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Original-Film anlässlich Übergabe Olympische Flamme in Gilching

Fackelträger war Eckart Schramm von der TSV-Leichtathletik-Abteilung des TSV Gilching

Ein Höhepunkt für die Leichtathletikabteilung des TSV war zweifellos die Teilnahme am Fackellauf im Rahmen der Olympischen Spiele 1972. Die Strecke, die zu absolvieren war, betrug 1,8 Kilometer und zwar von der Kreuzung Römerstraße/Landsberger Straße – damals Ortseingang von Gilching – bis hin zur Tankstelle Röchner (jetzt Allguth). Die Fackel übernahm Eckart Schramm, Leiter der Leichtathletik-Abteilung im TSV Gilching, am Ortseingang von einer Radlerstaffel. Sie waren aus Richtung Germering vorbei an der „Gaststätte Argelsried“ bis zum Ortseingang geradelt. Schramm wurde wiederum auf der Strecke bis zum so genannten Röchnerknoten von den Leichtathleten Peter und Klaus Sponsel, Alfons Beffert und Werner Steckenbiller begleitet. Weiter mit dabei waren von der Tischtennis-Abteilung Fritz Müller und von der Fußball-Abteilung Helmut Fuchs. Wie es mit der Fackel weiterging, ist leider nicht bekannt.

Eckart Schramm in Begleitung Gilchinger Läufer – aufgenommen in der Landsberger Straße
Foto: Karl-Heinz Schramm

Eckart Schramm aber war als Fackelläufer ausgewählt worden, weil er sich damals innerhalb der Leichtathletik-Abteilung als Vorstand aber auch wegen seiner sportlichen Leistungen einen Namen gemacht hatte: Sohn Karl-Heinz Schramm erinnert sich. „Er ist damals bei der Weltmeisterschaft des Marathons für Senioren in Schweden mitgelaufen. Meine Schwester und ich waren mit dabei. An was ich mich noch sehr gut erinnern kann, war das Festbankett. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und an einen festlich gedeckten Tisch gesetzt. Leider haben wir viel zu spät gemerkt, dass wir an einem Tisch mit lauter veganen Speisen saßen. Voller Neid haben wir auf die Nebentische geblickt, wo großartig Fleischgerichte aufgetischt wurden.“ Eckhart Schramm starb 2001 im Alter von 75 Jahren.

Bei der VHS gab es damals eine Abteilung, die sich das Filmen auf die Fahne geschrieben hatte. Die Mitglieder haben dankenswerter Weise auch die Einfahrt der Radler sowie teilweise auch Eckart Schramm mit der Flacke gefilmt. Gedreht wurde auch beim „Gasthof Argelsried“, das damals vom Wirte-Ehepaar Hannelore und Reinhart Müller geführt wurde. Beim Updaten des historischen Film und bei mehrmaligen Hinschauen habe ich auch das Ehepaar entdeckt. Hannelore Müller im feschen Dirndl, Reinhart Müller mit Bierglas in der Hand.

Trotz mehrerer Versuche, den Film zu optimieren, es ging leider nicht besser. Doch es ist ein einmaliges Zeitdokument, das aufbewahrt gehört. Jetzt viel Spaß beim Entdecken möglicher früherer Nachbarn oder auch Freunde…
Uli Singer     

Standort ehemalige Gaststätte Argelsried

Doch Olympia sorgte in Gilching auch für Modernisierung

Ein Schicksalsjahr war 1972 sowohl fürs Weltgeschehen, aber auch für die Gemeinde Gilching, unabhängig vom Fackellauf. Während in München die Olympischen Spiele in einem Fiasko endeten, wurde in Gilching ein neues Zeitalter durch die Eröffnung der Autobahn B 12a sowie dem Einsatz der S-Bahnen anstatt der Regionalzüge eingeläutet. Zeitzeugen erinnern sich.

Primäres Ereignis vor 50 Jahren war die XX. Olympiade in München. Schon im Vorfeld wurde landauf landab geplant, umgerüstet und die Chance genutzt, durch verkehrliche Updates dem zu erwartenden Besucher-Andrang im Großraum München Herr zu werden. Unter anderem profitierten Gilching, Argelsried und Geisenbrunn durch Maßnahmen, die damals durchaus als fortschrittlich gesehen wurden. 50 Jahre ist es jetzt her, als am 2. August 1972 das erste Teilstück der lang geforderten Autobahn B 12a eröffnet wurde. „Leider endete die Autobahn erst einmal  am Röchnerknoten“, erinnert sich Gilchings dritter Bürgermeister Heinrich Lenker (FW). „Die Deutsche Bahn war einfach nicht bereit, eine Unterführung unter der S-Bahn zu bauen. Die Erweiterung bis nach Lindau kam dann erst nach und nach“. Für den Ortsteil Geisenbrunn jedoch sei bereits das Teilstück ein „wahrer Segen“ gewesen“, betonte BfG-Gemeinderätin Rosemarie Brosig. „Vor dem Bau der Autobahn bewegte sich ja der ganze Verkehr von München aus über die Bodenseestraße durch Geisenbrunn hindurch. War schon an normalen Tagen unbeschreiblich viel Verkehr, gab es an schönen Wochenenden Riesenstaus durch die Ausflügler, die alle an den Ammersee und abends wieder zurück nach München wollten. Nach Eröffnung der Autobahn war plötzlich Ruhe eingekehrt, da nur noch die durch Geisenbrunn fuhren, die auch hier etwas zu tun hatten. Jetzt haben wir leider durch den Verkehr auf der Autobahn enorme Lärmprobleme. Speziell seit die Fotovoltaik-Anlage steht, ist es gefühlt lauter geworden. Möglich, dass durch die Platten der Hall noch verstärkt wird.“ Für Oliver Kübrich, Schauspieler und Theatermanager, bot damals die Eröffnung der Autobahn eine gute Gelegenheit, seinen gebrauchten VW-Käfer, Baujahr 56, in Punkto Geschwindigkeit zu testen. „Ich war gerade 18, ging aufs Gymnasium in Pasing und hatte neu meinen Führerschein in der Tasche. Es war die erste Möglichkeit, mein hellblaues Auto auf 110 Stundenkilometer auszufahren. Ein tolles Gefühl.“ Neben der Eröffnung der Autobahn bescherte zudem die Umstellung der Regionalbahnen auf die S-Bahnen der Gemeinde einen dritten Haltepunkt „Neugilching“. Für die Mitarbeiter bei Dornier zum Nachteil, weil gleichzeitig der nahe gelegene Halt Weichselbaum aufgelassen und trotz mehrmaliger Versuche bis heute nicht mehr aktiviert wurde. „Also für uns war dies positiv, weil wir in St. Gilgen wohnten und immer zu Fuß bis nach Weichselbaum laufen mussten. Die Station Neugilching war dann viel näher“, resümiert Lenker. 

                 

Uli Singer

KURZVITA zu mir, als Initiatorin der Online-Zeitung: Geboren 1946 in München, Untergiesing war für viele Jahre meine Heimat. Wir hatten einen Zooladen an der Humboldstraße, was für mich bedeutete, sieben Tage die Woche neben der Schule auch "meinen Mann" im Laden zu stehen. Naja, geschadet hat es nicht. Seit etwa 30 Jahren bin ich als Journalistin und Fotografin unterwegs, schreibe Bücher und bin außerdem Vorsitzende des Vereins Kinderinsel. Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt eines aufregenden Lebens... Mehr dazu kommt demnächst in meiner Biografie unter dem Titel "Madl, laß da net ins Hirn scheißen". Ein Tipp, den mir der bayerische Volksschauspieler Hans Brenner mal mit auf den Weg gab. Hier noch eine kleine Bitte: Die neue Online-Zeitung macht zwar unheimlich viel Spaß, aber auch ganz viel Arbeit. Beteiligt ist ein Team von rund fünf Mitarbeitern. Die wollen zwar alle kein Gehalt, aber es sollte wenigstens ein Obolus für durchgearbeitete Nächte, Fotos und sonstige Dienstleistungen drin sein. Dafür haben wir gut versteckt - nein, es kommt auf das Endgerät an - einen Spenden-Button eingerichtet. Da steht bewusst keine Summe drauf, damit jeder, der uns unterstützen will, spenden kann, was möglich ist. Und wenn's nur ein Euro ist und diesen rund eine Millionen Menschen überweisen, Juhuuu, nicht auszudenken. Vielen Dank und viel Spaß beim Schmökern...

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