Krawatte sitzt, die Leckerli-Schüssel ist gefüllt, die Halbe steht bereit
Gilching – Servus, i bin da Maxi. Geboren als „Archibald“. Komme aus Serbien und mein Namensgeber, eigentlich ein gebürtiger Schweizer, soll so etwas wie ein berühmter Verfechter der Rechte der Serben gewesen sein. In Bayern kennt man den Archibald aber nicht, deshalb taufte mich meine Brötchengeberin in „Maxi“ um. Hab‘ mich dran gewöhnt. Blieb mir auch gar nix anderes übrig.
Warum ich mich heute zu Wort melde, hat einen ganz einfachen Grund. Ihr kennt doch bestimmt das Lied vom Dackel, der mit seinem Herrchen stets ein Grinzinger Wirtshaus besuchte und seinen beschwipsten Zweibeiner anschließend sicher nach Hause brachte. Sänger des Liedes war Peter Alexander.
Ja, und da ich in Serbien als Straßenhund auch mit Vorliebe die Wirtshäuser besuchte, dort bekam ich jedes Mal eine sättigende Mahlzeit und eine Schale Wasser, machte ich regelrechte Freudensprünge, als wir eines Tages die Landsberger Straße entlang gingen und ich den „Zinnkrug“ entdeckte. War reiner Zufall, weil eines Tages die Landsberger Straße einseitig für Fußgänger gesperrt war und uns gar nichts anderes übrig blieb, als die Straßenseite zu wechseln und an dieser Kneipe vorbeizugehen. Doch mit vorbei gehen war da nix. Auch wenn meine Hundehalterin an der Leine zog und zog, ich war stärker und so landeten wir schließlich im Vorgarten des Zinnkrugs.
Und, soll ich Euch etwas sagen? Selten so liebe Gäste gesehen. Ich bekam erstmals in Bayern auf der Straße außergewöhnlich viele Streicheleinheiten und nach unserem fünften oder sechsten Besuch hatten die Stammgäste sogar schmackhafte Leckerli für mich in der Tasche. Meine Lieblingsnachbarin sagt zwar immer, die Kneipe sei kein Aufenthaltsort für einen gut erzogenen Hund. Aber sie war ja noch nie nicht mal mit mir da dort. Schluuuchz. Gut, dass meine Brötchengeberin eingesehen hat, dass es für mein Seelenheil gut ist, regelmäßig einen Kneip-Besuch einzulegen.
Ja, zugegeben, hin und wieder setzt sich meine Zweibeinerin dazu und trinkt einen Augustiner. Dann bleiben mir und meinen Freunden (auch Freundinnen, aber mit dem Gendern hab ich es nicht so!!!) auch etwas mehr Zeit für ausreichend Streicheleinheiten.
Also schaut’s mal vorbei, vielleicht treffen wir uns dort auf einen Pfötchen-Gruß.
Euer Maxi



