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Da lacht die moderne Hausfrau – schon bald könnte ein KI-gestützter Roboter die lästige Hausarbeit übernehmen

Einzigartige Live-Demonstration im EU-Parlament der nächsten Generation intelligenter Maschinen

Brüssel/Oberpfaffenhofen – Am heutigen Mittwoch, 2. September, präsentierte sich im Europäischen Parlament in Brüssel die nächste Generation intelligenter Maschinen: Fünfzehn der weltweit fortschrittlichsten KI-basierten Roboter – darunter Humanoide, Vierbeiner, Drohnen und industrielle Systeme – demonstrierten, wie Europas Forschende die Robotik auf ein neues Zeitalter vorbereiten. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellte dabei die Fähigkeiten seines humanoiden Roboters „Rollin’ Justin“ als Haushaltshelfer vor.


Die Technologie-Demonstration und anschließende Podiumsdiskussion brachten rund 170 hochrangige europäische und internationale Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Industrie und Forschung zusammen. Erörtert wurden Maßnahmen, um die KI-basierte Robotik in zehn bis fünfzehn Jahren zu einem Industriezweig in Europa hin zu entwickeln, der in der Größe und Bedeutung der heutigen Automobilindustrie entspricht.

Globaler Wettlauf

Die europäische Robotik steht vor einem Wendepunkt: Europa ist nach wie vor weltweit führend in der Robotikforschung und liegt in mehreren Bereichen weiterhin vor den Vereinigten Staaten und Asien. Europäische Forschende und Unternehmen haben Pionierarbeit geleistet und bahnbrechende Fortschritte erzielt, insbesondere zu kollaborativen Robotern, Roboter-Avataren, autonomer Navigation, geschickten Händen, Laufrobotern und Luftrobotik. Doch die internationale Robotiklandschaft durchläuft derzeit einen grundlegenden Wandel und der globale Wettlauf tritt in eine neue Phase ein.

Die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz ermöglichen es Robotern, in immer komplexeren physischen Umgebungen wahrzunehmen, zu lernen und zu handeln. Die Robotik entwickelt sich von einem spezialisierten Industriemarkt hin zu einem Massenmarkt, der in Bezug auf Umfang und wirtschaftliche Bedeutung das Potenzial hat mit der Automobil-, Computer- und Telekommunikationsindustrie gleichzuziehen. Europa steht nun vor einer strategischen Entscheidung – diese aufstrebende Wirtschaft mitzugestalten oder von Technologien abhängig zu sein, die in einem anderen Teil der Welt entwickelt und hergestellt werden.

15 Roboter, drei gesellschaftliche Herausforderungen

Es gilt, Europas Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität zu sichern und dabei gesellschaftliche Herausforderungen wie demografischer Wandel, Sicherheit, Nachhaltigkeit, Gesundheitswesen und industrielle Produktivität zu bewältigen. Initiiert wurde die Veranstaltung vom europäischen Robotik-Exzellenznetzwerk euROBIN (European Excellence Network on AI-based Robotics), das vom DLR koordiniert wird. Die Netzwerkpartner adressierten im Europäischen Parlament diese strategischen Fragen mit technologischen Fähigkeiten. Insgesamt 15 Robotersysteme präsentierten dazu drei thematische Szenarien mit besonderer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz:

Laptops und Staubsauger robotergestützt zerlegen

Beim Szenario „Robotergestützte Fertigung für eine Kreislaufwirtschaft“ zeigten fünf verschiedene Teams Anwendungsbeispiele in der Fertigung und Ressourceneffizienz: Technologien zur Erneuerung und Demontage von Laptops, zum Zerlegen eines Staubsaugerroboter, zur fortschrittlichen Robotermanipulation, für ein mobiles Demontagesystem sowie für die virtuelle Umgebung eines Gebäudes.

Robotische Haushaltshelfer räumen Frühstückstisch ab

Justin bei der Pflege der Topfpflanzen… Foto: DLR

„Persönliche Roboter für mehr Lebensqualität und Wohlbefinden“ demonstrierten, wie sie Menschen in alltäglichen Umgebungen unterstützen. Als Helfer in der Küche stellten insgesamt vier Systeme ihre Fähigkeiten in den Bereichen Mensch-Roboter-Interaktion, Handhabung und autonome Unterstützung unter Beweis, einer davon der humanoide DLR-Roboter „Rollin’ Justin“. Die vier Roboter agierten autonom und übernahmen gemeinsam und kollaborativ die Aufgabe, einen Frühstückstisch abzuräumen: Sie erkannten selbständig die verschiedenen, willkürlich verteilten Gegenstände auf dem Tisch, griffen Teller ebenso feinfühlig wie die Müsli-Schachtel, räumten alles sicher in den Geschirrspüler, Schrank und Kühlschrank, und entsorgten den Müll.

Paketzustellung mit Robotern

Im Setting „Outdoor-Roboter für nachhaltige Gemeinschaften“ kamen verschiedene Robotertechnologien für Außenanwendungen und Logistik zum Einsatz. Die Entwicklungsteams demonstrierten die autonome Paketzustellung mit agilen Robotern wie einem Zentauren-Roboter, einem Vierbeiner auf Rädern und einer mit Armen ausgestatteten Drohne. Sie stellten dabei Systeme vor, die für den Einsatz in anspruchsvollen Outdoor-Umgebungen konzipiert sind.

Eine zusätzliche Ausstellung mit Vorführungen von beinbasierten humanoiden Robotern durch Industriepartner unterstrich Europas Kompetenzen auch in diesem Bereich. euROBIN vereint die führenden Robotik- und KI-Forschungslabore aus Europa. Unter Federführung des DLR verdeutlichte das Exzellenznetzwerk in Brüssel die Bandbreite des europäischen Robotik-Ökosystems.

Von der Spitzenforschung zur Branchenführung

Europa hat Jahrzehnte damit verbracht, eine außergewöhnliche wissenschaftliche und technologische Grundlage in der Robotik aufzubauen. „Die Herausforderung besteht nun darin, diese Stärke in einen industriellen Maßstab, einen flächendeckenden Einsatz und europäische technologische Souveränität umzusetzen. KI-basierte Robotik bietet uns die Möglichkeit, europäische Exzellenz in der Robotik mit den außergewöhnlichen Fortschritten zu verbinden, die im Bereich der KI in den letzten Jahren stattgefunden haben“, erklärt Prof. Alin Albu-Schäffer, Direktor des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik und Koordinator von euROBIN.

Die Live-Demonstration und geschlossene Gesprächsrunde mit führenden Persönlichkeiten aus Politik, Industrie und Forschung setzte daher auch Impulse für die weitere Weichenstellung. Axel Voss, Europaabgeordneter und Gastgeber der euROBIN-Demonstration im Europäischen Parlament bekräftigt: „Europa kann Robotik, das zeigen wir hier eindrucksvoll. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass aus europäischer Spitzenforschung auch europäische Marktführer werden. Wenn KI und Robotik die nächste große industrielle Revolution prägen, dürfen wir nicht erneut erleben, dass die entscheidenden Technologien hier betrieben, aber anderswo groß gemacht werden. Wir brauchen weniger Hürden, mehr Tempo und bessere Bedingungen für Investitionen und Skalierung.“



Uli Singer

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