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Spendenaktion zugunsten Vera Pein

Gelaufene Kilometer für ein Wohnen nach dem Beruf

Schlagenhofen – Unter „Gemeinsam Gutes bewegen“ läuft noch bis in den Herbst hinein eine Spenden-Aktion zugunsten von Vera Pein aus Schlagenhofen. Ziel ist, der engagierten Pflegemutter ein finanzielles Polster als Basis für ihren Ausstieg aus dem Berufsleben anzulegen. „Es ist faszinierend, was diese Frau in drei Jahrzehnten geleistet hat“, betont Regina Stokes von der gleichnamigen Initiative. Im Jahr 2010 gegründet wird seither jährlich aufgerufen, durch erlaufene Kilometer weltweit soziale Projekte zu unterstützen. Mittlerweile beteiligten sich 1303 Läufer, die insgesamt 13026 Kilometer gelaufen sind und so zu einem Gesamtspendenaufkommen in Höhe von 177814 Euro beigetragen haben. „Im Vorjahr hatten wir ein Bildungszentrum für Kinder in Kenia unterstützt. Im Jahr davor stand das Antigewalt-Kompetenz-Zentrum im Allgäu im Zentrum unseres Spendenmarathons“. Aufmerksam sei man auf Vera Pein und ihr Engagement nach der Ausstrahlung des BR-Films Lebenslinien geworden, sagt Stokes. Unverständlich für sie, dass die Pflegemama nach drei Jahrzehnten Einsatz, in denen sie über 60 Pflegekinder unter ihre Fittiche genommen hatte und immer noch nimmt, am Ende ihres Arbeitslebens ohne Rente dasteht. „Da stand für uns fest, dass unser Spendenprojekt 2022 zugunsten von Vera Pein geht, da sie vorhat, im nächsten Jahr als Pflegestelle aufzuhören. Als Motto für das Projekt haben wir Einstieg zum Ausstieg genommen.“

Tatsächlich hat Vera Pein (auf dem Foto mit Regina Stokes) innerhalb ihrer 31-Jährigen Tätigkeit als Pflegemutter zwar Pflegegeld durch das Jugendamt Starnberg für ihre Schützlinge bekommen. Dass sie aber auch Anspruch auf Zuschuss für die Einzahlung in die Rentenkasse habe, beziehungsweise sie sich eigenständig um die Rentenbeiträge kümmern müsste, darauf habe sie das Jugendamt über viele Jahre hinweg nicht aufmerksam gemacht.

Doch die Schuld bei anderen zu suchen liegt Vera Pein fern. „Ich war zu euphorisch darüber, meine Berufung zum Beruf machen zu können. An Absicherung im Alter hatte ich leider nicht gedacht. Nun stehe ich nach 31 Jahren harter Arbeit, ohne Urlaub und ohne je krank gewesen zu sein, vor dem Nichts. Vielleicht bekomme ich ein Bürgergeld oder eine Grundrente. Davon eine Wohnung zu finanzieren, wird schwer möglich sein. Leider ist das ein Schicksal vieler Pflegemütter.“ Über die Spendenaktion hoffen die Initiatoren nun, dass so viel Geld eingeht, um für die 66Jährige einen Standplatz mit Tiny-Haus zu finden und dies auch zu finanzieren. „Ich möchte aber in der Region bleiben, damit ich für meine erwachsenen Pflegekinder bei Problemen jederzeit weiter erreichbar bin“, wendet Pein ein.  An der Spendenaktion kann sich jeder durch das Initiieren eines Lauf-Marathon beteiligen. „Am besten ist es, einen Sponsor zu suchen, der dann pro gelaufenen Kilometer eine bestimmte Summe zahlt. Bisher lag der Durchschnitt bei zehn Euro pro Kilometer“, erklärt Stokes. „Selbstverständlich gibt es auch Spendenquittungen. Näheres zu den Modalitäten beziehungsweise zum Spendenkonto gibt es unter www.gemeinsam-gutes-bewegen.de.                  

Uli Singer

KURZVITA zu mir, als Initiatorin der Online-Zeitung: Geboren 1946 in München, Untergiesing war für viele Jahre meine Heimat. Wir hatten einen Zooladen an der Humboldstraße, was für mich bedeutete, sieben Tage die Woche neben der Schule auch "meinen Mann" im Laden zu stehen. Naja, geschadet hat es nicht. Seit etwa 30 Jahren bin ich als Journalistin und Fotografin unterwegs, schreibe Bücher und bin außerdem Vorsitzende des Vereins Kinderinsel. Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt eines aufregenden Lebens... Mehr dazu kommt demnächst in meiner Biografie unter dem Titel "Madl, laß da net ins Hirn scheißen". Ein Tipp, den mir der bayerische Volksschauspieler Hans Brenner mal mit auf den Weg gab.

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