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Mit dem Labradoodle unterwegs – was Gelegenheit zu interessanten Gesprächen gibt

Christian Bauer kandidiert auf der Fdp-Liste auf Platz 3 für den Einzug in den Gemeinderat

Gilching – Er will weder auf zu teuren noch zwischen den Stühlen sitzen. „Ich setze mich lieber im neuen Rathaus auf alte Stühle, bevor ich dem Kauf der teuren neuen zustimme“, monierte Christian Bauer in der Dezember-Sitzung 2015 des Gilchinger Ratsgremiums. Wie berichtet, hatte die Verwaltung damals in ihrer Ausschreibung zur Möblierung des neuen Rathauses explizit namentlich eine Designer-Bestuhlung für die Gemeinderäte aufgeführt, die nur eine Firma führte und die auch den Zuschlag bekam. Nachteil: je Stuhl kostete 2500 Euro. Weshalb das Thema bayernweit für Schlagzeilen sorgte und Bauers Statement Eingang in die Berichterstattung fand.


Damals saß Bauer, ja, auf den teuren Stühlen, als Nachrücker für die verstorbene Ärztin Adelheid Doermer für die CSU-Fraktion im Gemeinderat. Als Parteifreier. Bis 2020 gehörte er dem Gremium an. Mittlerweile hat er sich dem einzigen FDP-Vertreter Willi Boneberger im Rat angeschlossen und hofft, ihn ab 1. Mai im neu gewählten Gremium unterstützen zu können.

 Wie berichtet, tritt die FDP wieder mit einer kompletten Riege aus 24 „interessanten Köpfen“ an, freute sich Boneberger bei der Aufstellungsversammlung. „Das ist ein starkes Signal für den liberalen Aufbruch am Ort.“

Christian Bauer belegt Platz 3 auf der Fdp-Liste. Der gebürtige Gilchinger ist nicht nur bekannt, sondern auch beliebt. Auch wenn Otto Normalbürger einen Besuch beim Zahnarzt gerne bis auf den letzten Termin hinausschiebt, „zum Bauer geht man gerne“.
„Das liegt unter anderem mit daran, dass wir bereits in dritter Generation hier unsere Praxis haben und die meisten Menschen persönlich gut kennen“, weiß der 60Jährige Dentist. Und deshalb werde bei ihm nicht nur gebohrt oder ein Zahn gezogen, sondern auch schon mal politisiert und auch gemeckert.

„Wenn man zwischen der Behandlung auch mal ratschen und lachen darf, tut es lange nicht mehr so weh“, versichert Bauer. Und wundert es da, dass Tochter Mara (27) ihn bereits in der Praxis vertritt und diese „womöglich“, so Bauer, übernehmen wird? Und auch Sohn Moritz (30) hat den Beruf Arzt gewählt. „Ich bin richtig stolz auf meine Kinder, weil durch sie die Kontinuität erhalten bleibt.“

Und Bauer freut sich auch darauf, künftig Themen im Gemeinderat mit anzuschieben. „Leider ist die letzten 18 Jahre nicht viel passiert. Es wird zwar ein Mobilitätskonzept, früher hieß es Verkehrskonzept, nach dem anderen in Auftrag gegeben, aber was da bisher präsentiert wurde, ist schlichtweg veraltet und nicht umsetzbar. Sieht man sich mal ein Luftbild von Gilching von früher an, hat sich an unserem Straßensystem bisher nichts geändert. Es ist noch so, wie aus uralten Zeiten. Nie wurde der Versuch gemacht, es dem heutigen Verkehrsaufkommen anzupassen.“

Christian Bauer vor der Gilchinger Glatze

Ähnlich ärgerlich sehe er das Thema „Gilchinger Glatze“. „Auch hier geht seit 18 Jahren nichts vorwärts. Wenn ich zum Fenster rausschaue, richtet sich mein täglicher Blick auf die rund 14 Hektar leere Fläche, wo bei etwas gutem Willen längst schon neue Wohnungen stehen könnten. Wir brauchen Wohnungen und entsprechende Stellplätze, das ist nicht neu. Aber wir brauchen auch eine Planung rund um die Glatze. Um dem Verkehr gerecht zu werden, muss unter anderem ein Bypass zwischen dem Gewerbegebiet Gilching Süd und dem Starnberger Weg gelegt werden.“

Generell aber lebt Christian Bauer gerne in Gilching und sieht bei aller Kritik auch die positiven Seiten. „Es gibt hier wirklich alles, was wir brauchen. Auch als Familie mit Kindern lässt das Angebot nicht zu wünschen übrig. Egal ob es um Kindergärten oder Schulen geht oder um sportliches Engagement. Wir sind aber auch schnell in den Bergen zum Skifahren, in der Stadt München zum Bummeln, finden schöne Wanderziele in der nähere Umgebung und sind auch schnell mal um die Ecke Richtung Steinberg, wo ich gerne mit meinem Gustl Gassi gehe.“ Gustl ist ein vierjähriger Labradoodle, der bis zu drei Mal täglich den Ausgang mit Herrchen genießt. „Das schöne an diesen Spaziergängen ist, dass man auf viele Menschen, mit und ohne Hund, trifft und oft auch stehen bleibt, um sich auf einen kleinen Ratsch einzulassen. Da erfährt man dann auch, wo die Menschen der Schuh drückt. Eine gute Voraussetzung, um wichtige Themen in den Gemeinderat mit einzubringen.“

Uli Singer 


   

               

Uli Singer

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