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Gilching wird zum sozialen Brennpunkt

Gilching (11. Mai 2005) – Betroffenheit machte sich am Dienstag im Gemeinderat in Gilching breit. Anlass war der Bericht von Susanne Tietjens und Ralf Fellinger vom Gilchinger Sozialforum. Sie stellten fest, dass sich die Gemeinde in erschreckender Weise zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt hat. Eine Beobachtung, die Manfred Herz (CSU) bestätigte. „Auf dem Weg zur S-Bahn schießen die jugendlichen Randalierer sogar mit Schreckschusspistolen in die Luft.“
Mit einem dringenden Appell, sich der Sache anzunehmen, wandten sich Susanne Tietjens und Ralph Fellinger am Dienstag an das Ratsgremium. „Es wäre schon ein großer Schritt, wenn in der Hauptschule Nachmittags Betreuung angeboten würde“, sagte Tietjens. Bei den auffälligen Jugendlichen handle es sich oftmals um Kinder, die „den ganzen Tag auf der Straße rumhängen“ und nicht einmal einen Schlüssel haben, um nach Hause zu gehen. „Sie haben keinerlei Perspektive. Ihr einziger Lösungsansatz ist Gewalt“, sagte Tietjens. Gespräche mit den Eltern brächten nichts. „Sie ziehen einfach nicht mit und erkennen auch nicht, wie früher, die Autorität der Schule an.“
Dass die Probleme inzwischen auch schon auf das Jugendhaus übergegriffen haben, erklärte Ralf Fellinger, Leiter der Einrichtung. „Die letzten eineinhalb Jahre hat sich dort vieles verändert. Zunehmend kommen jetzt schon 10- bis 14-Jährige zu uns.“ Doch statt an einer Integration seien gerade die Jüngeren in wachsendem Maße an Gewalt und Alkohol interessiert. „Es kommt vermehrt zu Spannungen“, so Fellinger. Auch deshalb, weil die Spannbreite von den 10- bis zu den 26-Jährigen reiche. Dass die Erfahrungen im Jugendhaus nur ein kleiner Teil der Probleme seien, die auf Gilching zukommen, mahnte Fellinger. „Diejenigen, die nicht zu uns kommen, hängen am Bahnhof oder an beliebten Treffpunkten herum.“ Eine Erfahrung, die auch andere Institutionen, unter anderem die Polizei und insbesondere die Hauptschule gemacht habe, so Fellinger. Bürgermeister Thomas Reich erklärte, bereits im Gespräch mit der Schulleitung zu sein. „Wenn die Grundschule im Herbst auszieht, werden in der Hauptschule Räume frei. Dann haben wir auch mehr Möglichkeiten, uns dort etwas wegen einer Nachtmittagsbetreuung einfallen zu lassen.“ Uli Singer