Waffenarsenal bei 25-jährigem Gilchinger beschlagnahmt
Gefunden wurden rund 90 Hieb- und Stoßwaffen, Messer in allen erdenklichen Formen, Wurfmesser, Wurf-Äxte und Wurfsterne
Gilching – Zu einer richterlich angeordneten Durchsuchung einer Wohnung kam es am Mittwoch Abend in Gilching. Beamte der PI Gauting sowie zugezogene Münchner Kollegen hatten die Wohnung eines arbeitslosen 25Jährigen Gilchingers im Visier, der noch zuhause bei seinen Eltern wohnte. Dem Durchsuchungsbeschluss vorausgegangen war, dass der jungen Mann eine Personenkontrolle über sich ergehen lassen musste, bei der ein Einhandmesser, ein Hammer, ein Tierabwehrspray und scharfe Munition sichergestellt werden konnten. Zuvor war der Mann aus einer psychiatrischer Einrichtung geflüchtet und konnte nach entsprechender Fahndung in der Münchner Innenstadt von der Polizei aufgegriffen und gestellt werden.
Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung konnte laut Andreas Ruch, Leiter der PI Gauting, eine Vielzahl von veränderten Schreckschuss-Waffen sichergestellt werden. Deren Lauf war größtenteils aufgebohrt beziehungsweise waren die Läufe selbst hergestellt. Zudem konnten Materialen zum Herstellen von Munition, rund 90 Hieb- und Stoßwaffen, Messer in allen erdenklichen Formen, Wurfmesser, Wurf-Äxte und Wurfsterne aufgefunden werden, die auch zum Teil selbst hergestellt wurden. Zudem fanden die Beamten eine Armbrust mit zahlreichen Pfeilen, eine Zwille und einen Baseballschläger.

Das Hauptbetätigungsfeld des 25-Jährigen dürfte jedoch die unerlaubte Herstellung von Schusswaffen und das Wiederladen von Munition sein. Der Beschuldigte besitzt laut Polizei keinerlei waffenrechtliche Erlaubnisse.
Unter den Waffen waren außerdem noch kleine Springmesser, Faustmesser und auch eine Faltpistole (eine so genannte „LifeCard“), die für Laien nicht als Waffe erkennbar ist. Zudem konnte ein nahezu identischer 3d-Nachdruck einer Maschinenpistole MP5 sichergestellt werden, zu der auch eine Bauanleitung mittels 3d-Drucker gehörte. Mehrere mit Gewinde versehene und augenscheinlich funktionstüchtige Schalldämpfer wurden ebenfalls aufgefunden, nebst weiteren Teilen für die Herstellung von Schalldämpfern.
Die Motivlage des beschuldigten 25jährigen polizeibekannten Mannes, der sich derzeit wegen einer drogeninduzierten Psychose in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung befindet, ist bislang unklar.
Text/Fotos: Andreas Ruch, Erster Polizeihauptkommissar, Leiter der PI Gauting




