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Flohmarkt in der Bücherei

Die Tonies sind der Renner

Gilching – Als eine der „schönsten Volksbüchereien“ in ganz Oberbayern bezeichnete der Starnberger Merkur einst die 1965 gegründete Gemeindebücherei in Gilching. An der Spitze der Nutzer standen damals Jugendliche bis zu 18 Jahren. Heute sind es die Kinder, die zu den eifrigsten Lesern gehören. Bis Ende November gibt es wieder Bücher und DVDs zu je einem Euro zu kaufen.


Untergebracht war die im März 1965 gegründete Gemeindebücherei anfangs im Keller der Volksschule im Gilchinger Altdorf. Der Andrang war laut einem Merkurartikel vom Juni 1971 enorm, weshalb fünf Jahre später in einen großen Raum unterhalb der Mehrzweckhalle an der Rathausstraße umgezogen wurde. Auf 200 Quadratmetern bot die Bücherei rund 6000 Bände aus allen erdenklichen Sachgebieten an. Merkur-Mitarbeiter Karl Kusidlo schrieb damals: „Hier sind die letzten Erscheinungen aus der Raumfahrt ebenso vertreten wie die Neuerscheinungen von Karl May, Enzyklopädien, fremdsprachliche Literatur und zeitgeschichtliche Romane wechseln ab mit Jugend- und Kinderbüchern. Großer Wert wurde bei der Anschaffung von geschichtlichen Werken daraufgelegt, den Lesern in Schrift und Bild die alte Tradition der bayerischen Heimat und Kultur nahezubringen. Dadurch soll nicht zuletzt den vielen Neubürgern in Gilching Gelegenheit gegeben werden, sich mit dem Brauchtum, der Geographie und der Geschichte ihrer neuen Heimat vertraut zu machen.“ Leiter war damals Oberlehrer Max Schinner, der von seiner Frau und vielen freiwilligen Helfern unterstützt wurde.   

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„Leider kann ich mich daran nicht mehr erinnern“, erzählt Angelika Rodenwald. Sie ist seit 30 Jahren mit dabei und leitet mittlerweile auch die Bücherei. Sie zog mit Unterstützung von Silke Czaja, die seit 12 Jahren in der Bücherei arbeitet, nach Fertigstellung des neuen Rathauses an der Pollinger Straße im Juli 2016 mit Sack und Pack um. „Wir hatten aber das große Glück, dass für den Umzug eine Firma beauftragt wurde und die das super gemacht hat“, betont Rodenwald. Mittlerweile zählt die Bücherei rund 5000 passive Mitglieder, wovon rund 1500 zu den aktiven Nutzern zählen. „Leser sind es weit mehr, weil ein Mitglied auch eine Familie mit lesenden Kindern sein kann.“ Den Bestand gibt Rodenwald mit insgesamt 21000 Büchern, Medien, CDs und Zeitschriften an. „Wir sind sehr familienfreundlich und haben die neuesten Kinder- und Jugendbücher oft schon am Erscheinungstag hier zum Ausleihen. Gleiches gilt auch für Besteller aus der Feder von Charlotte Link oder wenn ein neuer Kluftinger auf den Markt kommt.“ Absoluter Renner bei den Kindern aber seien die „Tonies“, kleine Figuren aus der Märchen- oder Sagenwelt, die zuhause auf einen Lautsprecher gestellt werden, um dann ihren Geschichten zu lauschen. „Hier sag‘ ich nur, must have“, schmunzelt Rodenwald. Generell aber sei Lesen mehr denn je angesagt, zumal das Jahresabo mit 18 Euro für Familien oder Erwachsenem neun Euro für Kinder erschwinglich sei. „Dafür bekommt man gerade einmal einen Tonnie oder ein Buch zu kaufen.“ Apropos kaufen: bis Ende November bietet die Bücherei im Rathausgebäude aussortierte Bücher, Medien und CDs für je einen Euro zum Kauf an. Uli Singer                 

Uli Singer

KURZVITA zu mir, als Initiatorin der Online-Zeitung: Geboren 1946 in München, Untergiesing war für viele Jahre meine Heimat. Wir hatten einen Zooladen an der Humboldstraße, was für mich bedeutete, sieben Tage die Woche neben der Schule auch "meinen Mann" im Laden zu stehen. Naja, geschadet hat es nicht. Seit etwa 30 Jahren bin ich als Journalistin und Fotografin unterwegs, schreibe Bücher und bin außerdem Vorsitzende des Vereins Kinderinsel. Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt eines aufregenden Lebens... Mehr dazu kommt demnächst in meiner Biografie unter dem Titel "Madl, laß da net ins Hirn scheißen". Ein Tipp, den mir der bayerische Volksschauspieler Hans Brenner mal mit auf den Weg gab. Hier noch eine kleine Bitte: Die neue Online-Zeitung macht zwar unheimlich viel Spaß, aber auch ganz viel Arbeit. Beteiligt ist ein Team von rund fünf Mitarbeitern. Die wollen zwar alle kein Gehalt, aber es sollte wenigstens ein Obolus für durchgearbeitete Nächte, Fotos und sonstige Dienstleistungen drin sein. Dafür haben wir gut versteckt - nein, es kommt auf das Endgerät an - einen Spenden-Button eingerichtet. Da steht bewusst keine Summe drauf, damit jeder, der uns unterstützen will, spenden kann, was möglich ist. Und wenn's nur ein Euro ist und diesen rund eine Millionen Menschen überweisen, Juhuuu, nicht auszudenken. Vielen Dank und viel Spaß beim Schmökern...

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