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Indienhilfe unterstützt Protestaktion

Herrsching (1. März 06) – Nikolaus Reis hat eine Lawine losgetreten. Wenngleich sie noch langsam rollt, so hofft der Bäckermeister aus Gilching dennoch, dass sie in Berlin ankommt. Wie berichtet, weigert sich Reis, die seit diesem Jahr gesetzlich angeordneten vorgezogenen Sozialabgaben an die Krankenkassen abzuführen. Reis hat außerdem über Internet ein Protestschreiben in Umlauf gebracht. Jetzt hat auch die Indienhilfe Unterstützung zugesagt.
„Wir sind eigentlich nur ein ganz kleiner Betrieb“, sagt Waltraud Schneiders, zuständig für die Finanzen bei der Indienhilfe in Herrsching. Beschäftigt sind zwei fest angestellte Mitarbeiter, einige Teilzeitkräfte und vier geringfügig Beschäftigte. Wenngleich die vorgezogenen Sozialversicherungsbeiträge in relativ überschaubarem Rahmen bleiben, geht durch die Doppelberechnung viel Zeit verloren, kritisiert Schneiders. Wie berichtet, muss noch vor Monatsende der Lohn geschätzt und die daraus entstehenden Sozialversicherungsbeiträge an die Krankenkassen abgeführt werden. Bei der endgültigen Abrechnung wird der zuviel bezahlte Betrag gut geschrieben oder es muss nachbezahlt werden. „Es geht dadurch viel Zeit verloren, die wir für unsere eigentlichen Aufgaben bräuchten, wie zum Beispiel Geld für unsere sozialen Projekte zu beschaffen.“ Grundsätzlich moniert Schäfers, dass innerhalb der letzten fünf Jahre alles so verkompliziert wurde, dass man fast schon ein Studium bräuchte, um eine normale Gehaltsabrechnung zu bewältigen. „Auch beim Mutterschutz wurden neue Regelungen geschaffen, die uns die Abrechnung nur erschweren. Es einfach nur noch absurd.“ Schneiders findet es richtig, dass Protest beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin angemeldet wird und hofft, dass sich dieser Aktion außer der Indienhilfe auch noch andere Arbeitgeber anschließen. „Wenn es bei uns auch bloß Pfennigbeträge sind, wir brauchen das Geld dringend für unsere neuen sozialen Projekte in Indien.“ Unter anderem sei ein Bildungsprogramm für arbeitende Kinder in Indien geplant.
Reis gibt sich zuversichtlich. „Rückmeldungen kommen jetzt schon bis aus Hamburg“, betont er. Wenngleich ihm auch noch Ärger bevorsteht. Obwohl er sämtliche Einzugsermächtigungen gesperrt hat, haben zwei Krankenkassen dennoch abgebucht. „Das lasse ich mir nicht gefallen. Ich werde die Bank anweisen, die Beträge wieder zurück zu holen.“ Das Protestschreiben kann im Internet unter www.gilching-aktuell.de herunter geladen werden. Uli Singer