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Die Sperrung der Herbststraße in Gilching deckte ein Kuriosum auf

Laut Polizei gelte auf einem Teilstück der Fahrbahn sogar Tempo 70

Gilching – Es war die letzte Ratssitzung in Gilching unter SPD-Bürgermeister Manfred Walter. Er hört zum 30. April auf und tauscht den Bürgermeistersessel mit einem 2500 teuren Designer-Stuhl im Kreise des neuen Ratsgremiums. Und, es wäre nicht Gilching, hätte Walter nicht noch zum Finale ein echtes Kuriosum zu bieten. Aufgedeckt wurde es durch einen Bürgerantrag, den die Fraktion „Bürger für Gilching“ unter Federführung von Oliver Fiegert einreichte. Zum Ziel hatte der Antrag, die Herbststraße wieder für den motorisierten Verkehr frei zu geben. Die Sperrung war erst im Februar mit Stimmen der SPD und der Grünen beschlossen worden.


Im Februar wurde im Gemeinderat in Gilching auf Antrag der Grünen und mit Unterstützung der SPD-Fraktion beschlossen, die Herbststraße zwischen der Flurgrenzstraße und der Einmündung Nicolaus-Otto-Straße komplett für den Autoverkehr zu sperren und diesen über die Frühlingsstraße umzuleiten. Was für Unmut gleichermaßen bei Anwohnern wie auch bei Bürgern sorgte. Ein Unmut, der auch die „Bürger für Gilching“ (BfG) auf den Plan rief. Nägel mit Köpfen machte Oliver Fiegert, Sprecher der BfG, der, wie berichtet, einen Bürgerantrag initiierte und mit seinem Team rund 450 Unterschriften einsammelte. Ziel war, den Beschluss von 3. Februar aufzuheben. Unter anderem begründete Fiegert seinen Antrag damit, dass die Herbststraße wichtig für die Erschließung der südlichen Waldkolonie sei und eine Sperrung eine Verlagerung des Verkehrs in die umliegenden Straßen nach sich zöge. Im Übrigen rechtfertigte auch die vorliegenden Verkehrszahlen das Vorhaben der Komplettsperrung nicht, geschweige denn, dass es dort zu Unfällen gekommen sei.

Um das Ansinnen der Bürger auch zu rechtfertigen, holte die Verwaltung unter anderem die Stellungnahme der Polizei ein. Und jetzt kommt’s. Darin hieß es unter anderem, dass den Beamten aufgefallen sei, dass es auf der rund einen Kilometer langen Herbststraße mittig auf etwa 500 Metern links und rechts der Straße keinerlei Bebauung gebe. Deswegen sei dies ein außerhalb der Gemeinde liegendes Teilstück, auf dem weder eine Sperre noch eine Geschwindigkeitsbeschränkung möglich sei. Dort gelte laut Verkehrsrecht sogar eine 70 Km/h-Regelung. Weswegen aus rechtlichen Erwägungen auch vor und nach dem Teilstück Ortsschilder angebracht werden müssten.

Der Bürgerantrag auf Aufhebung der Sperrung ging gegen die Stimmen der Grünen-Fraktion durch.

Uli Singer


Uli Singer

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