„Ein letztes Mal Kunst an den Wänden – Abschied vom Starnberger Kunstsalon 5“
Starnberg – Zum letzten Mal lädt die Künstlerin Marlen Peix in die „geschichtsträchtigen Räume der Kreativität“ an der Joseph-Jägerhuber-Straße 5 in Starnberg ein. Über viele Jahre war der so genannte „Temporäre Kunstsalon“ immer wieder mal Treffpunkt diverser Künstler, die dort ihre Werke präsentierten.
Für das Wochenende Samstag und Sonntag, 5. und 6. September, stellen außer Peix noch Veronika Flesch, Johannes Hofbauer und Karin Pfab aus. Danach, so die Organisatorin, sei vorerst Schluss. Lässt aber offen, ob ihr nicht doch noch einmal etwas Verrücktes einfällt. Dazu ein Gespräch mit der Künstlerin, das telefonisch zwischen Marmelade einkochen und Konzentration auf das Interview stattfand.

Fünf Fragen an Marlen Peix
Stanet: Als ich Sie anrief, standen Sie gerade am Herd beim Marmeladekochen. Ist Ihre letzte Ausstellung vielleicht etwas Ähnliches – noch einmal die schönsten Erinnerungen haltbar machen, bevor der Deckel auf den Kunstsalon kommt? Und nach welcher Frucht würde dieser Ort schmecken?
Peix: Nach welcher Frucht würde der Salon schmecken? Nach Pfirsichen und Weintrauben aus meinem Garten.
Stanet: Bereits 2016 hieß es schon einmal Abschied nehmen, später kehrten Sie doch noch einmal in die alten Räume zurück – und nun soll endgültig Schluss sein. Was hat Sie damals zurück gelockt, und weshalb ist dieses Ende nun wirklich endgültig?
Peix: Der Kunstsalon begann 2015. 2016 war ein Jahr Unterbrechung. Danach ging es von 2017 bis 2019 weiter. Anschließend habe ich mich um meine Mutter gekümmert, die sehr krank geworden war. Der Kunstsalon aber wurde mein Atelier und der Treffpunkt der „FotoWilden“. Vereinzelte Ateliertage fanden außerdem statt.
Ich war auch heuer bei der „ART STARNBERG“ mit dabei. Aber Alles hat einmal ein Ende. Ich freue mich nun auf neue Herausforderungen, in welcher Form auch immer und schaue auch immer positiv in die Zukunft.
Stanet: Wenn die Wände des Kunstsalons 5 am letzten Abend plötzlich reden könnten: Welche Begegnung würden sie unbedingt erzählen – und über welche kleine Katastrophe, Künstlerlaune oder Vernissage-Panne würden sie lieber weiterhin schweigen?
Peix: Katastrophen gab es keine. Positiv waren die vielen Begegnungen mit Künstlern. Auch neue Künstler kennenlernen zu dürfen, war spannend.
Stanet: Zum Finale holen Sie mit Veronika Flesch, Johannes Hofbauer und Karin Pfab noch einmal künstlerische Weggefährten ins Haus. Nach welchem Prinzip wurde ausgewählt, was beim letzten Auftritt an die Wand darf – und gibt es ein Werk, das für Sie ganz besonders nach Abschied aussieht?
Peix: Da ich mich sehr kurzfristig entschlossen habe, nochmals den Kunstsalon zu öffnen, habe ich die Künstler gefragt, die auch bei der Art Starnberg mit dabei waren.
Mit Karin Pfab habe ich das erste Jahr den Kunstsalon kuratiert. Veronika Flesch war bei der ersten Ausstellung dabei. Und Johannes Hofbauer gehörte auch von Anfang an dazu. Ich schätze aber alle AusstellerIinnen, die über die Jahre hinweg dabei waren und sage allen ein herzliches Dankeschön.
Stanet: Hand aufs Herz: Hören Sie tatsächlich mit der Kunst auf – oder lediglich damit, anderen Menschen Wände, Nägel und einen Schlüssel zur Verfügung zu stellen? Wie lange wird es nach dem 6. September dauern, bis Sie vielleicht die nächste verrückte künstlerische Idee erwischt?
Peix: Mit der Kunst höre ich natürlich nicht auf. Aber einmal Zeit für sich selbst zu haben, tut auch mal gut.
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG:
- Samstag und Sonntag, 5. und 6. September 2026
- jeweils 13 bis 18 Uhr
- ehemaliger Kunstsalon 5, Josef-Jägerhuber-Straße 5, Starnberg
- Sonntag, 15.30 Uhr: Gedichtlesung mit Stefanie Rhaden



