 2032: Vorsitzender – Michael Wolfschlag, Stellvertreter – Eberhard Uelner, Schriftführerin – Gisela Greiner, Beiräte: Oliver Kübrich und Hartwig Reinersmann.
Text/Fotos: Uli Singer



