Ein junger Mann zwischen Politik und Seelsorge
Gilching – Ja, im Rahmen des ersten „WortWechsels“ im „Kult-Cafe“ in Gilching ergriff auch ein junger Nachwuchs-Politiker (CSU) das Wort. Maximilian Eckart, gerade einmal 20 Jahre jung, engagiert sich bereits politisch, absolviert derzeit ein Praktikum im Landtag und fragte die zwei Profis, was ein junger Mensch mitbringen müsse, um in der Politik sowie im seelsorgerischen Bereich etwas zu bewirken.
Karl Roths Antwort war überraschend unpathetisch: „Flagge zeigen, nah bei den Menschen sein, ehrlich reden und Versprechen später auch überprüfen“, betonte er. Er selbst habe als Politiker zwischen Weihnachten und Neujahr immer wieder seine Wahlunterlagen hervorgeholt und kontrolliert, was erledigt war und was noch auf die Liste für das kommende Jahr gehöre. „Man muss ehrlich mit den Menschen reden und praktisch umsetzen, was man versprochen hat.“

Anselm Bilgri beantwortet dieselbe Frage aus seelsorgerischer Sicht. In der altkatholischen Kirche, der er heute angehört, gebe es keinen verpflichtendes Zölibat; Frauen können dort auch Priesterinnen sein. Er selbst heiratete nach dem Weggang vom Kloster seinen Mann und arbeite nun ehrenamtlich als Geistlicher. „Wer Seelsorger werden will, braucht. wie ein Politiker Wahrhaftigkeit, Gesprächsbereitschaft und die Fähigkeit, Menschen zu begleiten. Führung besteht nicht darin, über andere zu verfügen, sondern glaubwürdig ein Beispiel zu geben.“
Das Gespräch weitete sich zur Frage aus, weshalb trotz weltweiter digitaler Kontakte so viele junge Menschen vereinsamen? Bilgri sieht in lebendigen Gemeinden und persönlichen Begegnungen eine mögliche Antwort und Chance. Singer erkennt darin zugleich die Idee ihres WortWechsels: „Menschen jeden Alters muss man wieder zusammen in einen Raum zu bringen, um miteinander zu reden und auch mal einen Streit auszuhalten.“
Manrico Wortacker



