Die Neuordnung der Römerstraße soll im September erneut auf die Tagesordnung
Anwohnerin sorgt sich um jugendliche Radfahrer, die künftig auf die Römerstraße verbannt werden sollen
Gilching – Zum Aufreger in Gilching entwickelt sich der Beschluss des jüngsten Umwelt-, Energie und Verkehrsausschusses, die Verkehrsregelung auf der Römerstraße im Bereich der Unterführung neu zu regeln. Wie berichtet, soll der Radverkehr von der absteigenden Rampe, die über die Unterführung geht, auf die dicht befahrene Römerstraße verlegt werden. Die Rampe aber soll künftig nur noch für Fußgängern und für Radfahrer bis zu zehn Jahren genehmigt werden.
Während sich bereits in den sozialen Medien wie Facebook & Co. der Unmut über diesen Beschluss breit macht, nutzte in der jüngsten Ratssitzung eine Anwohnerin die Bürgersprechstunde, um ihrerseits auf die Gefahren explizit für Rad fahrende Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren aufmerksam machte. „Diese Planung ist sehr gefährlich, auch dann, wenn künftig nur 30 km/h zulässig sind. Es sind sehr viele Kinder auf dem Weg zur und von der Schule unterwegs und die Unterführung ist einfach nicht breit genug, um Platz für alle Verkehrsteilnehmer zu haben.“
Kritische Worte, die seitens der Zuhörer viel Applaus ernteten, Bürgermeister Stefan Siegl (FW) jedoch so nicht hören wollte. Er bat die Anwohnerin um „Zurückhaltung“ und betonte, dass die Räte allesamt ehrenamtlich tätig seien: „Sie entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen und dieses bitte ich zu respektieren“, gab er der Sprecherin mit auf den Weg. Im Übrigen erklärte Siegl, dass sich dieses Thema und die Umsetzung keiner so ausgedacht habe, sondern von einer Fachfirma intensiv geprüft worden sei. Sie sei auch sinnvoll, so Siegl, da sich laut eigener Beobachtung in den letzten Wochen zwei Unfälle mit Radfahrern auf der Rampe ereignet hätten. Deshalb werde er den Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung im September setzen, um die Situation besser darzustellen und noch einmal näher auf das Thema einzugehen. Er bedauerte, dass in der Verkehrsausschusssitzung, in der die Neuordnung der Römerstraße diskutiert und beschlossen wurde, die Technik versagte und deshalb eine optimale Darstellung nicht möglich gewesen sei.
Mittlerweile haben die CSU-Vertreter Hermann Högner, Roland Schrafstetter und Thomas Beiwinkler sowie der BfG-Rat Oliver Fiegert einen Nachprüfungsantrag gestellt. Auf Nachfrage, wer denn die Neuordnung generell beantragt habe, gleichwohl es während der letzten 38 Jahre laut Polizeiberichte keinen Unfall auf der Rampe gegeben haben soll, erklärte Schrafstetter: Die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V.“ Die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V.“ (AGFK Bayern) veranstaltete am 17. und 18. Oktober 2023 in Freising eine „Planungswerkstatt“. Der erste Tag war Vorträgen gewidmet, am zweiten Tag wurden fünf Planfälle aus den Städten Freising und Bayreuth sowie den Gemeinden Gilching, Möhrendorf und Veitsbronn behandelt. Wie Gilching mit der Kreuzung Römerstraße/Landsberger Straße als „schwieriger Planfall“ ausgewählt und in die Planungswerkstatt 2023 aufgenommen wurde, ist mir nicht bekannt.
Nach Angaben der AGFK Bayern wurde am zweiten Tag jedenfalls lediglich ein Lösungsvorschlag erarbeitet. Welche Unterlagen unserem Planfall beziehungsweise diesem Vorschlag zugrunde lagen, ist mir ebenfalls nicht bekannt. Hier geht es zum ausführlichen Bericht dieser Arbeitsgemeinschaft:
https://agfk-bayern.de/erfolgreiche-agfk-planungswerkstatt-in-freising/
LINK ZUM AUSFÜHRLICHEN ARTIKEL IN PUNKTO UMGESTALTUNG RÖMERSTRASSE




