50 Jahre – und kein bißchen leise
Bauerntheater Gilching feiert den runden Geburtstag mit einem vermeintlichen Teufel im Kleiderschrank
Gilching – Zum 50. Jubiläum feierte das Bauerntheater des Männerchors Gilching am Freitag eine gelungene Premiere. Auf dem Programm stand ein turbulenter Dreiakter mit dem mysteriösen Titel „Im Schrank ist der Teufel los“. Die Vorstellung im „Oberen Wirt“ im Gilchinger Altdorf war ausverkauft, das Publikum begeistert. Gespielt wird noch bis Ende März.
Wer kennt es nicht. Da steht ein Schrank an der Wand, wo er auch hingehört, und ist gefüllt mit Kleidungsstücken oder irgendwelchem anderen Krimskrams. Nicht so beim hiesigen Wirt Herbert (Herbert Schäufler) und seiner Frau (Ulrike Ratty). Das hölzerne Möbelstück beherbergt nämlich lediglich ein paar warme Woll-Decken, aber auch ein merkwürdiges Geheimnis. Und wie es sich für ein gutes Theaterstück mit rustikalem Hintergrund gehört, sorgt ein turbulentes Szenario für viel Verwirrung innerhalb der Wirts-Familie, der Angestellten und der Wirtshaus-Gäste.


Verschwinden doch im Schrank peu a peu leibhaftige Personen, die „oh Wunder“, hinten oder auch vorne herum pumperlgsund wieder auftauchen. Einzig das Premieren-Publikum im „Oberen Wirt“ in Gilching, das sich beim Dreiakter „Im Schrank ist der Teufel los“ königlich amüsierte, hatte schnell den Durchblick. Des Rätsel Geheimnis … wird hier nicht verraten.

Die Komödie in drei Akten aus der Feder von Andrea Döring – bayrisch angepasst von Wigg Wimmer – wurde anlässlich „50 Jahre Bauerntheater Gilching“ erneut aufgeführt. Stand es doch schon beim Jubiläum „40 Jahre Bauerntheater“ vor zehn Jahren auf dem Spielplan. Und schon damals übernahm Herbert Schäufler die Rolle des „todkranken“ Wirts, der sich seine Krankheiten aus einem dicken Fachbuch heraussuchte. Man ahnt, dass es sich um einen „Hypochonder“ handelt, doch Familie wie Freunde wollen ihm die Freude am Leid nicht verderben, spielen mit und pflegen und verwöhnen ihn entsprechend fürsorglich.

In einem kurzen Rückblick ging Schäufler eingangs auf die Zeit vor einem halben Jahrhundert ein. „Begonnen hatte alles auf Initiative der Vorstandsmitglieder des Männerchors Gilching, Hans Hartl und Josef Schäufler.“ In die Öffentlichkeit wagte man sich erstmal 1976 mit dem Schwank „Der Hausfreund“. „Es war ein voller Erfolg, die Aufführungen waren ständig ausverkauft.“ Über 40 Jahre lang lenkten Otto Wildmoser, im Alter von 81 Jahren im April 2025 verstorben, und Monika Lange die Geschicke des Theaters. Beide übergaben 2023 die Spielleitung an Herbert Schäufler und Peter Reiter.
Zum Foto oben: MGV-Vorstand Wolfgang Eckl sowie Kassierin Angelika Altmann überreichten der Mitbegründerin des Theaters Monika Lange-Hartl und Elli Wildmoser, Witwe von Otto Wildmoser, als Dank für jahrelanges Engagement je einen Blumenstrauß.
Rückblick unter: https://stanet.de/zwei-urgesteine-der-mgv-theatergruppe-verabschieden-sich
Der Dreiakter „Im Schrank ist der Teufel los“ wird noch bis Samstag, 28. März, jeweils Freitag und Samstag, 20 Uhr, aufgeführt. Näheres unter www.mgv-gilching.de
Uli Singer



