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Als der erste „Kohleausstieg“ noch königlich war

Zwischendurch ein interessanter Geschichts-Beitrag in Punkto Umweltgedanke

London – Man stelle sich das einmal vor: London, im Jahr 1306. Kein E-Auto weit und breit, keine Wärmepumpe, kein Habeck – aber dicke Luft. Und zwar wortwörtlich. Die Bürger husteten, die Handwerker qualmten, und der Himmel über der Stadt war vermutlich so grau wie die Stimmung im Wirtshaus nach der dritten Rechnungserhöhung. Der Grund: minderwertige Steinkohle, liebevoll „Seacoal“ genannt, die mehr Rauch als Wärme produzierte.


Und was machten die Bürger im Mittelalter, wenn’s ihnen gar zu arg wurde? Nein, man schrieb keine Leserbriefe und man startet auch keine Petition. Vielmehr ging man direkt zum König und trug dort seine Beschwerde vor. In unserer Geschichte zu Edward I. von England – einem gescheiten Mann, der offenbar nicht nur ein feines Näschen hatte, sondern durchaus entscheidungsfreudig war. Kurzerhand beschloss er, „Schluss mit dem Qualm! Keine Kohle mehr im Feuer.“ Zumindest galt dieses Verbot damals erst mal für die Handwerker.

Das war sie also – die vermutlich erste „umweltpolitische Maßnahme“ der Geschichte. Ganz ohne Expertenkommission, ohne Talkshow-Dauerbrenner und ohne Social-Media-Shitstorm. Man muss sich das mal vorstellen: Ein König im Jahr 1306 sorgt sich um Luftqualität. Und wir diskutieren 700 Jahre später immer noch darüber, ob man ein Fenster kippen darf oder gleich die ganze Welt retten muss.

Natürlich war das damalige Verbot eher pragmatisch als ideologisch. Die Leute sollten schlicht nicht mehr ersticken. Punktum aus! Keine Weltrettung, keine Klimaziele bis 2045 – einfach nur: weniger Qualm, mehr gute Luft.

Und doch steckt darin eine gewisse Ironie: Schon im Mittelalter wusste man, dass man sich die eigene Luft nicht versauen sollte. Vielleicht ist die Erkenntnis also gar nicht so neu, wie sie uns heute manchmal verkauft wird. Bleibt nur eine Frage offen: Was hätte König Edward wohl heute gesagt, wenn er durch unsere Städte spazieren würde? 

Uli Singer


So viel ist dazu auf offiziellen Seiten zu finden:

Im Jahr 1306 erließ König Edward I. von England ein Verbot zur Verbrennung von Kohle in London, oft als erstes «Kohleausstiegsgesetz» bezeichnet. Aufgrund der starken Luftverschmutzung durch den steigenden Gebrauch von See-Kohle untersagte er den Handwerkern die Nutzung, um die Luftqualität in der Stadt zu verbessern. 

Hintergrund und Details dazu:

• Ursache: Die zunehmende Verwendung von minderwertiger Steinkohle, die aus dem Meer gefischt wurde, führte zu starkem Rauch und beißendem Qualm in der dicht besiedelten Stadt.

• Gesetzgebung: König Edward I. reagierte auf Beschwerden und verbot den Einsatz von Kohle in bestimmten Öfen, um die Umweltbedingungen zu verbessern.

• Relevanz: Dieser Schritt gilt als einer der frühesten Umweltpolitik-Eingriffe in der Geschichte, lange vor der industriellen Revolution. Kohleverbrennung in London? Verboten.


Uli Singer

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