Wenn der Ministerpräsident den Text vergisst
„Amigo“ verspricht eine vergnügliche Mischung aus Politroman und Satire
Ein Passionsspiel, ein politisches Intrigenspiel und ein Schriftstück, das besser niemand gefunden hätte: Sebastian Beck schickt in seinem Roman „Amigo“ den bayerischen Politikbetrieb durch den satirischen Fleischwolf.
Bayern, 1990: Ministerpräsident Nikolaus Auhofer ist amtsmüde – und bei seiner großen Premiere als Passionsspieler blamiert er sich gründlich. Innenminister German Irl wittert seine Chance. Ein brisantes Schriftstück über ein dubioses Waffengeschäft könnte ihm helfen, den Regierungschef loszuwerden. Doch die Intrige nimmt bald ein Eigenleben an. Und dann ist da noch Annelies, mit der Irl offenbar nicht gerechnet hat.

Sebastian Beck führt mitten hinein in einen Politikbetrieb, in dem Macht, Eitelkeit und gute Beziehungen eng beieinanderliegen. Schon der Auftakt auf der Passionsbühne zeigt, wohin die Reise geht:
Mit scharfem Blick und einer ordentlichen Portion bayerischem Humor macht Beck aus politischem Machtgerangel eine Posse, die erstaunlich nah an der Wirklichkeit entlangschrammt.
„Amigo“ verspricht eine vergnügliche Mischung aus Politroman und Satire – mit Figuren, die man sich gut vorstellen kann, und einem Bayern, in dem hinter den Kulissen mindestens so viel gespielt wird wie auf der Bühne.
Sebastian Beck: „Amigo“, Roman, Volk Verlag München, 224 Seiten, ISBN 978-3-86222-574-3.
Manrico Wortacker



