Wenn Schule zur großen Bühne wird
90 junge Bewegungskünstler begeistern in Gilching mit „Exotica“
Gilching – Alle zwei Jahre verwandelt sich die Turnhalle des Christoph-Probst-Gymnasiums in eine große Bühne. Jetzt war es wieder so weit. Unter dem Motto „Exotica – Im Herzen des Dschungels“ präsentierten rund 90 Schülerinnen und Schüler – darunter auch ehemalige CPGler – eine Show, die weit mehr war als beeindruckende Akrobatik. Wer bei der Premiere am Donnerstag in der ausverkauften Halle dabei war, erlebte, was Schule im besten Sinne sein kann: ein Ort, an dem junge Menschen über sich hinauswachsen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas Großes schaffen.
Am Christoph-Probst-Gymnasium gehört das Schulfach „Bewegung“ fest zum Stundenplan. Trainiert werden dabei nicht nur Kraft und Geschicklichkeit, sondern ebenso Kreativität, Mut, Vertrauen und Teamgeist. Die große Bühnenshow bildet den glanzvollen Höhepunkt eines Schuljahres voller Ideen, Training und gemeinsamer Arbeit. Verantwortlich für die Gesamtleitung sind Karin Ganslmeier und Tobias Gall – getragen wird das Projekt jedoch vor allem von den Schülerinnen und Schülern selbst.
Die Geschichte beginnt mit einer Flugreise. Plötzlich macht es „Puff und Peng“ – das Flugzeug stürzt mitten im Dschungel auf einer Lichtung ab. Zum Glück bleiben alle unverletzt. Aus dem vermeintlichen Unglück wird eine spannende Entdeckungsreise, die das Publikum in eine fantasievolle Welt entführt. Was dort mit Einrädern und Rhönrädern, Keulen, Cigarboxes, Feuerholz, Devilsticks, Lianen, Trampolinen, Tüchern, Tellern und vielen weiteren Requisiten möglich ist, ließ die Zuschauer immer wieder staunen.
Ebenso beeindruckend wie die Darbietungen auf der Bühne war das, was hinter den Kulissen geschah. Sämtliche Umbauten zwischen den einzelnen Szenen erledigten die Jugendlichen nahezu lautlos und perfekt organisiert. Karin Ganslmeier zeigte sich sichtlich stolz auf ihr Team. Zwar lag die Gesamtleitung bei ihr und Tobias Gall, doch den größten Teil der Organisation, Planung und Durchführung übernahmen die Jugendlichen eigenverantwortlich.
„Allein für die Umbauten hatten wir einen Regieplan mit zehn Seiten“, berichtet Ganslmeier. „Teppiche und Sprungmatten mussten herangeschafft, Requisiten im richtigen Moment platziert und Lichtwechsel exakt abgestimmt werden. Es hat alles hervorragend funktioniert.“ Beeindruckend sind auch die Zahlen hinter der Show: Rund 90 Arbeitsstunden wurden allein für die Vorbereitung der Geräte und Requisiten investiert. Trapeze und Devilsticks wurden neu gewickelt, Klappenpappen, Pois, Bäume, Steine und Flugzeugteile gebaut. Hinzu kamen rund 350 Stunden Proben, bis jede Bewegung saß.
Das Erstaunlichste spielte sich allerdings nach dem Schlussapplaus ab. Wer glaubte, die jungen Akteure würden sich nach der fast dreistündigen Vorstellung erschöpft von der Bühne schleppen, irrte gewaltig. Sie strahlten, lachten, fielen sich in die Arme und wirkten, als könnten sie sofort noch einmal von vorne beginnen. Genau darin lag vielleicht die schönste Botschaft des Abends: Bewegung macht nicht müde – wenn sie mit Herz, Musik und echter Gemeinschaft verbunden ist.
Wer diese außergewöhnliche Mischung aus Artistik, Fantasie und Teamgeist selbst erleben möchte, hat noch Gelegenheit dazu: Vorstellungen finden am heutigen Freitag um 19 Uhr, am Samstag, 4. Juli, um 14 und 19 Uhr sowie am Sonntag um 17 Uhr statt. Nach Auskunft von Karin Ganslmeier sind an der Abendkasse noch Karten erhältlich.
Text/Fotos: Uli Singer




