Mein Lieblingstier

Hier stellen Leser ihr persönliches Lieblingstier vor. Wobei es durchaus auch sein kann, dass jemand nicht nur eins hat, sondern mehrere Lieblingstiere ins Herz geschlossen hat.

  • „Mein Lieblingstier“ fährt allzu gern‘ im Lastenfahrrad

    Gilching – Kommt man an der Karolinger Straße auf Höhe der St. Sebastian-Kirche am Büro von Roland Schrafstetter vorbei, könnt‘ es durchaus sein, dass ein aufmerksamer Australien Shepherd vor der Türe Wache hält. Nein, rein kommt man nicht, ohne dass Juno, die Hündin des 58Jährigen CSU-Ortsvorsitzenden, lauthals Meldung macht. Einlass gewährt sie scheinbar nur, wer Franz Josef Strauß schätzt und wer sportlich auf den FC Bayern steht.


    „Juno ist ein echter CSU-Hund. Das sieht man doch schon an der Färbung – vorwiegend schwarz“, scherzt Schrafstetter. Zu ihrem Herrchen kam sie vor zehn Jahren als drei Monate alter Welpe von einer Züchterin aus Rostock. „Juno hat meiner Tochter und mir sofort gefallen, weil sie so lustig gemustert ist. Aber anders als alle ihre Geschwister hat sie einen kleinen weißen Fleck am Ohr. Und das ist etwas ganz Besonderes.“ Und wie ist sie zu ihrem etwas ungewöhnlichen Namen Juno gekommen? „Den Namen hatte sie bereits. Die Tochter der Züchterin hatte damals einen Film mit einer 16Jährigen Schwangeren gesehen, die Juno hieß. Der Film hat der Tochter so gut gefallen, dass sie ihn unserem Welpen gab.“ (KLICK rechts auf Video-Clip!!!).


    Obwohl Juno mental topfit ist, begleitet sie seit vier Jahren ein körperliches Handicap. „Sie wurde damals von einer Zecke gebissen. Anschließend fing ihr rechtes Hinterbein an zu lahmen. Zu lange Spaziergänge sind deshalb nicht mehr möglich. Um sie etwas zu entlasten, habe ich uns ein Lastenfahrrad gekauft. Und das liebt sie. Vorneweg die Übersicht zu haben und alles, was sich auf zwei Rädern bewegt, erst man kräftig zu verbellen. Wenn ich mit Juno unterwegs bin, brauche ich keine Klingel.“

    Ein Leben ohne Hund? Nein, geht gar nicht!

    Könnten Sie sich vorstellen, ohne Hund zu leben?

    „Die Frage war jetzt nicht ernst gemeint, oder? Nein, ohne Hund geht gar nicht. Und meine Juno ist der beste Hund, den man haben kann. Super brav, treuherzig, sie hat die schönsten braunen Augen, denen niemand widerstehen kann, sie passt auf mich auf und knüpft unterwegs auch mal Kontakt zu Menschen, die man sonst nie kennen lernen würde. Nicht zu vergessen, mit Vorliebe trägt meine Juno bei den Ausflügen mit dem Radl stets einen CSU-Schal. Ohne weigert sie sich sogar, mitzukommen. Naja, so ungefähr halt. Gut, hin und wider treibt sie auch ihre Scherze. Insbesondere mit den zwei Hunden unserer Nachbarn. Die kann sie zwar nicht sehen, weil sie hinter einem Sichtschutz-Zaun leben und die zwei sehen meine Juno auch nicht. Das aber reizt wiederum mein Juno, sich direkt an den Zaun der Nachbarn hinzustellen und so lange zu bellen, bis die zwei Hunde von nebenan so genervt sind, dass sie angerannt kommen und kräftig zu kläffen anfangen. Dann aber dreht sich Juno gelassen um – ich entdecke gelegentlich sogar ein leichtes Grinsen um ihre Schnauze – kommt brav zu mir zurück und tut grad so, als wäre nix gewesen. Das, was sie erreichen wollte, hat sie ja erreicht.“

    Könnt‘ es sein, dass Sie ein bißerl was von Ihrem Vierbeiner angenommen haben?

    „Ich, ja nie nie nicht. Und ich schwör, ich hab’s zwar schon einmal mit dem Bellen versucht. Hat aber nicht geklappt. War es das? Dann könnten wir ja wieder weiter fahren. An scheena Dog dann no, Frau Singer.“


    Wer mehr über Roland Schrafstetter erfahren will – er kandidiert ja bekanntlich am 8. März 2026 für den Einzug ins Rathaus Gilching – nähere Infos gibt es unter www.buergermeister-fuer-gilching.de


  • Leinenpöbler, Hibbelhund oder Angsthase – bei Manrico Kiel sind sie alle Willkommen 

    Starnberg – Wie findet man einen guten Hundetrainer? Gibt es deren doch viele, die sich so bezeichnen und ihre Dienste anbieten. Ein Laie aber, der neu zu einem Fellknäuel gekommen ist, weiß meist nicht, auf was es ankommt. Insbesondere dann nicht, wenn der Vierbeiner aus schlechter Haltung kommt beziehungsweise schlechte Erfahrungen gemacht hat. Was sich oft erst nach Wochen herausstellt – und was auch bei einem Welpen nicht ausgeschlossen werden kann. Eine gute Voraussetzung, den richtigen Trainer zu finden, ist schon mal, wenn eine vom Veterinäramt abgenommene Zertifizierung vorliegt.  

    Die Zertifizierung durch das Veterinäramt Fürstenfeldbruck liegt bei Manrico Kiel vor. Vor gut drei Jahren sattelte der ehemalige IT-Experte um und machte aus seiner Berufung seinen Beruf. Er wurde nach intensiver Schulung zu einem gefragten Hundetrainer. Und wer sich mit dem 53Jährigen Hundetrainer unterhält, merkt schnell, dass dessen Leidenschaft für Hunde weit tiefer geht, als es nur dem beruflichen Interesse geschuldet ist. Im Landkreis Starnberg hat er sich unter anderem durch seine Arbeit im Tierheim Starnberg einen Namen gemacht und ist bekannt dafür, dass er sich auch um die Hunde kümmert, die andere bereits abgeschrieben haben. Seine Ausbildung absolvierte Manrico Kiel bei Ziemer & Falke, einer renommierten Hundetrainerschule, die ihm das Rüstzeug mitgab, selbst die schwierigsten Fälle zu meistern.


    Das Interesse an den Vierbeinern wurde Manrico Kiel bereits in die Wiege gelegt. „Wir wohnten damals in Schwabing und meine Eltern hatten einen Hundesalon. Und da gab es schon die unterschiedlichsten Charaktere, die individuell behandelt werden mussten.“ Zudem wird Manrico Kiel unterstellt, die Gabe zu haben, die stille Sprache der Hunde zu verstehen. Wo andere nur ein Bellen hören, erkenne er die feinen Nuancen von Angst, Freude oder Unsicherheit. Und mit einer gehörigen Portion Geduld und Einfühlungsvermögen gelinge es ihm, das Vertrauen der Vierbeiner zu gewinnen.

    Timmy mit Hundetrainer Manrico Kiel

    Kiels Motto: „Ein Hund, der gehört wird, hat keinen Grund zu bellen. Außerdem werden viele Hunde, die in ihrem neuen Zuhause ankommen, schlichtweg überfordert“, ist Kiel überzeugt. „Anstatt den Neuankömmling erst einmal zur Ruhe kommen zu lassen und ihm Zeit zu geben, alles Neue zu verarbeiten, will man verständlicherweise gleich mit den ersten Übungen beginnen. Da werden oft schon die ersten Fehler gemacht. Ich bin deshalb auch ein Befürworter für den Hundeführerschein, der in anderen Bundesländern bereits Pflicht ist.“

    Das A & O aber vor jeder Anschaffung ist, sich vor dem Einzug eines Vierbeiners darüber im Klaren zu sein, dass dies eine Partnerschaft auf mindestens 12 Jahre sein wird, betont Kiel. Im Übrigen sollte man nicht gleich auf die treuen Augen eines knuddeligen Welpen hereinfallen, sondern sich Zeit nehmen und sich ausführlich darüber informieren, welcher Hund zur Familie und zu den jeweiligen Wohnverhältnissen passt. „Ein umtriebiger Jack Russel in einer engen Stadtwohnung bei einem ganztägig berufstätigen Ehepaar geht da gar nicht. Da könnte es leicht passieren, dass sich Aggressionen entwickeln“, erklärt der Hundetrainer.

    In seiner Arbeit mit den Hunden setzt Kiel primär auf positive Verstärkung und individuelle Betreuung. „Jede meiner Trainingseinheiten ist maßgeschneidert und angepasst an die Bedürfnisse des Hundes und an die seines Menschen. Es gibt auch Fälle, bei denen ich dem Hundehalter sagen muss, dass sein Vierbeiner so, wie er ist, ganz Okay ist. Und die sind dann ganz froh, sich unnötig Sorgen gemacht zu haben, weil er halt bestimmte Dinge partout nicht machen will.“ Ja, es ist dieser persönliche Ansatz, der Manrico Kiel auszeichnet und ihn zu einem gefragten Experten in der Region macht.


    Der 53Jährige betreut zwar nach wie vor die Hunde im Tierheim Starnberg und arbeitet regelmäßig mit ihnen, um sie gut vermitteln zu können. Er betreibt aber privat auch eine mobile Hundeschule. Da bietet er einmalige Beratungen vor dem Ankauf eines Hundes wie auch nützliche Einführungen ins Hundeleben, sowie die Arbeit mit verhaltensauffälligen Hunden an.

    Ach ja, und weil er verstärkt auch Gruppen-Kurse anbieten will, sucht er im Raum Starnberg ein Grundstück in der Größe ab 300 Quadratmetern, das eingezäunt werden kann. Wer Manrico Kiel buchen möchte, die Telefonnummer lautet 0179-1405079. Nähere Infos gibt es außerdem im Internet unter www.dogsintrouble.de .


  • Verwahrloste Katzen – gebeutelt vom Leben auf der Straße

    Von Anja Corbero

    Starnberg – Sie leben im Verborgenen, auf verwilderten Grundstücken, verlassenen Fabrikgeländen oder Friedhöfen, sind scheu und meiden Menschen. Sie hungern, weil sie kaum in der Lage sind, genug für sich zu jagen, sie geben Krankheiten weiter und haben auf ihren Streifzügen oft Unfälle. Verletzt verstecken sie sich, ihre Wunden eitern und sind irgendwann voller Fliegenmaden.


    Bundesweit gibt es mindestens zwei Millionen Straßenkatzen, fast alle sind krank und unterernährt, allein in Bayern geht der Landestierschutzverband von mehr als 300.000 Katzen ohne menschliche Betreuung aus. Hierbei handelt es sich um ursprünglich entlaufene, ausgesetzte oder zurückgelassene Hauskatzen, deren Nachkommen verwildert in freier Wildbahn leben. Das einzige nachhaltige und tierschutzgerechte Mittel zur Eindämmung des Katzenelends ist die Kastration. Im Übrigen: Da auch unkastrierte Hauskatzen mit Freigang zur Vermehrung der Streunerkatzen beitragen, gehört es zu einer verantwortungsbewussten Katzenhaltung, die eigenen Katzen zum Schutz der Streunerkatzen kastrieren zu lassen. In über 1000 Städten und Gemeinden in Deutschland gibt es bereits eine Kastrationspflicht.

    Eine dieser verwilderten und verletzten Streunerkatzen ist unser Bernie (vor und nach der Behandlung!)

    Es war ein aufmerksamer Bürger, dem der verwilderte Kater in schlechtem Allgemeinzustand auffiel. Torkelnd und orientierungslos lief der Kater über eine Wiese bei Allmannshausen (Berg), weshalb der Spaziergänger sofort das Tierheim Starnberg informierte. Nachdem der Kater eingefangen war, wurde festgestellt, dass Bernie – so nannten wir ihn – komplett blind war. Ein Auge war bereits ausgelaufen, die Augenhöhle vereitert. Das zweite Auge wies die Vorstufe eines Glaukoms (grüner Star) auf.

    Der Kater war weder kastriert noch gechipt, registriert und verbrachte augenscheinlich sein ganzes bisheriges Leben als Streunerkatze auf der Straße. Man sah es ihm an, dass er unter starken Schmerzen litt, weshalb er von uns sofort tierärztlich untersucht und versorgt wurde. Leider war das Glaukom bereits stark fortgeschritten, so dass Bernie sein Sehvermögen verloren hatte und nur die Möglichkeit blieb, das Auge komplett zu entfernen. Die nässelnde Stelle, an der Bernie bereits sein Auge verloren hatte, wurde ärztliche versorgt und vernäht.

    Wir können uns nur ansatzweise vorstellen, wie der arme Kerl in den vergangenen Jahren gelitten hat, ein Schicksal, dass er leider mit vielen anderen tausenden an Straßenkatzen teilt. Bernie aber fasst mittlerweile ein wenig mehr Vertrauen zu uns Menschen. Zwar blind, aber nun ohne Schmerzen, beginnt er auch langsam wieder zu fressen. Wir wünschen uns für den etwa 12 Jahre alten Kater nun ein schönes Zuhause mit gesichertem Freigang, bei Menschen die Bernie seine schreckliche Vergangenheit vergessen lassen. Lust bekommen, unseren Bernie näher kennen zu lernen? Wir würden uns sehr darüber freuen und laden Sie gerne zu uns in Tierheim nach Starnberg ein. Rufen sie uns einfach unter der Telefonnummer 08151-8782 an.

    Freuen würden wir uns außerdem über eine finanzielle Unterstützung – unter anderem für die Kastration vieler freilebender Katzen im Landkreis Starnberg. Wir sind auf Ihre Spende angewiesen, den mittlerweile kommen wir durch die Versorgung immer mehr werdender Tiere an unsere finanziellen Grenzen. Näheres dazu auch im Internet unter www.tierheim-starnberg.de.

    Anja Corbero, 2.Vorsitzende Tierschutzverein Starnberg und Umgebung e.V.


  • Timmy ohne nähere Infos über Art und Vorlieben bei eBay gekauft

    Unsere Lieblingstiere im Tierheim sind die Tiere, deren Geschichten uns ganz besonders ans Herz gehen, diejenigen die verfolgt vom Pech bei uns im Tierheim landen, verängstigt und jegliches Vertrauen in den Menschen verloren. So wie die Geschichte unseres kleinen Pekinesen-Mix Timmy. 


    Anfang des Jahres erreichte uns ein Anruf einer verzweifelten Familie. Sie hatte sich vor mehreren Wochen über eBay einen Hund gekauft, doch nun sei die Situation „ganz anders als erhofft“. Im Glauben, ein neues Schmusetier erworben zu haben, zeigte sich Timmy eher verängstigt und unsicher. In angstauslösenden Situationen neigte er eher dazu, sich zu wehren. Ein weiteres Zusammenwohnen erwies sich als ausgeschlossen, so nahmen wir Timmy bei uns im Tierheim auf. 

    Geboren wurde Timmy am 4. Juli 2021. Nachdem er zu uns gekommen war, war er anfangs keineswegs mutig genug, um mit uns Menschen Kontakt aufzunehmen. Mittlerweile aber schaffte er es, Vertrauen aufzubauen – das geht soweit, dass er sich sogar über Besucher freut. Zunehmend zeigt er sich aufgeweckt und ganz schön neugierig, er muss dennoch noch viel lernen. Deswegen sucht Timmy Menschen, die viel Zeit und Geduld aufbringen, damit er endlich ein Zuhause für immer findet und sein Dasein als „eBay Wanderpokal“ endlich beendet wird. 

    Leider ist die Geschichte von Timmy kein Einzelfall. Erschrocken sind wir über den zunehmenden Boom, Hunde vermehrt über Ebay zu verkaufen und leider auch zu erwerben. Fast täglich erreichen uns Anrufe von überforderten Haltern, deren neues Familienmitglied sich ganz anders verhält, als es beschrieben wurde. Zwar dürfen mittlerweile Hunde und Katzen unter 12 Monaten über eBay nur noch mit einer behördlichen Genehmigung verkauft werden. Doch trotz der Vorgabe ermöglicht die Onlineplattform auch weiterhin unseriöse Verkäufe, ebenso passieren nach wie vor unüberlegte Spontankäufe, die das Tierwohl massiv gefährden – so wie auch im Fall unseres kleinen Timmys. 

    Die Verkäufe über eBay erfolgen generell ohne persönliche Beratung, anders als bei uns im Tierheim fehlt bei den Kleinanzeigen auch eine Beratung zum angebotenen Vierbeiner sowie zu seinen persönlichen Bedürfnissen. Ein persönliches Kennenlernen oder gar ein Probewohnen, wie wir es im Tierheim anbieten, ist über einen Internetkauf leider gar nicht möglich.  Zudem ist die Identität der Händler kaum zu überprüfen, ebenso wenig die Geschichten der angebotenen Tiere. Diese unüberlegten Spontankäufe erfüllen oftmals keineswegs die Erwartungen des Käufers, so werden die Tiere ausgesetzt oder bei uns im Tierheim abgegeben.   

    Der Weg ins Unglück ist leichter, als der Weg wieder zurück  

    Unser großes Anliegen ist es deshalb, an Menschen zu appellieren, die mit einem neuen Hausgenossen liebäugeln, dringend von eBay Kleinanzeigen Abstand zu nehmen. Besuchen Sie doch stattdessen die heimischen Tierheime. Dort warten viele Hunde, Katzen und anderes Kleingetier auf liebe Menschen, die ihnen auf Dauer einen guten Platz zur Verfügung stellen.  

    Sollten Sie nun Lust bekommen haben, unseren lieben Timmy (auf dem Foto der Vierbeiner! mit Hundetrainer Manrico Kiel) kennen lernen zu wollen, um ihm eventuell auch eine echte Chance auf ein glückliches zuhause zu geben, Anruf genügt. Unser engagiertes Hundeteam ist unter Telefon 08151-8782 zu erreichen.


    Im Übrigen möchten wir noch auf unser Spendenkonto aufmerksam machen, da wir ohne Ihre finanzielle Unterstützung einfach nur schlecht über die Runden kommen. Selbst für die Kosten der Abgabetiere muss das Tierheim aufkommen. Wir aber freuen uns über Unterstützung jeglicher Art. Schauen Sie doch einfach mal unter www.tierheim.starnberg.de auf unsere Homepage.  
    Text/Foto: Anja Corbero – Tierschutzverein Starnberg und Umgebung e.V.


  • „Leo“ – ein Charmeur, Gourmet  und Trainingspartner

    Aus der Serie „Mein Lieblingstier“ Nr. 7

    Landkreis – Heute steht „Leo“ im Mittelpunkt der Geschichte, ein quirliger Tierheim-Hund, der bei Gabriele Skarda in Hohenschäftlarn eingezogen ist. Die heute 70Jährige hat sich in der bayerischen Musikszene unter anderem durch ihr Engagement für Bands und Liedermacher einen Namen gemacht. Darunter „Supercharge“, Mark’n’Simon, der Schoierer Hanse und viele mehr. Warum sie letztendlich auf den Hund, insbesondere auf „Leo“ gekommen ist, soll sie selbst erzählen:


    Es war im Jahr 2003, als ich nach einem überstandenen Herzinfarkt gesundheitlich in schlechter Verfassung war. Weil irgendwie nichts zu helfen schien, erinnerte ich mich an das Universum, das ja Wünsche erfüllen soll. Ich versuchte es einfach mal. Mein Wunsch lautete, dass es an meiner Seite wieder einen Hund geben soll, mit dem ich, wie früher, ausgiebige Spaziergänge machen kann. Einen, der zu mir passt und mir dabei hilft, meine alte Kondition wieder zurück zu gewinnen. Meine langjährigen Begleiter, Kater Wuschel und Hündin Jana, waren leider aus Altersgründen zeitgleich über die Regenbogenbrücke gegangen. Was sich auch auf meine Mobilität auswirkte. Die täglichen Laufrunden fielen verstärkt dem Schweinhund zum Opfer, die Kondition ließ mehr und mehr nach. Die Folge war, dass sich die gesundheitliche Spirale bedenklich abwärts drehte. Es hat zwar a bisserl gedauert, bis sich das Universum meinem Wunsch angenommen hat, doch Mitte 2004 war es endlich soweit. Im hiesigen Wochenblatt fand ich einen Artikel über das „Geltinger Tierheim“. Die Headline lautete: „Fünf Welpen suchen ein Zuhause“. Ein deutliches Zeichen, dass in Gelting ein kleiner Vierbeiner auf mich wartete. Also, nix wie hin…

    In Gelting angekommen, erklärten die Tierheim-Betreiber, dass sie eine am S-Bahnhof ausgesetzte schwarze Hündin aufgenommen hatten, die fünf unterschiedlich aussehenden Welpen das Leben schenkte. Es brauchte nur wenige Minuten und ich wusste sofort, welcher dieser quirligen Welpen auf mich gewartet hatte. Es war Liebe auf den Ersten Blick.

    Im August 2004 zog nun der acht Wochen alte, kurzhaarige braune Schäfer-Doberman-Mix mit weißem Brust-Lätzchen und weißen Pfoten, bei mir ein. Ich taufte ihn „Leo“ und er schien damit auch einverstanden. Was ich mir ins Haus geholt hatte, war ein Energiebündel, das fortan mein Leben umkrempelte. Nein, nicht nur ein bisschen, sondern komplett. Kein Zaun und auch keine Nachbars Gärten waren vor ihm sicher. Und mir blieb nichts anderes übrig, als mich irgendwie dem Tempo meines neuen Hausbewohners anzupassen. Ja, wir liefen und liefen und liefen … über Felder über Wiesen, durchschnüffelten die heimischen Wälder und hatten unheimlich viel Spaß miteinander.


    Meine Kondition aber wurde merklich besser. Was mein Kardiologe bei einem der nächsten Besuche und nach einer gründlichen Nachuntersuchung überrascht auch feststellte. „Ja, sagens mal, Frau Skarda, was ist denn mit ihnen passiert?“, schaute er mich erstaunt an. Da erzählte ich ihm von meiner neuen Beziehung, dass der junge Hund mich tüchtig auf Trab hält und dass dies scheinbar auch meiner Kondition zugute kommt.

    Mein Leo, ein echter Schmuser

    Leo war auch der erste Hund, der sich auf einem, extra für ihn ausgebreiteten alten Badetuch, neben mich in mein Bett legen durfte. Ich aber nahm vor dem Einschlafen Leos dicke warmen Pfoten in meine Hände und passte meine Herzfrequenz dem langsamen Herzschlag des Hundes in Ruhestellung an. Die Folge war, dass ich schon bald auf sämtliche Herzmedikamente verzichten konnte. Dieses Ritual mit Leos Pfoten hatte in etwa die Wirkung von „Valium 10“.

    Doch Leo war nicht nur ein guter Freund und für mein Leben eine absolute Bereicherung. Er war auch ein liebenswerter Charmeur, der jede nette Dame um die Pfoten wickeln konnte. Egal, ob im Sommer im Eiscafé oder aber auch, wenn ich Zuhause weiblichen Besuch hatte. Er legte den Damen wahrlich nicht nur sein Herz, sondern auch all‘ sein Spielzeug zu Füßen.

    Ja, und nun komme ich auf mein neu erschienenes Kochbuch zu sprechen, das ohne Leo wahrscheinlich nie entstanden wäre. Mir war klar, diesem wunderbarer Partner, dem ich viel zu verdanken hatte, etwas Besonderes zurück zu geben. Und da kam ich auf die Idee mit “Leos Birthdayparty“. Das war ich ihm schuldig.

    Geboren wurde der kleine Racker am 20. Juni 2004. So wurde es Tradition, jeweils an diesem Datum ihm zu Ehren eine Party zu veranstalten. Er liebte es, Mittelpunkt und unter Menschen zu sein. Und weil auch ich gerne Gäste habe, die ich kulinarisch verwöhnen kann, kochte ich anlässlich der jeweiligen Geburtstagsfeiern für unsere zweibeinigen Freunde ein mehrgängiges Dinner. Mein Vierbeiner aber wurde bereits zum Frühstück verwöhnt, wo er kleine Brotecken, bestrichen mit Leberwurst und Thunfischsticks bekam. Als Zwischenmahlzeit hatte ich Lachs in leichter Sahnesoße vorbereitet und abends reichte ich dem Geburtstagshund Rindernieren mit Kräuter-Reis.

    Sie ahnen es bereits? Aus einer anfänglichen Idee wurde eine Passion. So entstand im Laufe der Zeit eine umfangreiche Sammlung von Rezepten für Hauptgerichte und Zwischenmahlzeiten, nicht nur für Vier- sondern auch für Zweibeiner. Und aus dieser Sammlung ist nun ein Buch mit dem Titel „Animal Dinner – Abendessen für Drei“ – für Hund, Katz‘ aber auch die menschlichen Betreuer der Vierbeiner entstanden. Wichtig dabei ist, dass sämtliche Rezepte von einer Tierernährungsberaterin aus München auf ihre Verträglichkeit geprüft wurden. Erhältlich ist das Buch mit 116 Seiten zum Preis von 16 Euro unter anderem bei Amazon – aber auch bei allen anderen Online-Plattformen, die Bücher im Angebot haben. Tipp: Buch eignet sich auch gut als kleines Mitbringsel oder als Geschenk unterm Weihnachtsbaum.

    Ich wünsche nun viel Spaß beim Lesen, beim Nachkochen und vor allen Dingen recht viel Freude mit Ihrem persönlichen Lieblingstier.
    Gabriele Skarda, Autorin


  • Gefährlicher Nestbau – zumindest für Fotografen

    NEUE SERIE: MEIN LIEBLINGSTIER


    Wörthsee – Eigentlich sind Wespen nicht wirklich böse und wollen auch nichts von Menschen, bis auf ihre Süßigkeiten – vielleicht. Dass man trotzdem Respekt haben sollte, durfte ich am eigenen Leib erfahren. Nachdem ich ein Wespennest in meinem Umfeld bereits zwei Tage beobachtet und auch fotografiert hatte, wurde ich etwas zu mutig. Unbedacht – dachte die Wespen haben mittlerweile Vertrauen zu mir aufgebaut – näherte ich mich offensichtlich etwas zu hektisch dem Wespennest.


    Eins, meiner Lieblingstiere
    möglich war der gezielte Stich auf meine Nase gar kein Stich, sondern ein stürmischer Wespenkuss?!?

    Was den Wespen keineswegs gefiel. Gleichwohl es sich bei meinen Flug-Objekten um die bekanntlich friedlichen, gallischen Feldwespen handelte, der Stich auf meinem Nasenrücken, nahe der Augen, kann keineswegs unter „freundliche Begrüßung“ abgelegt werden. Mit brachte es zugeschwollene Augen sowie einen Krankenhausbesuch mit strengster Bettruhe ein. Zugegeben, es war alleinig meine Schuld. Im Vergleich: kommt jemand in meinem Garten stürmisch auf mich zu gerannt, empfehle ich schon jetzt: „Er muss ebenfalls mit dem Schlimmsten rechnen.“ Ähnlich meiner zwei friedvollen Wespen, die mit einem Angriff rechneten und sich nur deshalb ungestüm und verteidigungslustig auf das stürzten, was am weitesten aus dem Gesicht heraus abstand. Eine Chance auf Rückzug räumten sie mir leider nicht ein.

    Übrigens: Die friedlichen gallischen Feldwespen erkennt man leicht an ihrem Flug mit hängenden Hinterbeinen. Sie bauen nur ganz kleine Nester … kleiner als eine Faust.

    Johann Belle, Wörthsee


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