Winterzauber in Garatshausen – Kunst zwischen Wald, Wolf und Wildnis
Ausstellung im BRK Schlosspark eröffnet – Natur, Verantwortung und Perspektivwechsel im Fokus
Garatshausen – Fast lebensechte Wölfe schleichen durch den Schlosspark von Garatshausen. Unter mächtigen Bäumen und im winterlichen Dickicht begegnen Besucher eindrucksvollen Siebdrucken und Ölbildern, die Natur und Wildnis auf besondere Weise erlebbar machen. Anlass ist die feierliche Eröffnung der Ausstellung „Winterzauber“, bei der die Deixelfurther Künstlerin Gisela Krohn ihre Werke und Gedanken vorstellte.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten steht das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur. Unter dem Leitsatz „Ein Plädoyer für die Natur in uns und um uns herum“ beschäftigt sich Krohn mit dem Thema Wald – Wolf – Wildnis. Ausgangspunkt war ein Ereignis aus dem Jahr 2006, als in Pöcking ein Wolf überfahren wurde. Für die Künstlerin ein Schlüsselmoment, der sie dazu brachte, über das Verhältnis des Menschen zur Wildnis nachzudenken.
„Wir sind durch Märchen sozialisiert – ein Wolf im Wald bedeutet Gefahr“, erläuterte Krohn bei der Eröffnung. Doch genau diese Denkmuster wolle sie hinterfragen. Wie gehen wir mit Ängsten um? Haben wir das Recht, uns jeden Lebensraum anzueignen? Ein Perspektivwechsel sei notwendig, betont die Künstlerin. Sich die Welt „untertan zu machen“ bedeute im alttestamentarischen Sinne nicht nur Nutzung, sondern auch Verantwortung, Schutz und Bewahrung.
Aus dieser Haltung heraus entstand ihr Projekt „Wald Wolf Wildnis“ – bewusst als Gegenpol zum allgegenwärtigen World Wide Web. Gerade junge Menschen, die einen Großteil ihres Alltags in digitalen Räumen verbringen, sollen wieder stärker den Zugang zur analogen, natürlichen Welt finden.

und der „Königliche Schwan“
Doch nicht nur Wölfe prägen die Ausstellung. Am Eingang des BRK Schlosses begrüßt der königliche „Lichterschwan“ von Paolo de Brito die Besucher. Über dem See schwebt der „Wintervogel“ von Jürn und Eva Ehlers, während im Foyer das „wollevolle Steppenschaf“ von Shige Miyagawa steht – bewusst als mögliches Beutetier des Wolfes inszeniert. Inspiriert wurde diese Figur von einem Schaf, das nach zehn Jahren in der Wildnis Neuseelands gefunden wurde und sich vor lauter Wolle kaum noch bewegen konnte.
Ein Spaziergang durch den Schlosspark lohnt sich – nicht nur für Kunstliebhaber, sondern für alle, die Natur einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten möchten. Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen Mitwirkenden sowie Rita Enzinger, die als Koordinatorin die Kunst nach Garatshausen bringt und das BRK-Heim zu einem überregional beachteten kulturellen Treffpunkt entwickelt.
Text/Fotos: BRK Starnberg



