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Weder Schrottkisten noch Nachflüge

Gilching/Oberpfaffenhofen (ph) – Die Verhandlungspause im Verwaltungsgericht München II nutzten Regierungsdirektor Uwe Büchner und Zuhörer, um Mathematikaufgaben zu lösen. Konkreter Anlass war die Behauptung von Mitgliedern des Gilchinger Vereins Fluglärm, dass den Anwohnern des Flughafens Oberpfaffenhofen schon bald 120000 Flugbewegungen pro Jahr drohen. „Das geht rechnerisch schon gar nicht“, sagte Uwe Büchner. Und löste damit ein gemeinschaftliches Herumrechnen aus. Auf durchschnittlich sechs Tage die Woche gerechnet müsste der Tower bei 120000 Flugbewegungen mindestens 400 Starts und Landungen pro Tag bewältigen. Was selbst bei zwei Landebahnen nie zu schaffen ist, waren sich die Experten einig. Die aus der Luft gegriffene Zahl gehöre genau so zur Panikmache, wie der Vorwurf des nächtlichen Flugbetriebs und die Behauptung, es würde in Oberpfaffenhofen Schrottkisten landen, ärgerte sich EMDO-Geschäftsführer Edwin Grabherr. Die Schrottkisten und auch die nächtlichen Flieger wollte Hans-Dieter Kettler gesichtet haben. Er war einer von zehn Klägern, die am Donnerstag vor Gericht gezogen waren, um auf dem Klageweg die Neuorientierung der Nutzer auszuhebeln.
Grabherr räumte vor Gericht außerdem mit dem Gerücht der Allgemeinen Luftfahrt auf. Längst sei es heute schon aus Kostengründen für viele Firmen gar nicht mehr möglich, sich ihr eigenes Flugzeug zu leisten, um damit Geschäftsreisen zu unternehmen, so Grabherr: „Diese Zeiten sind vorbei, weil es viel zu teuer kommt.“ Der EDMO-Geschäftsführer machte zudem klar, dass erst einmal der Flugbetrieb gesichert werden müsse, um wieder Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt nach Oberpfaffenhofen zu holen. „So lange keine Planungssicherheit besteht, können auch keine ernst zu nehmenden Verhandlungen geführt werden.“ Volker Gronefeld, Anwalt der Grundstückseignerin EADS, erklärte dem Vorsitzenden Richter Alexander Witzel, dass der Flughafen auch für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt wegen der Forschungsflüge von Bedeutung sei. Da der Richter keine negativen Veränderungen gegenüber der ursprünglichen Genehmigung erkennen konnte, wies er, wie berichtet, die Klage zurück.