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Schadenersatz für Besuche bei Domina

Starnberg (1. März 06) – Kann man eine Domina auf Schadensersatz verklagen? Ja man kann. Davon ist zumindest Günter Grünwald überzeugt. Wird doch in Amerika auch denjenigen Eltern Schadenersatz zugesprochen, die ihre Kinder mit Fastfood-Produkten zu dicken Monstern heranfüttern. „Ja leck’ mich doch am Arsch“, und deshalb stehe auch dem VW-Manager Schmerzensgeld zu, der seine knapp bemessene Freizeit in gewissen Etablissements verbringen muss, um von Domina an seinem unaussprechlichen Ding angekettet durchs Sado-Macho-Studio geschleift zu werden. Nein, ein Schwiegermuttertraum ist der Kabarettist aus Ingolstadt nicht. Er spricht aus, was sich vorgeblich anständige Menschen nicht einmal zu denken wagen. Und genau dies macht den Erfolg von Günter Grünwald aus. Da steht er nun an Faschingsdienstag auf der Bühne in der voll besetzten Schlossberghalle in Starnberg, gekleidet ist wie der kleine Mann von der Straße und Geschichten erzählend, wie der Kumpel von nebenan. „Glauben sie ja nicht, wen sie da vor sich haben“, lautet sein neues Programm. In Starnberg weile er gern, sagt Grünwald. Beobachtete er doch vor Beginn der Veranstaltung die Menschen, wie sie ihre Plätze einnehmen. „Hier bin ich angetan davon, wie sehr diszipliniert es zugeht.“ Und schon ist er mittendrin in einem zweistündigen Wortschwall, der nur durch kleinere Hustenanfälle unterbrochen wird. War es die zugige Bühne oder die trockene Luft in der Schlossberghalle, die zum Hustenreiz führten? Oder ist Grünwald gar sterbenskrank? Laut eigener Beschreibung nämlich gehört er zu jener Sorte Mann, die nur unter „ultrabrutalen Magenschmerzen“ den Arzt aufsuchen. Um diesem dann auch gleich noch die Eigendiagnose mitzuliefern. Hypochonder würde Otto Normalverbraucher dazu sagen.
Obwohl jede Pointe bis aufs Komma einstudiert ist und auch nichts dem Zufall überlassen wird, reagiert Grünwald prompt, passiert etwas Unvorhergesehenes. Das Umfallen einer Flasche im Auditorium nahm er zum Anlass, das Wort direkt ans Publikum zu richten. „Laß’ liegn, i rams nachad scho auf.“
Günter Grünwald, der selbsternannte „Botschafter des guten Geschmacks“, zählt mit Recht zu den erfolgreichsten Kabarettisten, die die deutsche Comedy-Szene zu bieten hat. Und unter Beifall versprach er dem Starnberger Publikum, „bleibt sitzen, ich komme ja eh bald wieder vorbei“. Uli Singer