Klingelstreich eskaliert: Alkoholisierter Mann bedroht Kinder mit Spielzeugwaffe
Ein vermeintlich harmloser Klingelstreich hat am frühen Samstagabend in Gauting einen massiven Polizeieinsatz ausgelöst. Ein 55-jähriger Mann verfolgte zwei Jungen bis zu einem Discounter – im Gepäck eine täuschend echte Waffe, ein Messer und im Blut reichlich Alkohol.
Es war gegen 18:15 Uhr, als bei der Einsatzzentrale der Polizei ein Notruf eingeht. Am Telefon: ein aufgelöster 12-jähriger Junge. Er und sein 14-jähriger Freund waren zuvor in der Königswieser Straße unterwegs und hatten an der Tür des Mannes geklingelt. Doch statt einer genervten Standpauke für den Klingelstreich folgte ein Schockmoment: Der Bewohner stürmte mit einer Schusswaffe in der Hand aus dem Haus und bedrohte die beiden Teenager.
Verfolgungsjagd per Fahrrad und Großeinsatz am Supermarkt
Die Jungen ergriffen sofort die Flucht und rannten zum Parkplatz eines nahegelegenen Discounters in der Starnberger Straße. Der aufgebrachte Mann ließ jedoch nicht locker, schwang sich auf sein Fahrrad und verfolgte die Kinder bis zum Supermarkt. Dort angekommen, ging er seelenruhig im Laden einkaufen, während die Jungen draußen auf die alarmierte Polizei warteten.
Da die Beamten nach den ersten Schilderungen der Kinder von einer scharfen Schusswaffe ausgehen mussten, wurde sofort Großalarm ausgelöst. Rund 15 Streifenwagen aus Gauting und den umliegenden Dienststellen eilten zum Discounter.
Entwarnung im Laden: Waffe war aus Plastik
Die Situation konnte schließlich schnell und unaufgeregt im Supermarkt geklärt werden. Eine zivile Streife stellte den Verdächtigen noch im Laden. Bei der anschließenden Durchsuchung des Mannes – der der Polizei bereits bestens bekannt ist – atmeten die Einsatzkräfte auf: Bei der vermeintlich gefährlichen Schusswaffe handelte es sich glücklicherweise um eine Spielzeugwaffe. Allerdings hatte der 55-Jährige auch ein verbotenes Einhandmesser bei sich, das sofort sichergestellt wurde.
Über 1,5 Promille: Blutentnahme in der Klinik
Der Grund für den völlig überzogenen Ausraster des Mannes war vermutlich schnell gefunden: Die Beamten bemerkten sofort deutlichen Alkoholgeruch. Ein freiwilliger Atemalkoholtest vor Ort ergab einen Wert von über 1,5 Promille.
Für den Gautinger ging es daraufhin erst einmal zur Blutentnahme ins Klinikum Fünfseenland und anschließend für eine erkennungsdienstliche Behandlung zur Polizeistation. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München II wurde der Mann nach Abschluss aller Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Auf ihn wartet nun ein entsprechendes Strafverfahren.
Andreas Ruch
Leiter PI Gauting



