Barrieren abbauen, Demokratie stärken
Experten-Werkstätten sammeln Vorschläge für mehr politische Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Landkreis Starnberg
Starnberg – Wie können Menschen mit Behinderung stärker am politischen Leben teilnehmen? Darüber diskutierten Vertreter aus Politik, Verwaltung, Behindertenarbeit und Gesellschaft bei zwei Experten-Werkstätten. Sie erarbeiteten Vorschläge für die Fortschreibung des Aktionsplans „Gemeinsam stärker 2.0“.
Ein Schwerpunkt war das Wahlrecht. Barrierefreie Wahllokale allein reichen demnach nicht aus. Auch verständliche Informationen und Unterstützung sind wichtig. Vorgeschlagen wurden Wahlhilfehefte in Leichter Sprache, klarere Hinweise in den Wahlbenachrichtigungen und Schulungen für Wahlhelfer. Vielen sei zudem nicht bekannt, dass sie eine Begleitperson mit in die Wahlkabine nehmen dürfen.
Auch Parteien sollten Menschen mit Behinderung gezielt ansprechen und zu Veranstaltungen einladen. In der Kommunalpolitik erschweren neben baulichen Hindernissen oft ungeklärte Kosten für notwendige Assistenz, etwa für Gebärdensprachdolmetscher, das Engagement.
Um Verantwortliche für Barrieren im Alltag zu sensibilisieren, regten die Teilnehmenden an, sogenannte „Barrierefreiheits-Touren“ wieder stärker anzubieten. Dabei erkunden Rathausvertreter gemeinsam mit Betroffenen öffentliche Gebäude und Wege.
Die Werkstätten sind Teil der Fortschreibung des Aktionsplans. Ihre Vorschläge sollen nun in konkrete Maßnahmen für eine inklusivere politische Kultur im Landkreis einfließen.
ZUM FOTO: Gemeinsamer Austausch in der Experten-Werkstatt; von links.: Petra Fontana, Petra Veronika Seidl (OBA – Offene Behindertenarbeit Caritasverband Starnberg), Christiane Falk (3. Bürgermeisterin Stadt Starnberg), Claus Angerbauer (Vorsitzender ARGE – Inklusionsbeirat Starnberg), Doris Meszaros (Moderation), Thomas P. Lang (Gemeinderat Feldafing, Sozialreferent), Cora Weigl (Jugendtreff Gilching), Johanna Pfänder (Gemeinderätin Tutzing, Inklusionsbeauftragte), Lena Hussenether (OBA – Offene Behindertenarbeit Caritasverband Starnberg), sowie vorne v. l.: Holger Kiesel (Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung) und Johannes Richtmann (Stadtrat Stadt Starnberg)
Foto/Text: Landratsamt Starnberg



