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Vom Sperrbezirk zum Einkaufszentrum

Das Sonnenzentrum verändert sein Gesicht
Gilching – Ein kompletter Ortsteil von Gilching verändert sein Gesicht. Bis 2010 wird rund um die Sonnenstraße nichts mehr so sein, wie es einmal war. Alte Mehrfamilienhäuser werden durch moderne Bauten ersetzt. Die Baugenossenschaft prognostiziert eine Mehrung der Wohnflächen um 80 Prozent. Außerdem eröffnet Manfred Herz ein neues Wohn- und Geschäftshaus (wir berichteten).
Unvorstellbar heute, dass vor etwas über 60 Jahren das Gebiet südlich des Starnberger Wegs und rechts der Bahn nach Herrsching reines Waldgebiet war, das sich bis nach St. Gilgen hinzog. Dazwischen lagen lediglich ein paar kleinere Ackerflächen heimischer Bauern. Das änderte sich schlagartig anno 1936 mit der Eröffnung des Dornier-Werks in Oberpfaffenhofen. Dringend wurden Wohnungen für die aus ganz Deutschland hergeholten Mitarbeiter gebraucht. 1939 stimmte der Gemeinderat zu, „in Sachen einer Dornier-Gefolgschaftssiedlung“ ein großes Stück des Areals zwischen Starnberger Weg und St. Gilgen zur Verfügung zu stellen. Bauträger war die „Heimbau Bayern“, die die „Dornier-Siedlung in zwei Bauabschnitte baute: 1939/40 acht große und ein kleiner Wohnblock mit 108 Wohnungen und neun Einfamilienhäuser an der Sonnenstraße. 1940/41 acht Doppelhäuser und 46 Einzelhäuser an der heutigen Merkur-, Venus- und Marsstraße.
Die auch durch zahlreiche Flüchtlinge verursachte katastrophalen Wohnverhältnisse nach Kriegsende noch dadurch verschärft, dass sowohl die komplette Dornier-Siedlung als weitere 64 Häuser in Gilching von den Amerikanern beschlagnahmt wurden. Um die Dornier-Siedlung inklusive Sonnenstraße wurde ein Stacheldraht gezogen; die Gilchinger durften das Sperrgebiet nicht mehr betreten. „Beim Abzug der Amerikaner im Jahr 1949 waren die Wohnungen in einem unbeschreiblich demolierten Zustand“, hält Rudi Schicht in der Chronik über Gilching gest. Die Häuser in der Dornier-Siedlung gingen im gleichen Jahr von der „Heimbau Bayern“ in die Baugenossenschaft Gilching über.
Seit etwa zehn Jahren findet eine Generalüberholung statt. Etliche Häuser sind inzwischen von Grund auf renoviert. Zum Teil aber wurden und werden sie komplett abgerissen und durch moderne Wohngebäude mit Dachterrasse ersetzt. Bis spätestens 2010 soll das Sonnenzentrum mit seinen alten und neuen Läden eine attraktive Adresse werden und, so lauten die Prognosen, dem gerade entstehendem Ortszentrum den Rang ablaufen. Uli Singer