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Hans Ostermair wählt Freitod

"Er war ein Querdenker"  
  Kommunalpolitiker Hans Ostermair wählt Freitod  
  VON HANNA VON PRITTWITZ Gilching - Hans Ostermair ist tot. Der 53-jährige Gilchinger nahm sich in der Nacht auf Mittwoch das Leben. Ein Verkehrsteilnehmer fand den ehemaligen Gilchinger Bürgermeister neben seinem Traktor in einem Waldstück an der Straße zwischen Krailling und Frohnloh. Zuvor hatte ihn seine Ehefrau als vermisst gemeldet. Nach Polizeiangaben erschoss sich Ostermair mit seiner eigenen Waffe.  
  Schon lange hatte der Kommunalpolitiker, der für die Freien Wähler Mitglied des Gilchinger Gemeinderats und Starnberger Kreisrat war, finanzielle Sorgen. Er hatte in Gilching neu gebaut, konnte sein altes Haus jedoch nicht wie geplant verkaufen. 2005 schließlich war es zwangsversteigert worden. Zuletzt war er in Schwierigkeiten geraten, weil er ein von ihm zu verwaltendes Erbe nicht ordnungsgemäß betreut haben soll (wir berichteten). Ostermair war von 1990 bis 1996 Bürgermeister Gilchings. "Er kam wie aus dem Nichts", erinnerte sich sein politischer Kollege und Freund Thomas Reich, jetziger Bürgermeister. In der Diskussion um die Mülldeponie und im Kampf um Brunnen 5 gründete Ostermair eine Bürgerinitiative und löste überraschend Heinrich Will im Rathaus ab. Der Nebenerwerbslandwirt und Polizist sorgte erneut für Schlagzeilen, als er 1996 als Landrat kandidierte: "Er wäre sicher erneut Bürgermeister geworden, die Gilchinger haben ihm sein Engagement hoch angesehen", sagte Reich gestern. Aber Ostermair sei auch immer volles Risiko gegangen. Dabei sei er eine sehr starke Persönlichkeit gewesen, die sich auch nicht habe helfen lassen: "Er wollte immer alle Probleme alleine lösen und hat keine Hilfe angenommen", sagte Reich, der um die finanziellen Nöte wusste. Vor einiger Zeit, auch nach einer weiteren erfolglosen Kandidatur bei den Landratswahlen 2002, hatte Ostermair sein Amt als Kreisvorsitzender der Freien Wähler abgegeben. "Ein neuer Kopf sollte frischen Wind mitbringen", erinnerte sich Reich an Ostermairs Begründung. Hans Ostermair sei immer sehr engagiert und unkonventionell gewesen, "er war immer auch ein Querdenker, der auch in die Fraktion oft ganz neue Gedanken einbrachte". Die Vermisstenanzeige ging bei der Polizei am Mittwoch gegen 3 Uhr in der Früh ein. Gegen 6 Uhr wurde Ostermairs Leichnam gefunden, er soll sich in den Kopf geschossen haben. Laut Werner Kraus von der Kripo Fürstenfeldbruck trug er einen Abschiedsbrief bei sich. Ostermair hinterlässt seine Frau mit ihrer kleinen Tochter und zwei erwachsene Kinder. (Aus Starnberger Merkur, 9. März 06)